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Krankmeldungen wegen psychischer Leiden auf Höchststand

Eine Frau legt ihren Kopf in die Hände. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Eine Frau legt ihren Kopf in die Hände. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) - Weniger Bewegung und mehr Ängste: Im Corona-Jahr 2020 waren die Versicherten der Krankenkasse Barmer im Saarland wegen psychischer Beschwerden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems so oft krankgeschrieben wie noch nie bisher. Das geht aus einer Auswertung der Krankenkasse vom Donnerstag hervor. «Corona hat viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet», teilte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland, mit. Die Zahl der Fehltage im Job wegen seelischer Leiden wachse bereits ohne Corona seit Jahren.

Wegen psychischer Leiden wie etwa Depressionen fehlte demnach jeder bei der Barmer versicherte Arbeitnehmer aus dem Saarland im vergangenen Jahr rund 4,7 Tage. Das sei der höchste Wert unter allen Bundesländern und rund 62 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Muskel-Skelett-Erkrankungen führten laut Auswertung ebenfalls zu rund 4,7 Fehltagen pro versichertem Erwerbstätigem. Die Zahl der Fehltage wegen solcher Erkrankungen sei in den letzten Jahre regelmäßig gestiegen. 2019 fehlten die Menschen wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen im Schnitt 4,6 Tage, vor zehn Jahren fehlten sie rund 3,7 Tage. Am häufigsten klagten die Menschen 2020 über Rückenschmerzen. «In der Corona-Pandemie war das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich», teilte Kleis mit. «Bewegungsmangel fördert Rückenschmerzen und könnte zum Höchststand bei den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben.»

Die Auswertung der Barmer umfasst nach Angaben der Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von rund 54 000 bei der Barmer versicherten Erwerbspersonen mit Wohnsitz im Saarland. Die Daten seien anonym ausgewertet worden.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-126091/2

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