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Saar-Bildungsministerin gegen bundesweites Zentralabitur

Christine Streichert-Clivot (SPD), Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Christine Streichert-Clivot (SPD), Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) - Anlässlich der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin hat die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) Forderungen nach einem bundesweiten Zentralabitur eine Absage erteilt. Dieses garantiere «weder eine faire Abiturprüfung noch eine vergleichbare Abiturnote», sagte sie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. «Unser Ziel muss sein, vergleichbare Voraussetzungen für die Schülerinnen und Schüler in der gymnasialen Oberstufe zu schaffen, dies durch vergleichbare Strukturen in den Bundesländern.»

Entsprechende Schritte gingen die Länder im Rahmen der Zusammenarbeit innerhalb der KMK. «Mit dem bereits für einzelne Fächer bestehenden Aufgabenpool der Länder sind wir einem vergleichbaren Abitur schon ein gutes Stück näher gekommen und tragen auch dazu bei, den hohen Stellenwert des Abiturs zu erhalten», sagte Streichert-Clivot.

Ein Zentralabitur in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen (Englisch) würde eine wesentliche Vereinheitlichung der Lehr- und Bildungspläne der Länder erforderlich machen. Länderspezifische Gegebenheiten, wie die besondere Anbindung des Saarlandes an Frankreich, könnten damit in der gymnasialen Oberstufe nach Ansicht der Ministerin nicht oder nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden.

Kürzlich hatte die Junge Union auf ihrem Jahrestreffen in Saarbrücken ein Zentralabitur in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch gefordert. Daneben setzte sich der CDU-Spitzenkandidat bei der bevorstehenden Landtagswahl in Thüringen, Mike Mohring, für ein «Deutschlandabitur» mit «nationalen Bildungsstandards und Prüfanforderungen für alle Fächer» ein.

Zu einem Vorstoß der Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die Sommerferien in den Bundesländern zeitlich weniger weit zu strecken als bisher, sagte die Saar-Ministerin: «Für uns im Saarland entscheidend ist die Beibehaltung der Kopplung der Sommerferienzeiten wie bisher an Rheinland-Pfalz und Hessen.» Das derzeitig gültige Verfahren, 1999 von der KMK beschlossen, führe in den meisten Schuljahren nur zu einer Verschiebung des Ferienbeginns von meist einer Woche.

Ob dieses System durch die Einrichtung fester Ferienzeiträume - wie in Bayern und Baden-Württemberg - abgelöst werden sollte, könne durchaus diskutiert werden, sagte sie. «Vermutlich wird dabei ein Einigungsprozess zwischen den Ländern nicht einfach werden.»

Die Bildungsminister kommen am (heutigen) Donnerstag unter dem Vorsitz des hessischen Kultusministers Alexander Lorz (CDU) zu ihrer zweitägigen Konferenz in Berlin zusammen.

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