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Sommerurlaub 2020: Viele planen eine Nummer kleiner

Hinweisschilder, viele Regeln: Urlaubsorte wie das Ostseeheilbad Zingst haben sich auf die Saison vorbereitet. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Hinweisschilder, viele Regeln: Urlaubsorte wie das Ostseeheilbad Zingst haben sich auf die Saison vorbereitet. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa) - Zum Start der Reisesaison erwarten neun von zehn Bundesbürgern ein getrübtes Urlaubsvergnügen.

Insgesamt rechnet jeder Dritte mit «starken» (22 Prozent) oder «sehr starken Einschränkungen» (11 Prozent) seiner sonst oft schönsten Zeit des Jahres. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Dass ihr Urlaub wegen der Corona-Krise «etwas eingeschränkt» sein wird, erwartet eine Mehrheit von 54 Prozent derjenigen Befragten, die in Urlaub fahren wollen. Einen Urlaub wie in normalen Zeiten erhoffen sich immerhin 9 Prozent. Für einige dürften die bisherigen Pläne - kurz vor Ferienbeginn - nochmal umgeschmissen worden sein.

Maskenpflicht in Zügen und Flugzeugen, Einbahnstraßen-Regeln und Sitzplatz-Ampeln auf Fährschiffen, Abstandsregeln an Stränden und in Restaurants, ein eingedampftes Freizeitprogramm in Touristenorten - der Urlaub 2020 wird sich für viele anders anfühlen als gewohnt. Dennoch: «Bei mir überwiegt die Freude auf die Ferien- und Urlaubszeit», berichten 14 Prozent über ihre persönliche Stimmungslage. «Ich bin euphorisch und kann die Urlaubszeit gar nicht erwarten», sagen sogar 4 Prozent.

«Ich bin dieses Jahr überhaupt nicht in Urlaubsstimmung» antwortet dagegen mehr als jeder dritte Befragte (35 Prozent). Von «gemischten Gefühlen» sprechen 22 Prozent derjenigen, die Urlaub machen wollen.

Einen ähnlich üppigen Urlaub wie in den Vorjahren erwarten 18 Prozent. «Ich habe dieses Jahr größere Urlaubspläne als in den Vorjahren» sagen 5 Prozent. Kleinere Urlaubspläne als zuletzt hat jeder Fünfte (21 Prozent). 51 Prozent aller Befragten sagen, in diesem Jahr noch keine Urlaubspläne zu haben.

Von denjenigen, die einen Urlaub planen, wollen 36 Prozent innerhalb Deutschlands verreisen, 30 Prozent - trotz Corona - noch im Laufe des Jahres ins Ausland. Innerhalb der eigenen Region wollen 11 Prozent verreisen, Urlaub daheim planen 20 Prozent.

Die Osterreisezeit fiel wegen Corona in diesem Jahr komplett aus. Nutzen viele die Sommerreisezeit, um sich für den ausgefallenen Frühjahrsurlaub zu entschädigen? Ja, sagt rund jeder Fünfte, der einen Urlaub plant. 14 Prozent wollen nun «etwas größer» Urlaub machen, 5 Prozent sogar «deutlich größer». Dass sie die ausgefallene Osterreise nicht mit einem längeren oder teurerem Urlaub kompensieren wollen, sagen 79 Prozent von sich.

Dass es in vielen Urlaubsorten wegen Corona weniger touristische und gastronomische Angebote als gewohnt geben dürfte, trübt die Stimmung bei einigen. «Eher negativ» finden das 26 Prozent, «sehr negativ» sagen weitere 10 Prozent. Ein knappes Drittel (29 Prozent) der Befragten sieht weniger touristische Angebote als sonst «eher positiv» oder sogar «sehr positiv» - schließlich dürfte das wohl auch weniger Trubel in den Urlaubsorten mit sich bringen.

Besonders für Menschen aus dem Kreis Gütersloh dürfte die Urlaubsplanung zusätzlich zu den bisherigen Einschränkungen ins Wanken geraten sein: Unmittelbar vor Ferienbeginn in NRW sind Reisende aus dem Kreis nicht mehr überall willkommen - wegen des massiven Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies. Niedersachsen kündigte am Mittwoch ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region an, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können. Bayern und Schleswig-Holstein brachten bereits angekündigte Einschränkungen auf den Weg.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-556314/2

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