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Massenproteste im Sudan - das Land im Überblick

Wochenlang gingen Menschen auf die Straße und protestierten gegen die schlechte Wirtschaftslage im Sudan - aber zunehmend auch gegen Präsident Omar al-Baschir. Foto: AP

Wochenlang gingen Menschen auf die Straße und protestierten gegen die schlechte Wirtschaftslage im Sudan - aber zunehmend auch gegen Präsident Omar al-Baschir. Foto: AP

Khartum (dpa) - Der Sudan ist in Aufruhr. Nach 30 Jahren an der Macht ist für Präsident Omar al-Baschir womöglich die Zeit abgelaufen. Wie es mit dem Land weitergeht, ist noch unklar. Einige Fakten:

Wo liegt der Sudan? Das Land mit gut 40 Millionen Einwohnern liegt im Nordosten Afrikas. Im Norden grenzt es an Ägypten, im Osten an das Rote Meer, Eritrea und Äthiopien, im Süden an den Südsudan, im Westen an Libyen und Tschad. Der Sudan ist flächenmäßig rund fünfmal so groß wie Deutschland. Die Landessprache ist Arabisch.

Warum protestieren die Menschen? Ursprünglich wurden die Proteste durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Ende vergangenen Jahres kürzte dann die Regierung Benzin- und Brotsubventionen, Preise schossen in die Höhe. Tausende Menschen protestierten dagegen. Nach und nach richteten sich die Demonstrationen aber zunehmend gegen Präsident Omar al-Baschir selbst.

Wer ist Al-Baschir? Der 75-Jährige ist seit 30 Jahren im Sudan an der Macht. 1989 putschte er sich an die Macht, seit 1993 ist er Präsident. Er führt das Land mit harter Hand und hat immer wieder Proteste auch mit Gewalt niederschlagen lassen. In einigen Teilen des Landes genoss er aber lange große Zustimmung. Er wird per Haftbefehl vom Internationalen Strafgerichtshof wegen unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Darfur-Konflikt gesucht.

Was fordern die Demonstranten? Den Rücktritt von Al-Baschir. Nach Jahrzehnten unter dem autoritären Staatschef wollen die Menschen eine neue Führung. Und mehr als das - viele wollen, dass das alte System abgeschafft wird und eine wirkliche Demokratie entsteht, in der Meinungs- und Versammlungsfreiheit herrschen und es Raum für die Opposition gibt.

Wie ist die Wirtschaftslage? Schlecht. Dem Internationalen Währungsfonds zufolge soll in diesem Jahr die Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent sinken. Dafür sind vor allem etliche Konflikte und die Abspaltung des Südsudans 2011 verantwortlich, in deren Folge der Sudan viele Ölfelder verlor. Seitdem hat sich die Wirtschaft kaum diversifiziert. Die Aufhebung einiger US-Sanktionen 2017 hat nicht den erwarteten Aufschwung gebracht.

Wie geht es den Menschen dort? Ein großer Teil der Menschen lebt in Armut, die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt dem Internationalen Währungsfonds zufolge derzeit bei rund 1960 US-Dollar pro Kopf (Deutschland: 56.000 US-Dollar). Zudem ist Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter 25. Und laut Unicef stirbt im Sudan jedes 15. Kind noch vor dem fünften Geburtstag.

Wie viele Flüchtlinge gibt es dort? Der Sudan ist ein großes Transitland für Flüchtlinge und andere Migranten. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk leben fast eine Million Flüchtlinge im Sudan. Ein Großteil kommt aus dem Südsudan, viele auch aus Eritrea.

Was hat Deutschland dort für Interessen? Vor allem in Bezug auf Migration. Etliche Menschen aus Zentral- und Ostafrika reisen durch den Sudan nach Libyen und versuchen von dort aus, Europa zu erreichen. Die EU und somit Deutschland arbeiten mit dem Sudan zusammen, um diese Migration besser zu managen. Außerdem braucht Europa die Unterstützung des Sudans im Kampf gegen extremistische Gruppen, die in den Weiten der Sahelzone aktiv sind.

IMF zum Sudan

Weltbank zum Sudan

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