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Jost zum Umweltgift PCB: RAG muss «in die Puschen kommen»

Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt und Verbraucherschutz. Foto: Oliver Dietze/Archiv

Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt und Verbraucherschutz. Foto: Oliver Dietze/Archiv

Saarbrücken (dpa/lrs) - Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) hat die Bergbaugesellschaft RAG aufgefordert, bis zum Sommer Vorschläge für die Verringerung des Umweltgifts PCB in dem aus stillgelegten Kohlegruben abgepumpten Wasser zu machen. «Wir erwarten, dass ihr in die Puschen kommt», sagte Jost am Mittwoch im Landtag in Saarbrücken an die RAG gerichtet. Das Ministerium hatte vor einer Woche Messungen veröffentlicht, wonach der Anteil von krebserregenden Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den Gewässern Sinnerbach und Fischbach wegen des Grubenwassers deutlich zu hoch ist.

Falls es bis zum Sommer kein eigenes Konzept der RAG gebe, «dann werden wir Vorschläge erarbeiten. Und wir werden da auch mit Blick auf die finanzielle Seite wenig Rücksicht nehmen», warnte Jost. «Wir erwarten, dass die Belastungen aus den Einleitungen zurückgehen.» Die RAG möchte das Abpumpen des Grubenwassers in zwei Gruben so reduzieren, dass die Gruben bis auf 320 Meter unter Normalnull volllaufen könnten und das Wasser dann direkt in die Saar gepumpt werden könnte. «Wir werden nichts genehmigen, was Gefahr für Leib und Leben darstellt», versicherte Jost. Der Landtag beschloss einen Antrag, wonach die Schadstoffbelastung des Grubenwassers reduziert werden müsse.

Jost warf Kritikern vor, in einer Klischeedebatte über den «Nachfolgebergbau» der Regierung vorzuwerfen, Daten zu verheimlichen und mit der RAG zu «mauscheln». Die Linke-Umweltexpertin Dagmar Ensch-Engel hatte zuvor erklärt, die Sicherheit von 600 000 Saarländern dürfe «nicht von finanziellen Interessen der RAG beeinflusst werden». Der CDU-Abgeordnete Günter Heinrich warf Ensch-Engel vor, «ein parteipolitisches Spielchen» zu spielen. Experten sähen in der PCB-Belastung keine Gefahr für die Bevölkerung. Dennoch gebe es Handlungsbedarf.

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