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Sohn erschossen: Vater muss viereinhalb Jahre in Haft

Die Richterbank eines Saals im Landgericht. Foto: Oliver Dietze/Archivbild

Die Richterbank eines Saals im Landgericht. Foto: Oliver Dietze/Archivbild

Saarbrücken (dpa/lrs) - Ein Vater muss nach den tödlichen Schüssen auf seinen Sohn viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Der 66-Jährige habe sich des Totschlags und des illegalen Besitzes einer Schusswaffe schuldig gemacht, urteilte das Landgericht Saarbrücken am Dienstag. Der Saarländer hatte seinen Sohn am Neujahrstag 2018 in Beckingen (Kreis Merzig-Wadern) mit drei Schüssen getötet.

Das Gericht ging von einem minderschweren Fall aus: Der Vater habe sich damals in einer «notwehrähnlichen Lage» befunden. Der Sohn habe die Familie drangsaliert, sei durch den Konsum von Drogen zunehmend aggressiv gegenüber seinen Eltern geworden. Im Geständnis hatte der Vater berichtet, der Sohn habe randaliert, sie bestohlen, beschimpft, bespuckt und bedroht. Unter anderem damit, er werde das Haus der Eltern anzünden.

Am Tattag sei die Situation dann eskaliert. Der Sohn war über den Balkon in das Haus der Eltern in Beckingen eingedrungen. Als er sich weigerte, zu gehen, schoss der Vater. Die Waffe hatte er bereits im Sommer im Zimmer des Sohnes gefunden und behalten. Der Sohn galt als psychisch auffällig und war in der Vergangenheit schon häufiger Grund für Polizei-Einsätze gewesen.

Nach Ansicht des Gerichts befand sich der 66-Jährige damals in einer «psychischen Ausnahmesituation». Am Tag vor der Tat habe der 29-Jährige seine Mutter von der Couch geschubst und seinen Vater ins Gesicht geschlagen, hatte der Vater berichtet.

Zugunsten des 66-Jährigen wurden nach Angaben einer Sprecherin sein höheres Alter und die Tatsache, dass er gesundheitlich angeschlagen ist, berücksichtigt. Strafverschärfend floss in das Urteil ein, dass er «tatsächlich die Absicht hatte, zu töten». Eine Notwehr-Handlung, bei der die Verteidigung kein Unrecht darstellt, lag nach Ansicht der Richter nicht vor.

Der Vater, der sich zuvor auch als Gemeinde- und Ortsratsmitglied für das Gemeinwohl engagiert habe, leidet nach Angaben seines Verteidigers seit der Tat unter Depressionen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls von einem minderschweren Fall gesprochen und fünf Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine «mildere Strafe», da ihrer Ansicht nach eine Notwehrsituation bestand.

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