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Kastrationspflicht für Katzen in drei Kommunen

Die Silhouette einer Katze, die über einen Zaun klettert. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Die Silhouette einer Katze, die über einen Zaun klettert. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Mainz (dpa/lrs) - Zahllose Katzen streunen in Rheinland-Pfalz umher. Viele verwilderte Tiere sind krank und unterernährt. Daher fordert unter anderem der Deutsche Tierschutzbund, solche Freigänger unfruchtbar zu machen. Mittlerweile gibt es nach Angaben des Gemeinde- und Städtebundes drei Kommunen in Rheinland-Pfalz, die eine Pflicht zur Kastration eingeführt haben. In Nordrhein-Westfalen sind es laut Deutschem Tierschutzbund bereits 87.

In der Verbandsgemeinde Brohltal in der Osteifel müssen seit Juli 2016 freilaufende Katzen unfruchtbar gemacht, gekennzeichnet und registriert werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Für sein Eintreten gegen die unkontrollierte Vermehrung der Katzen hat Tierarzt Markus Gilles im vergangenen Jahr den rheinland-pfälzischen Tierschutzpreis erhalten. Er sieht in der Kastration angewandten Tierschutz: «Es gibt ein Riesenpotenzial an Katzenelend in Deutschland.»

Eigentlich hatte sich Gilles einen «Schneeballeffekt» erhofft. Aber bislang haben nur Maifeld und Worms eine Kastrationspflicht eingeführt. Hier gilt sie seit Januar dieses Jahres. Die rechtliche Grundlage dafür wurde schon 2015 geschaffen. Damals hatte das Land auf Grundlage des deutschen Tierschutzgesetzes eine Verordnung geschaffen, nach der die Kommunen eine Pflicht einführen dürfen, wenn in ihrem Gebiet die Notwendigkeit dazu besteht.

Die Tierheime könnte eine Eindämmung der unkontrollierten Vermehrung entlasten. Gerade in den wärmeren Monaten werden nach Angaben der Tierheime in Bad Kreuznach, Mainz und Koblenz immer wieder trächtige Katzen oder mutterlose Fundtiere abgegeben. Landesweit würden etwa 10 000 Katzen pro Jahr in den Tierheimen versorgt, schätzt der Tierschutzbund Rheinland-Pfalz. Die Kosten dafür werden mit rund 800 000 Euro angegeben.

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