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Extremwetter: Fachleute mahnen besseren Gebäudeschutz an

Bild: pixabay.com / Jan-Mallander

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Studie von Swiss Life Select belegt zu große Sorglosigkeit

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Deutschen hält eine Beschädigung ihres Eigentums durch Starkregenschäden für „nicht wahrscheinlich“ oder „eher nicht wahrscheinlich“. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Finanzdienstleisters Swiss Life Select. Das Risiko von Hochwasser- und Rückstauschäden aus der Kanalisation schätzen die Befragten sogar als noch geringer ein.

Ein gefährlicher Trugschluss, zeigte sich BBK-Chef Christoph Unger überzeugt. Gerade in der jüngeren Vergangenheit hätte es schließlich Sturzfluten vermehrt an Orten gegeben, an denen damit eigentlich nicht zu rechnen gewesen wäre – beispielsweise in einigen Regionen Bayerns, Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens.

Deshalb müsse man bei kurzfristig auftretenden Gefahren die Menschen rechtzeitig alarmieren, erklärte Unger und wies in diesem Zusammenhang auf die vom BBK entwickelte Warn-App Nina hin. Andere Organisationen bieten ähnliche Warn-Apps für Smartphone und Tablet, das renommierte Fraunhofer-Institut zum Beispiel war bei der App Katwarn federführend.

Elementarschäden sind normalerweise nicht abgedeckt

Klimafachleute wie der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Dr. Paul Becker, mahnen seit Längerem umfangreiche Vorsorgemaßnahmen an. Becker nennt unter anderem eine Verbesserung der Wettervorhersagen, eine neue Kultur im Umgang mit Naturgefahren, mehr staatliche Investitionen in die Vorsorge und nicht zuletzt mehr Eigenvorsorge der Bürger.

Zur Vorsorge durch die Verbraucher gehört auch ein angepasster und effektiver Versicherungsschutz. Laut der Umfrage von Swiss Life Select haben lediglich 22 Prozent der Deutschen eine Gebäudeversicherung gegen Elementarschäden abgeschlossen, 29 Prozent über eine Zusatzversicherung zur Hausratversicherung. Dabei könne schon ein vollgelaufener Keller in einem relativ kleinen, 80 Quadratmeter großen Haus Sanierungskosten von durchschnittlich 7.000 Euro erforderlich machen, so Swiss Life Select. Ein abgedecktes Dach in einem 120-Quadratmeter-Haus ziehe Reparaturkosten von im Schnitt 10.000 Euro nach sich – Schäden, die eine Hausrat- oder Gebäudeversicherung normalerweise nicht abdeckt.

Klimawandel führt zu längeren Extremwetterphasen

Als Hauptursache für Extremwettererscheinungen wie Starkregen und Überschwemmungen, aber auch Hitzewellen und verheerende Stürme nennen nahezu alle Wissenschaftler die mit dem Klimawandel einhergehende Erwärmung der Erdatmosphäre. Schuld an der Erwärmung sind vor allem Treibhausgase wie Kohlendioxid, Kohlenstoffmonoxid und Methan.

 Der Klimawandel führt offenbar nicht nur zu stärkeren, sondern auch zu länger anhaltenden Extremwetterphasen. Das bekräftigte jüngst Dr. Dim Coumou vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk: „Die Extreme nehmen nicht nur deshalb zu, weil wir den Planeten erwärmen, sondern weil der Klimawandel zusätzlich Luftströme stört, die wichtig sind für die Entstehung unseres Wetters. Die verringerten täglichen Schwankungen, die wir beobachten, führen zu länger anhaltenden Wetterlagen. Und diese lassen Extreme entstehen, die sich über Wochen erstrecken“, so der Wissenschaftler. Starkregenphasen, unter denen Teile Deutschlands im Sommer 2017 zu leiden hatten, werden also in Zukunft vermutlich noch öfter auftreten.

© WhatsBroadcast
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