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Kirchen verlieren weiter Mitglieder: Ernüchterung

Ein Kruzifix hängt an einer Wand. Foto: Arne Immanuel/Archivbild

Ein Kruzifix hängt an einer Wand. Foto: Arne Immanuel/Archivbild

Bonn (dpa/lrs) - Die beiden großen christlichen Kirchen in  Deutschland verlieren weiter Mitglieder - das wird auch im katholisch geprägten Saarland spürbar. Nach den neuen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz vom Freitag lebten Ende 2018 knapp 563 000 Katholiken im kleinsten deutschen Flächenland. Ein Jahr davor waren es noch etwa 573 000 Katholiken gewesen. Ein ähnliches Bild bietet sich bei dem evangelischen Kirchen. Insgesamt lebt knapp eine Million Menschen im Saarland.

Rund 4900 Saarländer kehrten der katholischen Kirche im Jahr 2018 den Rücken, registriert wurden laut Statistik auf der anderen Seite nur 24 Eintritte und 136 Wiederaufnahmen. Die Zahl der Katholiken in Deutschland sank im vergangenen Jahr um gut 300 000 auf 23 Millionen.

Als Grund für die bundesweit gestiegene Zahl der Austritte nannte die Deutsche Bischofskonferenz unter anderem die Diskussion über eine im September 2018 veröffentlichte Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche. «Viele glauben uns nicht mehr, dass wir konsequent und entschlossen gegen Täter vorgehen», sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer.

Die Zahl der Gläubigen sinkt seit Jahren in beiden Kirchen, unter anderem wegen der Bevölkerungsentwicklung, aber auch wegen Austritten. Hier die Entwicklung in den einzelnen Bistümern und Landeskirchen mit Gebieten im Saarland:

Das BISTUM TRIER, dessen Gebiet sich auch über weite Teile des Saarlands erstreckt, zählte Ende 2018 etwa 1,34 Millionen Katholiken. Das waren rund 22 100 weniger als ein Jahr zuvor. «Es schmerzt sehr, dass so viele die Erfahrung machen, dass Kirche sie in ihren konkreten Lebensumständen nicht mehr anspricht», kommentierte der Trierer Generalvikar Ulrich Graf die Zahlen. Haltungen, Arbeitsweisen, aber auch Strukturen müssten verändert werden. Auffällig hoch war auch im Bistum Trier die Zahl der Austritte mit rund 10 100, im Jahr 2017 waren es rund 8000 gewesen. 317 traten im Bistumsgebiet andererseits wieder in die katholische Kirche ein, zudem gab 84 weitere Eintritte.

Die Zahl der Katholiken im BISTUM SPEYER, das kleinere Gebiete im Saarland hat, sank im Vorjahresvergleich um rund 9000 und lag Ende 2018 bei rund 518 600 Gläubigen. Für Generalvikar Andreas Sturm zeigt sich in der Zahl von rund 5250 Austritten auch der Vertrauensverlust durch den Missbrauchsskandal. Die Quote der Gottesdienstbesucher ist ebenfalls weiter rückläufig. Vertrauen sei nur durch eine konsequente Aufarbeitung und einen Kurs der Reformen und der kirchlichen Erneuerung wieder zu gewinnen, sagte Sturm. Das gehe jedoch sicher nicht von heute auf morgen.

Die EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, die auch Gebiete im Saarland hat, musste 2018 rund 4900 Austritte hinnehmen – etwa 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Kalkuliert man unter anderem die 7609 Bestattungen im Bereich der Landeskirche ein, sank die Zahl der Mitglieder auf 505 793 (2017: 515 627). «Die Zahlen sind ernüchternd und fordern uns heraus», sagte Oberkirchenrat Dieter Lutz. Die nach wie vor hohe Austrittszahl mache deutlich, dass eine lebenslange Mitgliedschaft für viele Menschen nicht mehr selbstverständlich sei - und immer neu begründet werden müsse. Die EVANGELISCHE KIRCHE IM RHEINLAND kam Ende 2018 im Saarland noch auf 135 797 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es noch 138 300 gewesen.

Mitteilung Bistum Trier

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