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A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken zwischen Saarbrücken-Gersweiler und Saarbrücken-Messegelände Gefahr durch defektes Fahrzeug auf dem rechten Fahrstreifen (05:50)

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Rocco-Macher Thilo Ziegler klärt auf: Darum werden Konzert-Tickets immer teurer

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Thilo Ziegler (l.) bei den Vorbereitungen für's Electro Magnetic (2013). Archivfoto: Becker & Bredel

Sie machen schon drei Festivals. „Rocco del Schlacko“, dessen 19. Ausgabe im August läuft, ist Ihr Baby, das Sie schon zu Ihren Schülerzeiten aus der Taufe hoben. Dazu kommen nächste Woche Ihr drittes „Urban Art!-HipHop-Festival“ und die sechste Ausgabe Ihres „Electro Magnetic“-Festival. Sie steigen am Freitag und Samstag im Völklinger Weltkulturerbe. Reicht das nicht? Warum machen Sie jetzt noch im Herbst im Auftrag der Landesregierung „Colors of Pop“?

ZIEGLER Die Aufgabe hat mich einfach gereizt. Neues zu kreieren.

Damals haben Sie gesagt: Ich werde über Land fahren und mit Kulturschaffenden reden und mir einen Überblick verschaffen und daraus ein Profil entwickeln. Ist „Colours of Pop“ tatsächlich so entstanden?

ZIEGLER Im Kulturministerium gab es die Überlegung, ein neues Festival zu initiieren. Parallel dazu hat sich der Poprat ähnliches überlegt. Das wurde irgendwann zusammengeworfen. Dann begann unter Beteiligung aller möglichen Kulturträger eine Art Bestandsaufnahme. Ich arbeite ja seit über 15 Jahren im Saarland im Bereich Popkultur und dachte, die meisten zu kennen. Das Gegenteil war der Fall. Man lernt auf einmal Leute aus Mode, Musical oder Fantastik kennen. Die erste Festivalausgabe ist jetzt bewusst nachwuchsorientiert angelegt. Wir wollen die verschiedenen Bereiche der Popkultur hier neu vernetzen. Das war ein komplizierter Weg.

Das Programm enthält viel Bekanntes: Die „Rotationen“, die „Krimitage“, die „Tage für elektro­akustische und visuelle Musik“, die Wirtschaftsmesse. „Colors of Pop“ wirkt ein bisschen wie ein Potpourri des Vorhandenen. Besteht das Konzept vor allem darin, einen Überblick zu geben?

ZIEGLER Ja, das ist der springende Punkt. Es ging um Vernetzung. Nur dadurch ist der Aufbau eines Festivals möglich. Andererseits soll es Vorhandenes stärken. Nehmen wir etwa die Krimitage: Ob sie ohne „Colors of Pop“ weiter stattfinden können, weiß man nicht. Oder unser Poetry Slam im Staatstheater: Wir glauben, dass die Szene dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommt. Völlig neue Festivalorte können wir mit unserem Budget nicht kreieren. Wenn ich am Landwehrplatz einen aufmachen wollte, wäre das gesamte Budget weg. Um es mal in eine Relation zu setzen: Unser Gesamtbudget ist mit 350 000 Euro in etwa so hoch wie der eines ausverkauften Konzerts in der Saarlandhalle.

Was ist in der neuen Rolle anders? Ist der Druck geringer als bei einem Festival, für das man persönlich finanziell geradesteht?

ZIEGLER Druck spüre ich immer den gleichen und mache ich mir selbst. Man hat da ja auch einen eigenen Anspruch, etwas zu leisten.

Ist das Colors-Festival auch eine Generalprobe für das, was der Poprat hier etablieren will?

ZIEGLER Nein. Als Poprat-Vereinsmitglied gesprochen, würde ich sagen, dass dieser ein sehr breites Konzept aufgelegt hat, inwieweit sich der Bereich Popkultur im Saarland entwickeln könnte. Der Pop­rat unterstützt das Festival zwar, aber es ist keine Dependance.

Wie ist das kulturelle Angebot der Region? Nicht im Vergleich zu Monopolregionen, sondern zu vergleichbaren Randgebieten?

ZIEGLER Eine große Kulturszene ist für eine Region generell wichtiger, als man das auf den ersten Blick glauben mag. Hätten wir hier keine Landeshauptstadt, keine eigene ARD-Anstalt, keine größeren Universitäten, wäre die Region deutlich geschwächt. Bezogen auf die Größe der Region passiert hier sehr viel. Strukturell betrachtet hingegen ist das hier eher dünn. Stichwort Live-Clubs, Stichwort zeitgemäße Veranstaltungshalle. Da wird man aufpassen müssen, dass man nicht von immer mehr Tourneeplänen verschwindet. Da muss etwas passieren. Dringend nötig wäre eine Halle, die für Sport und U-Musik als Arena genutzt werden könnte. Heute übliche Bühnenshows passen in die Saarlandhalle nicht hinein.

Was müsste getan werden, um das hier vorhandene kreative Potenzial besser zu heben und zu etablieren? Was wäre für Sie am Wichtigsten?

ZIEGLER Das ist wie die Huhn-oder-Ei-Frage. Wir haben hier gute Ansätze in vielen Branchen und könnten da ganz selbstbewusst sein. Man müsste das mehr nach außen tragen. Und darf die Kreativen nicht abwandern lassen.

Wie wird sich der Freizeitmarkt entwickeln? Ändern sich Rezeptionsgewohnheiten? Wird die Evento­­manie mit ausgefeilten Bespaßungskonzepten immer wichtiger? Oder gibt es Gegenbewegungen hin zum Reduzierten, Authentischen?

ZIEGLER Die Entwicklung der letzten 15 Jahre war total verrückt. Zu D-Mark-Zeiten kosteten Tonträger im Schnitt über 30 Mark. Heute kosten sie zehn Euro. Eine Eintrittskarte für ein Konzert in der Saarlandhalle hat früher 40 Mark gekostet, heute 50 Euro. „Rock am Ring“ hat 135 Mark gekostet, heute 210 Euro bei gleichwertigem Programm. Mit anderen Worten: Der gesamte Musikmarkt hat sich verschoben. Künstler müssen sich live profilieren anstatt über MTV oder eine Platten-Promo. Kosten rund um die Band wie Reisekosten, Bühnenbilder und Videos sind vor 15 Jahren noch von Plattenfirmen bezahlt worden, heute ist das auf die Live-Industrie abgewälzt worden. Deshalb haben aufwändige Bühnenshows enorm an Wichtigkeit gewonnen. So ist der ganze Eventcharakter entstanden. Dieser Trend ist jetzt wieder am abebben, weil da künstlerisch die Qualität nicht immer mithalten konnte. Da gibt es jetzt ein Umdenken, von zuvor gehypten, nicht guten Künstlern wieder Abstand zu nehmen.

Der Markt war also überdreht?

ZIEGLER Irgendwann war der am hippsten, der ein Feuerwerk von nicht nur 80 Metern abgefeuert hat, sondern eben 120 Meter hoch – in der Art lief das. Jetzt wird langsam wieder die Qualität der Musik wichtiger als die Höhe eines Feuerwerks.

Der Teufelskreislauf bleibt: Wer Geld machen will, muss touren. Weil aber alle am Kuchen mitverdienen wollen – Labels, Gema, Konzertveranstalter – verteuert sich der Konzertmarkt. Ist da nicht langsam die Schmerzgrenze erreicht?

ZIEGLER Alleine die Gema-Gebühren haben sich seit 2012 im Konzertgeschäft vervierfacht. Ja, die Schmerzgrenze bei Eintrittspreisen ist erreicht. Aber ich sehe noch nicht, dass die Branche die Reißleine zieht und das Ganze deckelt.

Was ist die größte Aufgabe beim Konzipieren eines Festivals wie „Rocco del Schlacko“, das bei einem Etat von gut 2,5 Millionen Euro seit März quasi ausverkauft ist?

ZIEGLER Das richtige Setting zu finden. Man muss sich etwa fragen, ob man für Künstler 100 000 Euro mehr ausgeben soll oder nicht. Und man den Leuten deshalb höhere Eintrittspreise zumuten soll oder nicht.

Entscheidet der Ziegler das alleine oder berät er sich mit vielen?

ZIEGLER Grundsätzlich muss man das alleine entscheiden. Aber ich bin ein sehr kommunikativer Mensch; ich rede da vorher mit ganz, ganz vielen Leuten drüber. Auch darüber, was es heißt, zeitgenössisch zu sein. Eigentlich muss man heute „vor-zeitgenössisch“ sein. Also heute schon den Trend der nächsten Jahre treffen. Heute schon erschnuppern, ob Bands ihre Fan-Botschaft verlassen. Ob sie zu sehr in den Mainstream gehen oder ob sie „credibel“, also glaubhaft, bleiben. Ein Programm muss breit sein, darf aber nicht zu breit, zu kommerziell sein. Das heißt dann: „Silbermond“ nein, aber „Wir sind Helden“ ja. Die waren Erfinder eines Genres mit zeitgenössischer studentischer Philosophie, was man von „Silbermond“ nicht sagen kann.

Wie schnell kann ein Festival seine Seele verlieren?

ZIEGLER Was man 20 Jahre aufgebaut hat, ist oft mit einem Fehler kaputt. Wenn ich für 2018 die Hälfte des Programms falsch platziere, ist die Sache gelaufen. Ansonsten bin ich kein Freund von Hypes und Trends. Langsamer zu arbeiten, bringt mehr Beständigkeit. Ich baue bei „Rocco“ also keinen Street-Food-Markt auf und setze nicht auf hochgehypte, kurzzeitige Pseudo-Musiktrends.

Wenn man überschlägt, dass der „Rocco“-Etat bei 2,5 Millionen Euro liegt und 24 000 Karten zum Preis von knapp 100 Euro verkauft werden, ist das ein Minusgeschäft. Also sind andere Einnahmequellen wie Catering, Merchandising, Sponsoring überlebensnotwendig, oder?

ZIEGLER Durch Eintrittsgelder können die Kosten nicht gedeckt werden, das ist klar. Ein paar Hebel hat man dadurch, dass es auch varia­ble Kosten gibt. Eine Bandgage hängt von der Besucherzahl ab und so fort.

Wieviel hat man als Veranstalter mit den Künstlern selbst zu tun?

ZIEGLER Eher wenig. Die haben Einzelbetreuung bei uns, klar. Ansonsten aber verkennt man gerne, dass solche Auftritte Arbeit sind. Morgens besoffen aus dem Tourbus herausfallen und den ganzen Tag feiern, das gibt es sehr selten.

Wie verwöhnt sind die Bands? Wieviel Allüren gibt es da?

ZIEGLER In 90 Prozent der Fälle ist das alles sehr entspannt. Aber natürlich wollen die alle eigene Duschen und Umkleidekabinen und Import-Getränke und so weiter. Ansonsten fahren die nach dem Gig im Tourbus meistens gleich weiter. In der Regel nach Frankfurt. Wir haben aber auch schon nachts Flieger gechartert, damit Bands bei uns in Köllerbach spielen.

Entscheiden die Leute in der heutigen, angebotsübersättigten Freizeitindustrie genauer und kurzfristiger als früher, welche Kulturangebote sie nutzen? Wird deshalb das Inszenieren von Erlebniswelten immer wichtiger? Und die Leute immer wählerischer?

ZIEGLER Total. Qualität ist so wichtig wie noch nie. Die Leute haben nur ein limitiertes Zeitkontingent. Also suchen sie sich lieber weniger aus, dafür Besseres. Das lässt sich auch mit Zahlen untermauern. Viele jährlich stattfindende kostenlose Veranstaltungen haben sinkende Besucherzahlen. Umgekehrt werden bei 50 Prozent Besuchquote trotzdem 100 Prozent der Umsätze erzielt. Eine Konzertreise nach Düsseldorf oder Hamburg ist eben sieben Mal so teuer wie der Konzertbesuch in Saarbrücken.

Wohin wird sich die Freizeitindustrie in den nächsten 20 Jahren entwickeln? Wird es noch mehr virtuelle Welten geben? Oder die Rückkehr zum Handgemachten?

ZIEGLER Vielleicht wird in fünf Jahren Madonna in Saarbrücken auftreten. Aber dann als Hologramm auf der Bühne stehen und ihre ganze Welttournee an einem Tag spielen. Wenn man zurückschaut, dann hat die Entwicklung des mp3-Formats die gesamte Musikindustrie auf den Kopf gestellt. Jetzt haben wir iTunes statt CDs. Ein Festival wie „Rocco“ hätte es ohne digitale Revolution nie gegeben. Weil wir in der Medialisierung von einem Fernsehsender abhängig gewesen wären. Erst durch das Netz konnten wir die „Rocco“-Idee national nach außen tragen.

Das Netz hat den Markt erst demokratisiert?

ZIEGLER Heute kann jeder sich selbst aufbauen. Ohne Plattenfirma. Mit kleinsten Budgets. Video drehen, auf Youtube hochschießen. Gut sein. Viral werden. Am Start sein. Also muss man nicht mehr bei Universal in Berlin auf dem Schoß sitzen. Man kann Genetikk und Powerwolf auch in Saarbrücken hochziehen. Das ist ein Geschenk. Kein Talent-Buyer einer Plattenfirma entscheidet mehr, wer ins Rennen geschickt wird. Das ist unfassbar gut.

Und das Geheimnis ist es dann, herauszufinden, was warum wie populär wird. Nur: Wie kann man im Meer des Vorhandenen den Überblick behalten?

ZIEGLER Ja, klar. Wie komme ich mit der Ohnmacht der Möglichkeiten klar? Man redet mit Leuten. Man erschnüffelt Tendenzen. Ansonsten aber ist alles zu einhundert Prozent subjektiv. Aber irgendwann wird es dann doch objektiv: Wenn man entscheiden muss, ob wer auf der Haupt- oder Nebenbühne spielt. Ob mittags oder abends.

Wie groß ist der Reiz, Entdecker zu sein? Bands herauszufischen?

ZIEGLER Das ist nicht mein Job. Das würde mir nichts bringen. Ich bin ja kein Band-Manager.

Gibt es Festival-Checklisten? Was wann von wem zu machen ist?

ZIEGLER Das ist tägliche Arbeit. Man weiß, woran man denken muss. Bäcker gucken sich ja morgens auch nicht die Brötchen-Rezeptur an.

Wieviel Musik hören Sie selbst?

ZIEGLER Ich habe zuhause kein Musikabspielgerät. Das ist meine musikfreie Zone. Ich höre im Büro und im Auto Musik.

Das Gespräch führte Christoph Schreiner (SZ).

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So bleibt deine Biotonne auch im Sommer sauber

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Symbolfoto: Pixabay (CC0-Lizenz)

Wer seinen Bioabfall über die Grüne Tonne oder eigene Kompostierung entsorgt, entlastet die Restmülltonne und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Das betont der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE). Der ZKE gibt auch Tipps, wie die Grüne Tonne auch an heißen Sommertagen sauber und trocken bleibt:

- Fliegenmaden gedeihen am besten im feuchtwarmen Klima. Deshalb die Biotonne immer in den Schatten stellen.

- Um die Ei-Ablage durch Fliegen zu verhindern, sollte die Tonne stets geschlossen gehalten werden. Wer die Tonne für eine bessere Belüftung trotzdem offen halten möchte, sollte einen entsprechenden Fliegenschutz anbringen.

- Für mehr Trockenheit als unterste Schicht Zeitungspapier einlegen. Zwischen die Abfallschichten ebenfalls. Bioabfälle in Zeitungspapier oder in Papiertüten verpacken. Am besten schon in der Küche.

- Keine Flüssigkeit in die Biotonne füllen, rät der ZKE. Spezielles Biotonnenpulver, Gesteinsmehl oder gelöschten Kalk einzustreuen hilft ebenfalls, Feuchtigkeit in der Tonne zu binden.

- Keine Plastiktüten in die Biotonne geben, auch nicht Tüten aus kompostierbarem Kunststoff, da sie nicht von normalen Plastiktüten unterschieden werden können. Sie müssen dann einzeln von Hand aussortiert werden. Außerdem verrotten Tüten aus Biokunststoff zu langsam.

- Abfälle am besten nicht in die Biotonne pressen, empfiehlt der ZKE. Durch mangelnde Luftzirkulation kommt es schneller zu Fäulnisprozessen und Gerüchen. Stattdessen die Abfälle besser durch Reisig oder kleine Äste auflockern.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Mozarts „Le nozze di Figaro“ im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters

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Foto: Pixabay

Von zweideutigen Scharaden und anderem Lustgewinn

Die Historiker mögen verzeihen, aber das letzte Drittel des 18. Jahrhunderts war im Habsburger Reich vergleichsweise friedlich. Ein Bayerischer Erbfolgekrieg, der auch spöttisch »Kartoffelkrieg« genannt wurde, konnte ohne einen Schuss am grünen Tisch beendet werden. Und überhaupt tauschten die Potentaten lieber Staatsgebiet, als dafür Blutzoll zu entrichten. Bei Hofe kam daher mitunter Langeweile auf. Die bekämpfte man am besten mit zweideutigen Scharaden oder anderem Lustgewinn. Rokoko oho, möchte man witzeln. In Mozarts Oper »Le Nozze di Figaro« kann man die feudale Langeweile und die erotisch aufgeladenen Ablenkungen davon förmlich mit Händen greifen. Schließlich konnte damals ein falsch gehaltener Fächer oder ein Augenzwinkern fatale Wirkungen in der Geheimsprache der feudal Gelangweilten haben.

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Foto: Saarländisches Staatstheater

Kommt uns das bekannt vor? Aber sicher! In unseren Tagen, wo man sich »klassisch« im Internet kennenlernt, kann ein kleiner »Wisch« fatale Folgen haben, oder das ganz große Glück bringen. Diesen Nervenkitzel hat Mozart schon damals mitkomponiert, und es darf nicht wundern, dass die Komödie vom Hochadel kritisch beäugt wurde. Immerhin wird darin das Recht des Fürsten auf »die erste Nacht« mit einer Frau offen kritisiert und nicht nur hinterm Fächer bekichert. Skandal! Trotz aller Aufklärung: Diese Form der Übergriffigkeit und des Machtmissbrauchs ist auch 233 Jahre nach der Uraufführung ein Dauerthema.

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Mehrfach für ihre Regiearbeiten von den Fachzeitschriften nominiert – als »Beste Nachwuchskünstlerin«, für »Beste Regie«, die »Beste Produktion« und mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet – Eva-Maria Höckmayr, eine junge Regisseurin, bescherte letzte Saison mit einer umjubelten »Krönung der Poppea« an der Staatsoper Unter den Linden der Opernwelt einen »Abend für die Geschichtsbücher«, wie es in der Kritik hieß. Feinfühlige psychologische Präzision in packendem Theater, das ist ihr Markenzeichen.

Mehr zu Mozarts „Le nozze di Figaro“ im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters und weiteren Programmhighlights in den anderen Spielstätten gibt es in der aktuellen Ausgabe der Theaterzeitung.

Weitere Infos rund um das Saarländische Staatstheater:

Saarländisches Staatstheater im Internet
Saarländisches Staatstheater auf Facebook
Saarländisches Staatstheater auf YouTube
Saarländisches Staatstheater auf Instagram

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Wird Melanie Schmitt aus Saarlouis bald VIVA-Moderatorin?

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Symbolfoto: Pixabay (CC0-Lizenz)

Melanie Schmitt aus Saarlouis möchte eines der Gesichter des Fernsehsenders Viva werden. Zurzeit kann über ihre berufliche Zukunft bei dem Sender im Internet abgestimmt werden. „Gefühlt haben fast alle deutsche Moderatoren dort angefangen“, sagt die 28-Jährige. Sie sei quasi mit dem Sender aufgewachsen.

„Die Bühne war schon immer mein Ding“, sagt sie. Schon als Kind habe sie keine Scheu gehabt, vor Menschen aufzutreten. „Das Tanzen war immer meine Leidenschaft Nummer eins“, erklärt Schmitt. Sie war Mitglied der Jazz- und Modern-Dance-Formation „Autre Choses“, die 2011 sogar Weltmeister wurden.

An der Saar-Uni studierte Melanie Schmitt Kulturwissenschaft und arbeitete in dieser Zeit bei „Unser Ding“. Für ihre Masterarbeit an der Uni Düsseldorf musste sie das Saarland verlassen. Heute arbeitet Melanie Schmitt als freie Autorin und Kolumnistin, sie hat einen Internetblog. „Das macht mir zwar super viel Spaß. Aber eigentlich wollte ich ja immer vor die Kamera“, sagt sie.

Das Casting
Rein zufällig sei sie auf das Casting aufmerksam geworden. Sie habe gerade aus dem Haus gehen wollen, hatte aber vergessen, den Fernsehen auszuschalten, und bekam so den Aufruf mit. „Das ist so ein bisschen ein Kindheitstraum von mir gewesen“, sagt Schmitt mit Blick auf eine Moderatorentätigkeit. Zusammen mit einer Freundin drehte sie ein Bewerbungsvideo, in dem sie sich selbst ein wenig auf die Schippe nahm.

Die zehn Bewerber, die die meisten Stimmen der Nutzer erhalten, müssen ihr Talent dann vor einer professionellen Jury beweisen. Der Sieger darf dann Ende August die „Viva Top 100“ moderieren, hat die Chance, einen Vertrag mit dem Sender und damit fester Teil der „Viva Familie“ zu werden. Bis zum 14. Juli kann im Internet noch für die Saarlouiserin abgestimmt werden.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Kamera-Überwachung im Saar-Saunaclub

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Symbolfoto: Uwe Anspach/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Videoüberwachung im Saarland ist derzeit heiß diskutiert. In Saarbrücken sollen Johanniskirche und ab August der Vorplatz des Hauptbahnhofs durch die Kameras überwacht werden, so die Planungen zwischen Stadt und Innenministerium.

Allerdings ist es nicht nur der Staat, der die Bürger überwachen lässt. Die saarländischen Datenschützer veröffentlichten ihren fast 300 Seiten starken 26. Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 2015/2016. Und darin sind einige Beispiele zu finden, in denen Bürger sich auch gegenseitig bespitzeln.

Überwachung im Saunaclub
Kurios ist dabei ein Fall aus einen saarländischen Saunaclub. Ein Mitarbeiter des Betriebes wandte sich an die Datenschützer. Er beklagte die Videoüberwachung im Küchenbereich des Clubs. Doch es kam heraus, dass nicht nur der gesamte Küchenbereich unter ständiger Überwachung stand.

„Das gesamte Anwesen, angefangen von den Parkplätzen, die gesamte Außenanlage über den Eingangsbereich, Buffet- und Barbereich, Durchgangs- und Ruhebereiche, sogar die Umkleiden wurden mit insgesamt 28 Kameras videografiert“, steht im Tätigkeitsbericht..“

Im Anschluss wurde dem Betreiber Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme eingeräumt. Dieser gab dem Bericht zu Folge an, Vandalismus im Innenbereich entgegenwirken zu wollen und das Benehmen der Kunden dahingehend zu beeinflussen, dass diese sich rechtskonform verhalten. Außerdem wolle er Missstände bei den Mitarbeitern in der Küche aufdecken.

Für die Datenschützer waren diese Argumente jedoch kaum ausreichend. Mit Ausnahme der Rezeption sei die Überwachung in allen für Kunden zugänglichen Aufenthaltsbereichen des Clubs unzulässig. Auch wenn diese zuvor Eintritt bezahlt hätten, müssten die Bereiche als öffentlich betrachtet werden.

Androhung von Zwangsgeldern
Erst nach dem Androhung von Geldbußen habe der Unternehmer nachgegeben. Die Videoüberwachung im Innenbereich des Clubs sei daraufhin während der Öffnungszeiten eingestellt worden. Die Kameras an der Fassade dürften nun nur noch den Bereich von einem Meter zur Hauswand filmen und im Empfangsbereich musste die Linse so ausgerichtet werden, sodass keine Mitarbeiter permanent überwacht werden könnten.

Mit Verwendung von SZ-Material (Dennis Langenstein).

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Teures One Night Stand in Sulzbach: Bettbekanntschaft klaut 1500 Euro

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Symbolfoto: Pexels (CC0-Lizenz)

Am Samstag (8. Juli) nahmen Beamte der Polizeiinspektion Saarbrücken St. Johann eine Diebstahlanzeige in Sulzbach entgegen.

Das Opfer (männlich, Mitte 30) gab dabei folgende Story an: Am Abend hatte der Mann wohl eine junge Dame kennengelernt und sei mit ihr nach Hause gegangen. Als er morgens aufwachte, fehlte von ihr allerdings jede Spur. Und nicht nur das: Auch sein Geldbeutel war weg. 

Die junge Frau konnte später von der Polizei aufgefunden werden - das Geld allerdings nicht mehr. Dieses hatte sie bereits ausgegeben.

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Losheim am See: Motorradfahrer (52) stirbt nach Unfall

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Aufnahme von der Unfallstelle. Foto: Becker & Bredel

Das ist passiert
Ein 49-jähriger Autofahrer aus Losheim und ein 52-jähriger Motorradfahrer aus Trier befuhren am Sonntagnachmittag (9. Juli) die B 268 in Richtung Landesgrenze Rheinland-Pfalz.

Vor der Einmündung nach Britten (L374) reduzierte der Autofahrer schließlich seine Geschwindigkeit, um nach links abzubiegen. Aufgrund des Gegenverkehrs musste er jedoch anhalten.

Der Motorradfahrer, der sich zu diesem Zeitpunkt hinter dem PKW befand, bemerkte dies zu spät und musste stark abbremsen. Die Folge: Er kam seitlich zu Fall und rutschte samt dem Motorrad unter den vor ihm stehenden Pkw.

Der 52-jährige Motorradfahrer verstarb noch an der Unfallstelle.
Die drei Insassen des PKW wurden leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand Totalschaden; die B 268 musste zeitweise voll gesperrt werden.

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Unwetter im Saarland - über 200 Einsätze

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Bilder vom Unwetter. Fotos: Becker & Bredel

Viele unwetterbedingte Einsätze, wie umstürzende Bäume, überflutete Keller und Straßen sowie Kurzschlüsse aufgrund eintretenden Wassers wurden der Saarbrücker Feuerwehr im Minutentakt gemeldet.

In der Europa-Galerie und zwei weiteren großen Kaufhäusern hat sich das Wasser seinen Weg in den Keller gebahnt. Allein in der Europa-Galerie pumpte die Feuerwehr ab 22 Uhr etwa 100.000 Liter Wasser aus den Kellerräumen. Um 2.45 Uhr nachts waren noch immer etwa 25 Einsatzkräfte vor Ort. Ebenso viele Einsatzkräfte befanden sich in der Galeria Kaufhof, um die dortigen Kellerräume vom Wasser zu befreien.

Unwetter im Saarland

Darüber hinaus sind auch 24 Bäume umgestürzt; darunter auch ein Baum, der im Stadtteil St. Arnual auf eine Freiluft-Telefonleitung gefallen war. Dadurch hing die Telefonleitung so tief über der Fahrbahn, dass die Lkw nicht mehr vorbeifahren konnten.

Mit der gewohnt hohen Professionalität und Einsatzbereitschaft haben in der heutigen Nacht etwa 250 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken Sorge getragen, dass die Folgen des schweren Unwetters und gleichzeitig die übrigen anstehenden Einsätze erfolgreich bewältigt werden konnten.

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Wie ein Unfall das Leben des Fußballers Stefan Schmidt völlig veränderte

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Der Fußballer Stefan Schmidt (23) aus St. Arnual im Krankenzimmer der Klinik auf dem Saarbrücker Winterberg. Foto: Matthias Zimmermann

„Die Zeit reibt dich auf“, sagt der 23-Jährige. Der junge Sportler schaut ernst, während er im Rollstuhl sitzt. Er wird sich noch eine ganze Weile in Obhut der Mediziner gedulden müssen.

Das ist passiert
Der Auslöser für sein Martyrium: folgenschwere Komplikationen nach einer der mittlerweile 15 Operationen wegen eines Sportunfalls vom 24. Mai. Es ging um die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A Halberg. In der vierten Spielminute prallte der Außenspieler mit dem Torwart zusammen, stürzte und blieb liegen. Sanitäter brachten ihn nach einigen Minuten vom Spielfeld. Bei dem Zusammenstoß hatte er sich das rechte Schien- und Wadenbein gebrochen.

Noch in der Nacht kam der junge Mann unters Messer. Und statt es ab da aufwärts ging, verschlimmerte sich sein Gesundheitszustand binnen weniger Tage rapide. Die Wund verheilte nicht. Keime hatten sich eingenistet. „Das Bein wurde blau, das Knie war dick. Ich sagte, dass ich kein Gefühl mehr in meinen Zehen hatte“, berichtet Stefan.

Darauf sei er mit Kühlakkus versorgt worden, damit die Schwellung abklingt. Es wurde schlimmer. Der Fußballer erlitt eine Thrombose. „Dann setzten die Nieren aus“, legt Stefan nach. Die Ärzte entschieden, Stefan ins künstliche Koma zu versetzen.

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Das Patientenzimmer. Foto: Matthias Zimmermann

Dann die schicksalshafte Botschaft: Der rechte Unterschenkel war nicht mehr zu retten. Stefan hegt keinen Groll. Vielmehr lobt er: „Das war ein super Ärzteteam. Es hat mich nach den Schwierigkeiten darauf vorbereitet, dass so etwas passieren kann.“  Danach schoss dem leidenschaftlichen Sportler durch den Kopf: „Kann ich danach noch Auto fahren und Fußball spielen?“ Eigentlich Banalitäten, wie er heute bei dem Gedanken darüber einschätzt, dass er tot sein könnte. Doch er ist  nícht nur auf dem Fußballplatz zuhause. „Ich bin begeisterter Läufer.“

Ärzte haben alles versucht
Obwohl die Ärzte im Winterberg-Klinikum alles versucht hätten, das Bein zu heilen – am 9. Juni trafen sie die unwiderrufliche Entscheidung. „Als es hieß Amputation, war ich sehr gefasst“, erinnert sich der Patient zurück. Bis heute trägt Stefan einen dicken Verband am rechten Bein. Er schaut auf den Stumpf. Doch von einer Sekunde zur anderen ändert sich  Stefans Mimik.  Der nachdenklich resignierte Ausdruck – wie verflogen. Auf einmal schöpft er Hoffnung.  „Das wird mega!“, platzt es aus ihm heraus. Und schildert seine Pläne. Er hat sich Videos im Internet angeschaut, Filme, die Sportler mit Prothesen im Einsatz zeigen. Genau so sieht er sich künftig.

Damit er eine entsprechend hochwertiges Hilfsmittel bekommt, haben Freunde, Sportkollegen aus dem Verein und mittlerweile auch viele Unbekannte, die von dem Schicksal mitbekommen haben, eine Aktion gestartet:Angriff ins Leben“ soll genügend Geld für beste medizinische Betreuung zusammenbringen. Und eben für eine Prothese, wie sie Sportler haben. „Mein Vater sagt: Das wird ein Mercedes“, zitiert Stefan und lacht.

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Hinter dieser verschlosenen Tür ruht Stefan Schmidt. Foto: Matthias Zimmermann

Freundin gibt ihm Halt
Besonderen Halt gibt ihm Freundin Franzi. Stefan schaut ein wenig verschämt, als er davon erzählt. Wie sie bei ihm am Bett stand, als er aus der Narkose aufwachte. Sie ihn in jeder freien Minute pflegt, die Krankenschwester aus Riegelsberg. „Das hat uns zusammengeschweißt.“

Trotz dieses Halts hier zuhause will er seine Therapie in einer Reha bloß nicht hier in der Nähe antreten. „Ich möchte weit weg, mindestens 200 Kilometer.“ Um einerseits Abstand zu den einschneidenden Erlebnissen zu gewinnen, andererseits eine Einrichtung zu finden, die Sport ganz groß schreibt. Er will wieder laufen und Fußball spielen.

Zuversichtlich in die Zukunft
Vielleicht in einem Team des Verbands des Amputierten-Fußballs? Könnte sein. Denn Christian Heintz, für die nationale Auswahl verantwortlich, schaute ebenfalls bei Stefan im Krankenzimmer vorbei. Der Patient schwärmt davon, wie Heintz festen Schrittes ins Zimmer trat, als trage er gar keine Beinprothese. Heintz trete wie jeder auf, der zwei gesunde Beine hat. „Vielleicht trägt dieser Kontakt ja Früchte“, blickt der Patient zuversichtlich in die Zukunft.

Mit Verwendung von SZ-Material (Matthias Zimmermann).

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