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Warum Taschengeld für Kinder wichtig ist

Kinder lieben ihr Taschengeld, doch wie viel darf es sein und was ist, wenn es weg ist? Bildquelle: MichaelJayBerlin – 520131094 / Shutterstock.com

Kinder lieben ihr Taschengeld, doch wie viel darf es sein und was ist, wenn es weg ist? Bildquelle: MichaelJayBerlin – 520131094 / Shutterstock.com

Taschengeld erfüllt bei Kindern eine pädagogische Funktion 

Das Taschengeld ist für viele Kinder von enormer Wichtigkeit und das ist nicht nur deshalb der Fall, weil diese sich ab und an beispielsweise Süßigkeiten oder dergleichen kaufen wollen. Es gilt bei der Vergabe des Taschengeldes schon frühzeitig darauf zu achten, dass Kinder gezielt den Umgang mit Geld lernen. Die eigenen Eltern nehmen dabei eine wichtige Vorbildfunktion ein und sind die engsten Bezugspersonen. Können die Eltern selbst nicht mit Geld umgehen, so leben sie dies ihren Kindern oftmals vor und das Ganze färbt negativ ab. Man sollte sich als Elternteil also der existenten Verantwortung bewusst sein. Zwar wird ab und an auch in der Grundschule das Thema Geld aufgegriffen, beginnen zu lernen sollten Kinder den Umgang mit Geld aber schon vorher: 

- Empfehlenswert ist hierfür ein Zeitpunkt kurz nach der Einschulung

- Sollte bereits vorher Bedarf bestehen oder der Wunsch vom Kind geäußert werden, spricht auch nichts gegen eine vorherige Vergabe 

- Der eigentliche Sinn des Taschengeldes sollte dabei den Kindern anhand von Beispielen erklärt werden 

 Wichtig ist, das Kind genau über den Sinn und Unsinn von Taschengeld zu informieren und vor allem auch zu erwähnen, dass es sich hierbei um eine begrenzte finanzielle Ressource handelt, die nicht unbegrenzt nachgefordert werden kann. 

Einkommensschwache Familien geben Kindern kein Geld 

Fraglich ist, wie Kinder entsprechend beeinflusst werden, wenn die Eltern selbst nur sehr wenig Geld zur Verfügung haben und den Kindern somit gar kein Taschengeld zahlen können. In diesen Fällen sollten die Erziehungsberechtigten den offenen und transparenten Weg gehen, indem sie ihrem Nachwuchs erläutern, dass die finanzielle Lage nicht rosig aussieht und was die Hintergründe zu der Situation sind. Klar zu stellen ist, dass die Vorenthaltung des Geldes zum Beispiel nichts damit zu tun hat, dass die Kinder etwas falsch gemacht haben oder die Eltern sie weniger lieb haben. Zwischen Geld und Zuneigung sollte ohnehin immer eine klare Grenze gezogen werden, die auch spürbar ist. Doch es gibt auch genau das entgegengesetzte Beispiel. Familien, die über sehr viel Kapital verfügen, geben ihrem Nachwuchs teilweise schon im Kindergarten Geld an die Hand, doch ist das überhaupt sinnvoll? 

1. Ganz junge Kinder haben oftmals nicht die notwendige Einsicht in die Bedeutung von Geld

2. Diese erlernen sie erst im Zuge ihrer Entwicklung 

3. Sie betrachten Geld in dieser frühen Phase eher aus optischen Gesichtspunkten und erfreuen sich beispielsweise an glänzenden Münzen 

Abstand sollte man als Elternteil auch davon nehmen, Kinder etwa mit der Verweigerung von Taschengeld zu bestrafen, wenn diese einmal nicht gehorchen oder sich nicht an Absprachen halten. Auch hier gilt, dass das Taschengeld bestenfalls von Emotionen entkoppelt ist. 

Auch Kinder können rechtlich wirksame Geschäfte abschließen 

Erläutert werden soll in diesem Zusammenhang einmal die rechtliche Lage in Deutschland, denn allgemein betrachtet sind Kinder ja immerhin minderjährig und die gängige Auffassung lautet, dass sie somit gar keine Geschäfte abschließen können. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, denn hierzulande gibt es den sogenannten Taschengeldparagraphen, der im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert ist: 

1. Grundvoraussetzung ist zunächst einmal, dass das Kind das 7. Lebensjahr vollendet hat, aber noch nicht volljährig ist

2. Die vertragsgemäße Leistung muss das Kind mit Mitteln erbringen, die ihm zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt worden sind 

3. Überlassen Eltern ihren Kindern also einen fixen Betrag an Taschengeld, so ersetzt dieser die Zustimmung zu dem jeweiligen Vertrag, die sonst notwendig wäre 

Es gibt auch noch den umgekehrten Fall, nämlich dass Eltern im Nachhinein Geschäfte ihres Kindes genehmigen, sofern keine vorherige Zustimmung zum Abschluss dieser erteilt worden ist. In der Praxis führt diese Differenzierung zwar manchmal auf juristischer Ebene und in der Lehre zu interessanten Fallkonstellationen, aber meistens läuft die Realität ganz unproblematisch ab. 

Mit Nebenjobs können sich Kinder auch Geld dazu verdienen 

Kurz noch eingegangen werden soll auf die Frage, ob sich Kinder auch selbst aus pädagogischen Gesichtspunkten etwas dazu verdienen sollten, sofern dies irgendwie einzurichten ist. Gemeint sind damit zum Beispiel Tätigkeiten wie die folgenden: 

1. Rasenmähen

2. Abwasch machen 

3. Laub rächen 

4. Einkaufen 

 In diesem Fall empfiehlt sich eine differenzierte Betrachtung, denn handhabt man das Ganze als Elternteil auf diese Art und Weise, sind damit sowohl Vor- als auch Nachteile verbunden: 

 Gut ist an der Sache des Nebenjobs natürlich, dass Kinder relativ schnell begreifen, dass Geld sprichwörtlicher Weise nicht auf Bäumen wächst, sondern hierfür auch eine Gegenleistung erbracht werden muss. Diese Maßnahme bereitet die Kinder gewissermaßen schon ein wenig auf das spätere, wahre Leben vor, sollte allerdings aus diesem Grunde auch nicht allzu verfrüht ergriffen werden. Ansonsten können sich Kinder überfordert fühlen und ein falsches Bild von körperlicher Betätigung erhalten. Anders sieht das Ganze selbstverständlich dann aus, wenn das Kind schon älter geworden ist und sich bereits im Stadium der Jugendlichkeit befindet. Hier sollte aber nichtsdestotrotz auch die ansteigende schulische Belastung mit in das Kalkül aufgenommen und das Taschengeld aufgestockt werden. 

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