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Historischer Verein Zweibrücken erbost über Vorwurf des Gaffens

Mit einem Räumgerät beseitigt das Technische Hilfswerk THW in Kleinblittersdorf angespültes Geröll und Schlamm von der Straße. Foto: Christian Mertens/Archiv

Mit einem Räumgerät beseitigt das Technische Hilfswerk THW in Kleinblittersdorf angespültes Geröll und Schlamm von der Straße. Foto: Christian Mertens/Archiv

In den vergangenen Tagen erntete eine Reisegruppe aus Zweibrücken heftige Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, nach dem schweren Unwetter im Saarland einen sogenannten "Katastrophentourismus" in Kleinblittersorf betrieben zu haben.

Kleinblittersdorf gehörte zu den Ortschaften, die besonders heftig vom Unwetter getroffen wurden: "Unwetter und Hochwasser im Saarland - Kleinblittersorf, Bliesransbach und St. Ingbert am stärksten betroffen".

Historischer Verein Zweibrücken wehrt sich
Nun wehrte sich Max Krumbach, der Vorsitzende des Historischen Vereins Zweibrücken in einem Interview mit dem "Pfälzischen Merkur" (PM) gegen die Vorwürfe. Es habe sich um eine seit Monaten geplante Studienfahrt des Historischen Vereins Zweibrücken ins nordwestliche Elsass gehandelt, bei der auch der Stopp in Kleinblittersdorf eingeplant gewesen sei.

Man habe im Ort eine Bäckerei angesteuert, um dort den rund 35 Insassen eine "Pinkelpause" zu ermöglichen. Dies sei der Fall gewesen, weil es "bis zur Mittagspause in Sarre-Union keine Toilettenmöglichkeit" gab. Daher habe sich Kleinblittersdorf angeboten.

Wussten die Senioren nichts von der Lage in Kleinblittersdorf?

Von der Situation vor Ort habe man zu diesem Zeitpunkt noch nichts gewusst. "Als wir da ankamen, wussten wir gar nicht, was passiert war", sagte Krumbach gegenüber dem Pfälzischen Merkur. "Ich dachte, Bliesransbach wäre der betroffene Ort gewesen“, führte er weiter aus.

Nach der Station in der Bäckerei sei man direkt weitergefahren. Warum man nach der Toilettennutzung noch eine Kaffepause eingelegt habe, erklärt Krumbach wie folgt: „Statt dem Inhaber 50 Cent für die Toilettenbenutzung zu geben, haben wir uns entschlossen, als Dankeschön dort einen Kaffee zu trinken“.

Die Aussage einer Zeugin, der Bus habe eigentlich in die Eifel fahren wollen und sei wegen des Unwetters in die Krisenregion umgeschwenkt, sei völlig falsch. "Wir wollten nicht in die Eifel. Wir waren genau auf der Strecke, auf der wir sein wollten", erläuterte Krumbach.

Es müsse sich um ein Missverständnis handeln. "Da ist was schief gegangen." Weder das Busunternehmen noch der Historische Verein Zweibrücken als Organisator hätten sich fehlerhaft verhalten, sagte Krumbach. Die Polizei hatte am Samstag von einer Anwohnerin im Ort berichtet, die sich über den Reisebus beschwert hatte. Anstatt bei den Aufräumarbeiten zu helfen, sei die Gruppe "seelenruhig" durch den Ort geschlendert und habe sich zum Kaffeetrinken niedergelassen, hatte es geheißen.

Busunternehmen unschuldig

Krumbach war es im Interview mit dem PM noch wichtig, darauf hinzuweisen, dass seine Reisegruppe den Busfahrer darum gebeten habe, die Toilettenpause in Kleinblittersdorf einzulegen. Er wolle nicht, dass der Fahrer des Busunternehmens Rothhaar deswegen Ärger bekomme.

Keine strafrechtlichen Sanktionen gegen Gruppe

Die Reisegruppe hat indes keine strafrechtlichen Sanktionen zu erwarten. Die Polizei erklärte hierzu gestern, dass Gaffen selbst nicht verfolgt werde. Erst, wenn Personen beispielsweise Straßensperren entfernen oder Ähnliches, könne das ein Bußgeld nach sich ziehen.

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