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Saarland will Zerstörung von Streuobstwiesen stoppen

Äpfel sind auf einer Wiese mit Streuobstbäumen zu sehen. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Äpfel sind auf einer Wiese mit Streuobstbäumen zu sehen. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Saarbrücken (dpa/lrs) - Die Streuobstflächen im Saarland sind in den vergangenen 50 Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Die Landesregierung will die noch bestehenden Bestände mit gezielter Förderung erhalten. Aktuell gibt es nach Angaben des Umweltministeriums in Saarbrücken noch etwa 460 000 Bäume auf einer Fläche von 7000 Hektar. 2003 waren noch 656 000 Bäume, 1965 noch 1,2 Millionen gezählt worden.

Entstanden ist die Kulturform der Streuobstwiesen erst um etwa 1800, als mit der Realerbteilung - also der gleichmäßigen Aufteilung von Ackerflächen unter allen Erben eines Verstorbenen - die Ackerflächen immer kleiner parzelliert wurden. Damals bot sich die doppelte Nutzung mit hochstämmigen Obstbäumen und dazwischen angelegten Wiesen, Weiden oder Äckern als ideale Lösung an. Der Niedergang setzte in den 1950er Jahren mit der Anlage von Obstbaumplantagen mit Niederstammkulturen und dem zunehmenden Flächenverbrauch durch die Erweiterung von Siedlungen ein.

Das Umweltministerium fördert rund 30 000 Bäume auf einer Fläche von 450 Hektar und will dieses Programm bis 2022 auf 33 000 Bäume ausweiten, um die Bestände zu erhalten und den Obstertrag wieder zu nutzen. «Die Streuobstwiesen tragen wesentlich zum Erhalt der Biodiversität bei und sind insbesondere auch für die Bienen und Insekten ein wichtiger Lebensraum», erklärte Umweltminister Reinhold Jost (SPD). «Darüber hinaus sind sie ein nicht wegzudenkender Teil der Kulturlandschaft im Saarland, der auch ein Stück weit die Identifikation mit unserer Heimat ausmacht.»

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