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Südkoreas Präsident schickt Sondergesandte nach Nordkorea

Die Delegation aus Südkorea soll von Chung Eui Yong angeführt werden. Foto: Hong Hyo-Shick/Newsis

Die Delegation aus Südkorea soll von Chung Eui Yong angeführt werden. Foto: Hong Hyo-Shick/Newsis

Seoul (dpa) - Nach der Annäherung Nordkoreas schickt Südkoreas Präsident Moon Jae In seinen wichtigsten Sicherheitsberater und den Geheimdienstchef als Sondergesandte in das isolierte Nachbarland.

Neben Gesprächen über die Verbesserung der bilateralen Beziehungen soll die fünfköpfige Sonderdelegation bei ihrem geplanten Besuch am Montag und Dienstag in Pjöngjang auch Möglichkeiten zu einem Dialog zwischen Nordkorea und den USA über das nordkoreanische Atomprogramm ausloten. Das teilte Moons Büro am Sonntag mit.

Die Sondergesandten sollen später in die USA fliegen, um Südkoreas engen Verbündeten über ihre Gespräche in Nordkorea zu informieren. Moon hatte US-Präsident Donald Trump bereits am Donnerstag über seine Pläne zur Entsendung eines Emissärs nach Nordkorea unterrichtet. Die USA verfolgen die innerkoreanische Annäherung wegen des ungelösten Konflikts mit Pjöngjang mit Skepsis. 

Die Delegation, der der Chef des staatlichen Nachrichtendienstes (NIS) Suh Hoon angehört, wird den Angaben zufolge vom Leiter des präsidialen Sicherheitsbüros, Chung Eui Yong, angeführt. Sie soll am Montag mit dem Flugzeug direkt nach Pjöngjang fliegen. Wer ihre Gesprächspartner in Nordkorea sein werden und ob sie von Machthaber Kim Jong Un empfangen werden, war zunächst unklar. 

Die Delegation werde «insbesondere Diskussionen über die Bedingungen für einen Dialog zwischen Nordkorea und den USA über eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Entwicklung der innerkoreanischen Beziehungen führen», hieß es. Die Sondergesandten würden auch einen Brief Moons an Kim Jong Un übergeben, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Beamte des Präsidialamts. 

Mit der Entsendung der speziellen Emissäre nach Pjöngjang erwidert Moon den Besuch der Schwester von Kim Jong Un, Kim Yo Jong, im Februar. Die einflussreiche Schwester, die auch als wichtige Beraterin Kim Jong Uns gilt, hatte als Sondergesandte ihres Bruders zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang eine Einladung an Moon nach Pjöngjang übermittelt. Moon hatte aber zunächst zurückhaltend reagiert. Er muss sich mit den USA abstimmen, die gegen Nordkorea einen Kurs des «maximalen Drucks» steuern, um das Land zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. 

Trump und die nordkoreanische Führung hatten sich im vergangenen Jahr gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen, die weltweit schlimme Befürchtungen ausgelöst hatten. Am Rande der Winterspiele in Südkorea hatten Nordkoreas Vertreter jedoch erstmals zaghafte Signale der Gesprächsbereitschaft ausgesandt.

Moon hatte Washington zuletzt aufgerufen, die Schwelle für einen Dialog zu senken. Von Nordkorea verlangte Moon, es müsse die Bereitschaft zeigen, seine Atomwaffen zu beseitigen. Am Samstag bekräftigte das Außenministerium in Pjöngjang, dass Nordkorea nur ohne Vorbedingungen mit den USA verhandeln wolle. Nordkorea sei bereit, den Konflikt friedlich beizulegen, doch werde das Land «niemals einer militärische Option aus dem Weg gehen, von der die USA reden», wurde ein Sprecher von den staatlichen Medien zitiert. Kim Jong Un hatte mehrfach betont, dass Land werde niemals auf Atomwaffen verzichten.

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