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Forscher wollen das Abhören von Telefonaten erleichtern

Ein Mann telefoniert an einem Fenster. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Ein Mann telefoniert an einem Fenster. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) - Auf der Suche nach Kriminellen könnte ein neues Computerprogramm Ermittlern künftig die Analyse von abgehörten Telefonaten erleichtern. In einem großangelegten europäischen Projekt mit Forschungseinrichtungen und Ermittlungsbehörden wie Interpol soll bis 2022 eine Software entstehen, die Ermittler mit einem Suchbegriff über eine Vielzahl von Telefongesprächen laufen lassen können. Das Programm solle dann «in Windeseile» verdächtige Stellen zum Beispiel zum Wort «Sprengstoff» finden, anstatt dass Ermittler stundenlang Telefonate durchhören müssten, sagte Dietrich Klakow, der als Sprachtechnologe an der Universität des Saarlandes dabei ist.

Auch Kriminelle machten am Telefon «klassischen Smalltalk», sagte der Professor für Sprach- und Signalverarbeitung. Sie plauderten über das Wetter in der Region oder die jüngsten Fußballergebnisse. «Dazwischen kommt dann ein kleiner Schnipsel über das kriminelle Geschäft, das sie abwickeln wollen», sagte Klakow. Und genau diese Sätze seien wichtig für die Strafverfolgungsbehörden. Die neue Software solle diese Stellen dann erkennen - auch in verschiedenen Sprachen.

Bei dem Projekt mit Namen Roxanne (Real Time Network, Text, and Speaker Analytics for Combating Organized Crime) sind zudem 22 weitere Partner aus Wissenschaft, Behörden und Industrie beteiligt. Das Vorhaben wird den Angaben zufolge aus dem Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation Horizon 2020 mit insgesamt sieben Millionen Euro gefördert. Knapp eine halbe Million Euro gehe nach Saarbrücken. Die Gesamtleitung liegt in der Schweiz beim Forschungsinstitut Idiap in Martigny.

Interpol zu Projekt Roxanne

Forschungsinstitut Idiap zu Projekt

Projekt Roxanne

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