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Saarland: Prevent will Verkauf von Neue Halberg Guss abblasen

Am Gebäude des Betriebsrats der Neuen Halberg Guss hängt ein Schild mit dem Namen des Unternehmens. Foto: Oliver Dietze/Archiv

Am Gebäude des Betriebsrats der Neuen Halberg Guss hängt ein Schild mit dem Namen des Unternehmens. Foto: Oliver Dietze/Archiv

Ein Sprecher erklärte im Auftrag der Prevent-Gruppe am Freitag, man werde vom "vertraglichen Rücktrittsrecht Gebrauch machen": "Die vor einigen Wochen angekündigten Sanierungsmaßnahmen mit einem Abbau von mehr als 200 Stellen in Saarbrücken und der Schließung des Werks in Leipzig zum 31. März 2019 müssen damit kurzfristig beginnen."

Als Grund wurde genannt, dass der Großkunde Volkswagen durch einen Pfändungsbeschluss Anspruch auf Rechte am NHG-Vermögen erhebe. Wichtige Grundlagen des beschlossenen Verkaufs an ein Konsortium seien so nicht mehr gegeben.

VW wies diese Interpretation zurück. "Die Sicherungsmaßnahmen haben keinen Einfluss auf den erfolgten Verkauf der NHG", erklärte eine Sprecherin. Die strittige Summe beziehe sich auf den Kaufpreis, den Prevent gefordert habe, nicht auf den Gesamtwert des Firmenvermögens. "Die Werke könnten damit sofort unter neuer Führung produzieren, während Volkswagen und Prevent die Ansprüche gerichtlich klären lassen." Die Rückabwicklung des Verkaufs sei "völlig unverständlich".

Nach Darstellung von Prevent, das von der bosnisch-deutschen Familie Hastor kontrolliert wird, hat der Wolfsburger Autobauer beim Landgericht Braunschweig einen Antrag auf das Pfändungsverfahren gestellt. Das Gericht war am Freitagabend zunächst nicht für eine mögliche Bestätigung zu erreichen. "Durch diesen Schritt ist eine wesentliche Bedingung für den Verkauf des operativen Geschäfts der Neue Halberg Guss nicht mehr erfüllt", ließ Prevent erklären. VW hingegen betonte, man habe das Verfahren wegen der viel zu hohen Produktpreise angestrengt, die NHG im Jahresverlauf verlangt hatte.

Ende November war eigentlich schon die Übernahme der NHG durch eine andere Gruppe besiegelt worden, die vom Münchner Sanierungsberater "One Square Advisors" beraten wird. Mitarbeiter von NHG hätten nun die Möglichkeit, zu neuen Gesellschaften zu wechseln. Der Verkauf gebe die Chance zu einem Neuanfang, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. Aus den Landesregierungen Sachsens und des Saarlands kamen ebenfalls positive Reaktionen.

Die Familie Hastor hatte sich mit VW erbittert um Lieferkonditionen gestritten. Die Prevent-Gruppe kündigte daraufhin an, bis Ende 2019 das Werk in Leipzig mit 700 Beschäftigten schließen zu wollen. Zudem sollten in Saarbrücken mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut werden.

 

© WhatsBroadcast
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