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Armeniens Ex-Präsident Sargsjan: Machtmensch und Kämpfer

In Armenien arbeitete sich Sargsjan langsam hoch. Innen- und Verteidigungsminister war er, bevor er Präsident wurde. Foto: Ralf Hirschberger

In Armenien arbeitete sich Sargsjan langsam hoch. Innen- und Verteidigungsminister war er, bevor er Präsident wurde. Foto: Ralf Hirschberger

Eriwan (dpa) - Starker Verteidiger Armeniens und Russlandfreund - dieses Bild hat Sersch Sargsjan in seinen vergangenen zehn Jahren an der Macht in der Südkaukasusrepublik von sich gezeichnet. Von 2008 bis März 2018 regierte er als Präsident.

In dieser Zeit fuhr er einen eisernen Kurs im Konflikt mit dem Nachbarn Aserbaidschan um das von Baku abtrünnige Gebiet Berg-Karabach - Sargsjans Heimat. Im Streit mit der Türkei um die Verurteilung der Verfolgung Hunderttausender Armenier 1915 als «Völkermord» zeigte er sich unnachgiebig.

Bei allem Zwist mit den Nachbarn hielt Sargsjan umso stärker fest an der engen militärischen und wirtschaftlichen Partnerschaft mit Russland. Kritik an Moskau hörte man von ihm nur äußerst selten.

Im Auftreten unscheinbar, im Gespräch leise und bedacht, verdeutlicht Sargsjans steile Karriere doch den Charakter eines ambitionierten Politikers, der seine Ziele mit aller Kraft verfolgt. Ende der 1980er Jahre stritt der Politiker aus Stepanakert, der Hauptstadt von Berg-Karabach, bereits für eine Loslösung seiner Heimat von Aserbaidschan und für einen Beitritt zum benachbarten Armenien.

«Ich war Vorsitzender des Selbstverteidigungskomitees von Berg-Karabach», sagte Sargsjan 2016 der Deutschen Presse-Agentur. So war es der Krieg gegen Baku zwischen 1992 und 1994, der seine Karriere befeuerte. Bald darauf wechselte er nach Eriwan.

In Armenien arbeitete sich Sargsjan langsam hoch. Innen- und Verteidigungsminister war er, bevor er Präsident wurde. Nun haben ihn Straßenproteste zu Fall gebracht, weil er sich an die Macht klammerte und nach der einflussreichen Position des Regierungschefs griff.

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