17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saar-Medienanstalt untersagt Werbung für Online-Glücksspiele

Im Internet wird für ein Online-Glücksspiel geworben. Foto: Arno Burgi/zb/dpa/Archivbild

Im Internet wird für ein Online-Glücksspiel geworben. Foto: Arno Burgi/zb/dpa/Archivbild

Saarbrücken/Kiel (dpa) - Als nach eigenen Angaben erste Aufsichtsbehörde für Glücksspiele hat die saarländische Landesmedienanstalt zwei Online-Casino-Anbietern Werbung für bestimmte Angebote verboten. Sie erließ Untersagungsverfügungen gegen zwei «marktstarke Anbieter», die über eine Lizenz des Landes Schleswig-Holstein verfügen, wie die Behörde am Mittwoch in Saarbrücken mitteilte. Zudem kritisierte sie Schleswig-Holstein, das die Bekämpfung der Glücksspielsucht gefährde.

Schleswig-Holstein hat als einziges Bundesland Lizenzen für Online-Glücksspiele vergeben. Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass künftig Glücksspiele im Internet wie Online-Poker oder Online-Casinos in ganz Deutschland erlaubt werden. Die Ministerpräsidenten der Länder hatten den Vertrag Mitte März grundsätzlich beschlossen, vorgesehen sind aber Auflagen zum Spielerschutz sowie Einschränkungen bei der Werbung.

Die Landesmedienanstalt Saarland (LMS) teilte mit, Schleswig-Holstein habe eine Begrenzung der Werbung für solche Angebote zugesichert. «Von dieser Begrenzung ist in der Praxis aus Sicht der LMS nichts mehr zu spüren: TV-Werbung für Spielmöglichkeiten bei diesen Online-Casinos findet in einer viel zu großen Anzahl privater TV-Programme statt - und das auch zu Tageszeiten, in denen Kinder und Jugendliche besonders schutzbedürftig sind.» Die LMS habe daher Schritte ergriffen, damit durch schleswig-holsteinische Alleingänge nicht das Ziel der Bekämpfung von Glücksspielsucht massiv gefährdet werde, gerade in Corona-Zeiten, sagte LMS-Direktorin Ruth Meyer.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein