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Debatte um Landreform: Südafrika bestellt US-Diplomaten ein

US-Präsident Donald Trump hatte sich per Twitter in die Debatte über die umstrittene Landreform in Südafrika eingemischt. Foto: Andrew Harnik/AP

US-Präsident Donald Trump hatte sich per Twitter in die Debatte über die umstrittene Landreform in Südafrika eingemischt. Foto: Andrew Harnik/AP

Pretoria (dpa) - Nach der Einmischung von US-Präsident Donald Trump in die Debatte um eine Landreform in Südafrika hat das dortige Außenministerium den Geschäftsträger der US-Botschaft einbestellt.

Außenministerin Hon Lindiwe Sisulu wollte die Unzufriedenheit der Regierung und Bevölkerung über den «auf falschen Informationen basierenden Tweet» des US-Präsidenten zum Ausdruck bringen, hieß es in einer in der Nacht zu Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Mitteilung des Ministeriums bei Facebook.

Trump hatte sich in der Nacht zu Donnerstag per Twitter in die Debatte über die umstrittene Landreform in Südafrika eingemischt. Er habe Außenminister Mike Pompeo angewiesen, Enteignungen von Bauern und Beschlagnahmungen landwirtschaftlicher Betriebe sowie die «großangelegte Tötung von Farmern» in Südafrika genau zu beobachten, twitterte er. Kurz zuvor war auf Trumps Lieblingssender Fox News ein Bericht über Enteignungen von weißen Landwirten gelaufen. Moderator Tucker Carlson bezeichnete die mehrheitlich schwarze Regierung Südafrikas darin als «rassistisch».

In Südafrika machen Weiße ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung aus, aber knapp ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des rassistischen Apartheid-Regimes gehört ihnen immer noch etwa 72 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Landes. Schwarzen war der Landbesitz während der Apartheid-Jahre verboten.

Trumps Tweet sei durch südafrikanische Lobbyisten beeinflusst worden, welche die Landreform zum Scheitern bringen wollten, hieß es vom südafrikanischen Außenministerium. Der Geschäftsträger der US-Botschaft sei informiert worden, dass Pretoria «enttäuscht» über die unterlassene Nutzung vorhandener diplomatischer Kanäle sei.

Mitteilung des südafrikanischen Außenministeriums auf Facebook

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