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Italiens Innenminister Salvini empört mit Mussolini-Zitat

Salvini bezeichnet Rassismus als eine «Erfindung der Linken». Foto: Giuseppe Lami/ANSA/AP/dpa

Salvini bezeichnet Rassismus als eine «Erfindung der Linken». Foto: Giuseppe Lami/ANSA/AP/dpa

Rom (dpa) - Italiens rechtspopulistischer Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini hat mit neuen Äußerungen Empörung ausgelöst. Auf Twitter schrieb er am Sonntag über seine Kritiker «Tanti nemici, tanto onore», was so viel heißt wie «Viel Feind, viel Ehr».

Oppositionspolitiker erinnerten daran, dass Salvini sich damit bei der Propaganda des faschistischen Diktators Benito Mussolini (1883-1945) bedient habe.

«Wer auf die Verfassung geschworen hat, die aus dem Kampf gegen den Faschismus geboren ist, darf sich nicht erlauben, Mussolini zu würdigen», erklärte der Präsident der Sozialdemokraten, Matteo Orfini. Salvini solle sich entschuldigen oder den Ministerposten räumen.

Das Zitat fiel ausgerechnet zu Mussolinis Geburtstag am 29. Juli. «Molti nemici, tanto onore» steht zum Beispiel auf den Böden der faschistischen Bauten des Sportstättenkomplexes Foro Italico (ehemals Foro Mussolini) in Rom - wo auch «Duce Duce Duce» eingelassen ist. Salvini wolle mit dem Zitat aus der «Propaganda-Rhetorik Mussolinis» ein «klares Signal an die extreme Rechte senden», erklärte der Fraktionschef der Linkspartei Liberi e Uguali, Federico Fornaro.

Mussolini wird in Italien vielerorts noch offen verehrt. Der Führer der Nationalen Faschistischen Partei in Italien war im Zweiten Weltkrieg Verbündeter der Nationalsozialisten Adolf Hitlers.

Derzeit wird in Italien diskutiert, ob rassistische Vorfälle seit dem Amtsbeginn der populistischen Regierung aus Salvinis fremdenfeindlicher Lega und der Fünf-Sterne-Partei zugenommen haben. Für Aufsehen sorgte am Montag der Angriff auf die schwarze Diskuswerferin Daisy Osakue bei Turin. Sie war mit Eiern beworfen und verletzt worden. «Sie wollten mich als farbige Frau attackieren», sagte die Sportlerin mit nigerianischen Wurzeln.

Salvini bezeichnete die Warnungen vor einem zunehmenden Rassismus als «dummes Zeug». Wirklich alarmierend seien hingegen die Straftaten, die Migranten in Italien begingen. Der Lega-Chef hat seit seinem Amtsantritt einen harten Anti-Migrations-Kurs eingeschlagen und liegt damit laut Umfragen weit vorne in der Wählergunst: Seit der Wahl im März hat seine Lega demnach enorm zugelegt. 

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