8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Politiker der Großregion: Für EU-Uni und Digitales

Luxemburg (dpa/lrs) - Eine geplante europäische Universität in der Großregion bekommt breite Unterstützung aus der Politik. Bei einem Gipfeltreffen am Donnerstag in Luxemburg sprachen sich Regierungsvertreter aus vier Ländern dafür aus, das Projekt voranzutreiben. Demnach könnte sich die bereits seit 2008 bestehende grenzüberschreitende Uni der Großregion zu einer der ersten EU-Unis weiterentwickeln. «Es gibt ein einmütiges klares Bekenntnis zur europäischen Uni. Das ist ein großer Erfolg», sagte Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) nach dem Treffen.

EU-UNI: Es sei ein Beschluss gefasst worden, der bekräftige, dass die Uni der Großregion mit ihren sechs Universitäten und 19 Studiengängen als europäische Uni «prädestiniert» sei, sagte Hans. «Wir wollen unbedingt, dass die Uni der Großregion eine europäische Uni wird», sagte Luxemburgs Ministerin für die Großregion, Corinne Cahen, deren Land derzeit den Vorsitz des Gipfels innehat. Das Netzwerk verbindet die Universitäten Kaiserslautern, Lüttich, Lothringen, Luxemburg, des Saarlandes und Trier. «Man braucht das Rad nicht ganz neu zu erfinden», sagte sie.

Eine Bewerbung bei der Europäischen Kommission soll im Herbst möglich sein. Eine Entscheidung werde in 2019 erwartet. Die Idee, europäische Universitäten einzurichten, geht auf den Vorschlag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zurück. Er strebt bis 2024 ein Netzwerk von 20 EU-Unis an.

DIGITALISIERUNG: Die nationalen und regionalen Regierungsvertreter waren einig, dass es bei dem Thema grenzüberschreitend mehr Austausch braucht. «Die Digitalisierung wird eines der herausragenden Projekte der Zukunft», sagte Cahen. Das Saarland, das im Januar 2019 die Präsidentschaft des Gipfels für zwei Jahre übernimmt, strebt ebenfalls eine engere Zusammenarbeit an. Ob bei der künstlichen Intelligenz, dem autonomen Fahren oder der IT-Sicherheit: «Wir haben ein hohes Interesse daran, dass wir den Technologietransfer in verwertbare Industrieprozesse auch darstellen können», sagte Hans.

GEWERBEZONEN: Luxemburg will die Ausweisung von grenzüberschreitenden Industriezonen pushen. «Wir haben nicht so viel Fläche und mehr Anfragen als wir umsetzen können», sagt der Minister für Infrastruktur, François Bausch. Gemeinsame Zonen über die Grenzen hinweg könnten eine Lösung sein. Derzeit arbeite man an Rahmenbedingungen für ein Pilotprojekt mit Frankreich - denkbar sei so etwas auch mit Deutschland. «Die Idee, die dahinter steckt, ist, die Attraktivität Luxemburgs zu nutzen, um die ganze Großregion nach vorne zu bringen.

NAME: Ein Name für die Großregion sei derzeit kein Thema mehr, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Luxemburg habe zwei Vorschläge gemacht, die aber nicht auf Einstimmigkeit stießen: einmal «Schengen» nach dem luxemburgischen Ort Schengen, der für ein Europa ohne Grenzen steht. Und zum zweiten «Schuman» nach dem in Luxemburg geborenen Politiker Robert Schuman, der mit Jean Monnet als Gründervater der EU gilt. Einig sei man sich, dass es eine «geografische Bezeichnung» für den Raum mit mehr als elf Millionen Einwohnern geben solle.

DIES UND DAS: Die Exekutiven sprachen sich zudem aus für eine Verbesserung der Mobilität über Grenzen hinweg - ein Dauerthema. Außerdem wollen sie mehr Freiwilligendienste von Jugendlichen innerhalb der Großregion ermöglichen und einen gemeinsame Charta für den Wald auf den Weg bringen. Luxemburg hatte Anfang 2017 turnusgemäß für zwei Jahre die Präsidentschaft über den Gipfel der Großregion übernommen. Der Abschlussgipfel soll im Januar 2019 sein.

© WhatsBroadcast
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein