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DGB-Chef Hoffmann mit Dämpfer im Amt bestätigt

Als Hoffmann 2014 erstmals zum DGB-Vorsitzenden gewählt worden war, erzielte er noch 93,1 Prozent. Foto: Wolfgang Kumm

Als Hoffmann 2014 erstmals zum DGB-Vorsitzenden gewählt worden war, erzielte er noch 93,1 Prozent. Foto: Wolfgang Kumm

Berlin (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Reiner Hoffmann mit einem Dämpfer zum zweiten Mal an seine Spitze gewählt. Der 62-Jährige erhielt auf dem DGB-Bundeskongress in Berlin 289 der 379 abgegebenen Stimmen. Das entspricht 76,3 Prozent.

Hoffmann führte das vergleichsweise magere Ergebnis auf seinen Einsatz für eine Neuauflage der großen Koalition zurück. Als er 2014 erstmals zum DGB-Vorsitzenden gewählt worden war, erzielte er 93,1 Prozent. Bei vielen habe es «Fragezeichen» wegen seines Eintretens für ein neuerliches Regierungsbündnis von Union und SPD gegeben. Tatsächlich war dem DGB-Chef angekreidet worden, dass er die SPD nach dem Aus der Sondierungen über eine Jamaika-Koalition von Union, Grünen und FDP zu einem neuen schwarz-roten Bündnis aufgerufen hatte.

SPD-Chefin Andrea Nahles betonte den Willen zur Zusammenarbeit mit dem neuen und alten DGB-Chef und seiner Organisation: «Immer wenn Sozialdemokratie und Gewerkschaften in den zentralen Fragen einig waren, gab es auch gesellschaftlichen Fortschritt.» Sie sagte: «Wir streiten gemeinsam für Arbeitsverhältnisse, die unbefristet, sozial abgesichert und tariflich bezahlt sind.» Prekäre Beschäftigung, egal in welcher Form, wolle man abschaffen.

Auch der Chef des Arbeitnehmerflügels der CDU, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, lud den DGB zu weiterer Zusammenarbeit ein. «Um für die Beschäftigten gute Arbeit und eine starke soziale Absicherung zu ermöglichen, kommt es auch auf eine gute Zusammenarbeit mit der CDU an, der Partei mit den meisten Arbeitnehmerstimmen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. An diesem Dienstag spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem alle vier Jahre stattfindenden DGB-Kongress.

Hoffmann schnitt bei den Wahlen schlechter ab als die drei weiteren, auch ohne Gegenkandidaten wiedergewählten Mitglieder des geschäftsführenden DGB-Vorstands. Vize Elke Hannack (56) erhielt 327 Stimmen (86,5 Prozent). Für Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach (63) stimmten 311 Delegierte (81,2 Prozent). Stefan Körzell (55) bekam 315 Stimmen (83,6 Prozent). Die Amtszeit beträgt vier Jahre. 2014 war Hoffmann Michael Sommer nachgefolgt.

Als Rezept gegen Abstiegssorgen und schlechtere Bezahlung in neuen, digitalen Jobs forderte Hoffmann eindringlich die Ausweitung von Tarifverträgen in der deutschen Wirtschaft. «Gute Arbeit für alle heißt für uns Tarifbindung für alle.» Dies bedeute, dass Beschäftigte mehr verdienten, kürzer arbeiteten und länger Urlaub hätten als ohne Tarifvertrag. Derzeit bekomme nur die Hälfte aller Beschäftigten Tariflöhne.

Solo-Selbstständige bei Digital-Plattformen seien heute oft kaum abgesichert, so Hoffmann. «Das ist digitales Tagelöhnertum.» Einmütig stimmten die Delegierten einem Leitantrag zu, nach dem der DGB einen Zukunftsdialog «mit fortschrittlichen Akteuren» aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft führen will. Deregulierung und marktradikaler Wettbewerb sollten überwunden werden. Zentral ist für den DGB seine Forderung nach einem «Recht auf Weiterbildung» (Hoffmann). DGB-Vize Elke Hannack forderte mehr Chancen zum Lernen am Arbeitsplatz in Betrieben und Verwaltungen.

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