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Startschuss für Testgebiet zum autonomen Fahren

Anke Rehlinger (SPD). Foto: Oliver Dietze/Archivbild

Anke Rehlinger (SPD). Foto: Oliver Dietze/Archivbild

Schengen (dpa) - Eine der ersten Testfahrten führt gleich durch drei Länder. Automatisiert und vernetzt geht es vom luxemburgischen Schengen über die Mosel nach Deutschland, dann kurzer Abstecher nach Frankreich und zurück nach Schengen. Im Auto sitzen Minister der drei Länder, darunter Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). «Die Mobilität der Zukunft, die beginnt jetzt - und wir sind mittendrin», sagte er am Mittwoch zum Startschuss des grenzüberschreitenden Testfelds für autonomes Fahren in dem Dreiländereck. Hier werde erprobt, was künftig Standard sein werde.

Das Auto im Test erkennt Ampeln, ein Hindernis, eine Baustelle und Fußgänger. Andere Fahrten testen, wie Fahrzeuge mit unterschiedlichen Verkehrsampeln, Schildern und Mobilfunksystemen zurechtkommen. «Was wir hier erleben, ist Europa pur», sagte Scheuer. Die klare Botschaft von Schengen sei: «Dass wir als Europa automatisierte Formate können und die Bürger brauchen keine Angst vor Innovationen haben.»

Das internationale Testgebiet ist das erste seiner Art in Europa. Es erstreckt sich über den Süden Luxemburgs, die Region Metz in Frankreich und Teile des Saarlandes. Mit dieser Zone wollen die drei Länder der Industrie, der Forschung und der Wissenschaft einen Raum zugänglich machen, um Einsatz-Szenarien und neue Technologien über Grenzen großflächig auf allen Straßenarten zu erproben.

Saarlands Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) sagte: «Mobilität macht nur Sinn, wenn sie grenzüberschreitend funktioniert. Auf dem Testfeld «testen wir wegweisende Schritte auf dem Weg zu smarten Mobilitätskonzepten». Die Erkenntnisse könnten helfen, neue Möglichkeiten im öffentlichen Personennahverkehr zu eröffnen und durch neuen Angebot einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. «Wir wollen das Bundesland sein, dass das Auto der Zukunft baut», sagte sie übers Saarland.

Auf dem Testfeld sind bereits eine Reihe von Projekten angelaufen. Eines der ersten war «Terminal», das elektrische Minibusse im grenzüberschreitenden Pendlerverkehr testet. «Wir haben in der gesamten Region 50 Millionen Pendler jährlich, die meistens mit dem Auto unterwegs sind», sagte Forscher Jonas Vogt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken. «Das heißt, unsere Straßen sind verstopft. Wir brauchen andere Möglichkeiten des Transports.» Ein halbjähriger Feldversuch sei nun im Regelbetrieb von Deutschland nach Frankreich geplant.

Ein anderes französisches Projekt, «Triica», sammele Daten zur Infrastruktur in den Ländern: über Schilder, Markierungen und Signale. Diese würde digitalisiert und dann den Fahrzeugen zur Verfügung gestellt, damit diese auf ihre Umwelt reagieren können. So seien nicht nur Ampeln und Schilder unterschiedlich, sondern auch Auffahrten zu Autobahnen.

Und dann gibt es noch ein Projekt zur 5G-Mobilfunk-Abdeckung. Denn das Vernetztsein ist Voraussetzung für das automatisierte Fahren: Deshalb habe Luxemburg bereits stark in die nationalen und internationalen Hochgeschwindigkeitsverbindungen investiert ebenso wie in zukunftsweisende digitale Infrastrukturen, für die das zukünftige 5G-Netz ein ausschlaggebendes Element sein werde, sagte Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic, sagte zum Start des Testfelds: «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben nur ein Schritt. Wir gehen damit nicht weit genug.» Andere Länder liefen Deutschland beim autonomen Fahren den Rang ab. «Wir brauchen jetzt die Rahmenbedingungen, um den Automobilunternehmen und Betreibern in einem viel größeren Umfang zu ermöglichen, autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.»

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zu digitalen Testfeldern

Forschungsgruppe Telematik an HTW Saar

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