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Studie: Nur jede dritte Corona-Infektion erkannt

Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich machen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich machen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

Homburg (dpa/lrs) - In der ersten Welle der Pandemie ist im Saarland nur jede dritte Infektion mit dem Coronavirus entdeckt worden. Das hat eine repräsentative Antikörperstudie herausgefunden, wie die Direktorin des Virologischen Instituts am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS), Sigrun Smola, am Donnerstag in Homburg mitteilte. Bei der Studie war das Blut von knapp 3000 Teilnehmern auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersucht worden.

Die Infektionsrate habe bis Oktober 2020 im Saarland demnach bei rund einem Prozent gelegen. Das heiße, dass zu jenem Zeitpunkt statistisch einer von 100 erwachsenen Saarländern eine Sars-CoV-2-Infektion überwunden hatte oder eine fortgeschrittene Infektion aufwies, bei der der Organismus bereits Antikörper gebildet hatte, sagte Smola.

Die Rate der offiziell nachgewiesen Corona-Infektionen im Saarland habe im Oktober 2020 aber bei 0,37 Prozent gelegen. «Das heißt, dass im Schnitt auf jede positiv getestete Person fast zwei weitere Menschen kamen, bei denen die überwundene oder fortgeschrittene Sars-CoV-2-Infektion nicht entdeckt wurde», sagte sie. Und im Umkehrschluss: «Nur rund jede dritte Infektion mit Sars-CoV-2 wurde durch eine PCR-Untersuchung entdeckt.»

Die Studie ging auf eine Initiative des Saar-Gesundheitsministeriums und des Instituts für Virologie am UKS in Homburg zurück. Das Saarland sei das erste und bis heute das einzige Bundesland gewesen, in dem eine flächendeckende Coronavirus-Antikörper-Prävalenz-Studie gestartet wurde. Sie habe das Ziel verfolgt, repräsentative Ergebnisse auf Landesebene, aber auch eine Einschätzung für die bundesweite Situation zu liefern.

© dpa-infocom, dpa:210121-99-121143/2

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