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L287 Wiebelskirchen Richtung Neunkirchen-Wellesweiler zwischen Wiebelskirchen und Wellesweiler Gefahr durch Gegenstände auf dem mittleren Fahrstreifen ein Müllsack (16:24)

Priorität: Dringend

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Gibt es im Saarland bald keinen Döner mehr?

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Eine Lieblingsspeise der Deutschen, Döner. Foto: Peter Steffen/dpa-Bildfunk

Das Europäische Parlament will sich demnächst mit dieser Frage beschäftigen. Als Grund stehen mögliche negative Auswirkungen von Phosphaten auf das Herz-Kreislaufsystem des Menschen im Raum.

Warum benötigt man Phosphate im Döner?
Der Zusatz hält die einzelnen Schichten der Dönerspieße zusammen. Ohne diesen würde das Fleisch nicht nur zerfallen, sondern ebenso vertrocknen.

Mit Verwendung von SZ- und dpa-Material.

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10 000 Antwortschreiben am ersten Tag: Nikolauspostamt hat seine Arbeit aufgenommen

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Der Nikolaus und die aktuelle Sonderbriefmarke des Nikolauspostamts. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Das 51. Nikolauspostamt hat seine Arbeit aufgenommen: Seit Dienstagmorgen werden aus St. Nikolaus wieder Briefe in die ganze Welt verschickt. Damit hat das Warten für die Kinder ein Ende. Rund 10 000 Antwortschreiben, erläutert Festausschuss-Chef Peter Gerecke, werden am ersten Tag gestempelt.

„Das schaffen wir“, versichert Birgitta Fleschhut in der liebevoll geschmückten Alten Schule. Mit ihrem Kollegen Bruno David gehört sie zum Team „Erlebnis: Briefmarken“ der Deutschen Post. Das Unternehmen sponsert die Kinderbriefaktion. Das Duo aus Düren ist schon viele Jahre mit dabei und fühlt sich wohl im Warndt. „Wir werden immer herzlich begrüßt“, erzählen die beiden.

Die Arbeit im Postamt
Immer wieder sausen die Stempel von Fleschhut und David auf die Briefumschläge. Neben den Kinderbrief-Stapeln kümmern sie sich auch noch um die Post der Besucher. „Etwas trocknen lassen, sonst verschmiert der Stempel“, rät David einem Kunden. Das Motiv des begehrten Abdrucks wechselt jedes Jahr. Diesmal sind die Nikolaus-Insignien zu sehen: Mitra, goldenes Buch und Bischofsstab.

Die ersten beiden Tage helfen die Post-Mitarbeiter Fleschhut und David dem Nikolaus, dann übernimmt der Festausschuss. Nicht nur beim Beantworten der Briefe unterstützt der Ort seinen berühmtesten Bürger. Insgesamt engagieren sich knapp 100 ehrenamtliche Helfer aus dem Dorf bei den Nikolausfeierlichkeiten. Ihr Einsatz dient dem guten Zweck. Seit 1967 hat der Festausschuss St. Nikolaus rund 343 000 Euro an karitative Organisationen gespendet.

Bei Sammlern begehrt
Ein Briefmarkensammler ist extra aus Österreich angereist. Ihn interessiert alles, was mit dem Nikolaus und dem Christkind zu tun hat. Als der heilige Mann um die Ecke biegt, zückt er seinen Fotoapparat. Diesmal wird der Nikolaus mit einem Bus chauffiert. „Guten Morgen“, grüßt der Bischof bei der Ankunft.

Das Nikolauspostamt in der Alten Schule, Im Spitzenfeld 1, ist am heutigen Mittwoch von neun bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Öffnungszeiten bis zum Heiligabend: montags bis freitags von 16.30 bis 18.30 Uhr, samstags von zehn bis 11.30 Uhr, 24. Dezember von zehn bis zwölf Uhr. Sonntags (außer Heiligabend) ist geschlossen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Thomas Annen).

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Gut für‘s Saarland. Die AVA Velsen

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Die thermische Abfallverwertung in der AVA Velsen schützt die Menschen und die Umwelt. FOTO: EVS

Entsorgungssicherheit ist kein Selbstläufer

Abfall ist nicht nur ein Reststoff, sondern vor allem ein Wertstoff – mit diesem Wissen verwertet die Abfallverwertungsanlage Velsen des Entsorgungsverbandes Saar den Restabfall aus allen saarländischen Haushalten.

Dass in unserem Bundesland für die Verwertung des Restabfalls eine einzige Anlage ausreicht, hat einen guten Grund: Die Saarländer* innen sind „Meister“ in der Abfall- und damit in der Gebührenreduzierung. Dahinter steckt eine klare und langfristig angelegte Strategie des EVS. Der führte zu Beginn des Jahres 2011 ein mengenabhängiges Gebührensystem ein. Seitdem haben es die saarländischen Bürger*innen selbst in der Hand, durch ihr Abfall- Trennverhalten und Müllvermeidung die Gebühren zu beeinflussen – und machen davon regen Gebrauch.

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Frank Kackert überwacht vom Leitstand aus die Funktionen und Prozessabläufe der AVA Velsen. FOTO: EVS

In der AVA Velsen wird aus Restabfall Energie gewonnen

Das Saarland hat’s gut. Denn hier wird in einer einzigen Abfallverwertungsanlage – der AVA Velsen des Entsorgungsverbandes Saar – der Restabfall aus allen saarländischen Haushalten behandelt. Und das ist in vielerlei Hinsicht gut so.

Die Anlage macht uns im Saarland unabhängig von externen Anbietern. Sie ermöglicht damit eine flexible Entsorgung und gewährleistet die Entsorgungssicherheit der Bürger*innen selbst dann, wenn z.B. bei Hochwasser und überfluteten Kellern unvorhersehbar große Sperrabfallmengen zu bewältigen sind. Sie schützt damit unsere Umwelt vor Vermüllung, sie reduziert den Schadstoffausstoß und leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Eine moderne Abfallverwertung als wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft sorgt dafür, dass anfallende Abfälle erneut verwendet oder möglichst hochwertig verwertet werden. Sie fördert damit die Schonung von natürlichen Ressourcen. In der AVA Velsen wird das System der Kreislaufwirtschaft auf überzeugende Art umgesetzt.

Alle Informationen über die Energiegewinnung aus Restabfall und weitere spannende Themen der EVS gibt es hier.

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Riegelsberger setzt sein eigenes Haus in Brand

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Die Feuerwehr rückte zu einem Brand in Walpershofen aus. Foto: BeckerBredel

Wie die Landespressestelle der Polizei berichtet, trafen Beamte den 36-Jährigen Hausbesitzer im Garten des Grundstücks an. Dort nahmen sie ihn fest, nachdem er gegenüber Rettungskräften angegeben hatte, das Haus selbst in Brand gesteckt zu haben.

In dem Einfamilienhaus hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes keine weiteren Personen auf. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann durch einen Sturz. Der vorläufige Sachschaden wird auf etwa 80.000 Euro geschätzt.

Die Ermittlungen dauern an.

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In Neunkirchen gibt es jetzt die erste Ipad-Klasse des Saarlandes

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Am Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen lernen die Schüler mit ihren Ipads. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa-Bildfunk

Der neue Alltag
„Ich gebe euch mal schnell die Arbeitsblätter“, sagt Michaela Vus. Jetzt geht die Französischlehrerin nicht etwa mit einem Blätterstapel durch die Klasse. „Ich hoffe ihr habt alle Air Drop an“, sagt sie, und tippt mit ihrem Finger auf den Touchscreens eines Ipads.

An der weißen Projektionsfläche, in normalen Klassenräumen hängt an dieser Stelle eine grüne Tafel, erscheinen nach und nach die Namen der Schüler. Die Klasse 8i des Neunkircher Steinwald Gymnasiums ist eine besondere Schulklasse: die erste Ipad-Klasse des Saarlandes.

Zu Beginn dieses Schuljahres ist das Pilotprojekt gestartet. Statt die Nasen in ein Schulbuch zu stecken, hat hier also jeder Schüler ein Tablet zur Hand. „Wir testen das jetzt drei Jahre lang in dieser Klasse“, erläutert Schulleiterin Karin Weiskircher-Hemmer: „Dann werden wir evaluieren: Vorteile und Nachteile.“

Die Digitaloffensive
Die Ipads mussten die Schüler selbst anschaffen. „Das haben wir bei einem Elternabend vorher klar gemacht“, sagt Weiskircher-Hemmer. Ob die Schüler ihre Eltern davon überzeugen mussten, eine solch teure Investition zu leisten? „Nein, mein Papa hat mir sogar dazu geraten“, sagt Sophie Lex. „Er fand gut, dass ich das mache, weil später im Leben, im Beruf ja auch alles digital ist.

Die Fachräume der Ipad-Klasse hat die Schule für rund 8000 Euro mithilfe der Mediserv Bank, der Sparkasse und der Scheer AG ausgestattet. An der Decke hängen Projektoren. Apple TV wurde auch angeschafft. Die Idee, eine Klasse mit Tablet-Unterstützung arbeiten zu lassen, hatte Mirko Busch – inspiriert von einem Zeitungsartikel.

Busch ist Lehrer für Englisch, Geografie und Wirtschaftslehre. Er ist der Überzeugung: „Wir müssen die Zukunft mitgestalten und uns nicht überrollen lassen.“ Sein Engagement überzeugte auch Kollegen. Pro Fach gibt es jetzt zwei Ipad-Lehrer. Die Fortbildung habe das Ministerium finanziert.

Klassische Schulbücher fallen für die 8i fast gänzlich weg. Die Verlage bieten längst digitalisierte Versionen an. Das macht zumindest den Schulranzen leichter. Aber, ist das auch sinnvoll? Lehrerin Vus findet: „Auf jeden Fall. Es ist vor allem eine Sache der Geschwindigkeit. Außerdem können die Kinder sich selbst kontrollieren, auch ohne Lehrer.“

Und die Klassenarbeiten? Die werden auch in der modernen Welt noch immer analog, mit blauer Tinte auf weißes Papier geschrieben.

Mit Verwendung von SZ-Material (Nina Drokur).

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Darum wird Bus- und Bahnfahren im Saarland jetzt wieder teurer

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Auch Busse werden 2018 teurer. Foto: BeckerBredel

Das teilte gestern (5. Dezember 2017) die Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH (SNS GmbH) mit. Demnach steigen die Ticketpreise im Schnitt um 1,97 Prozent. Begründet wird die Anhebung mit Mehrkosten durch die Anschaffung neuer Fahrzeuge sowie die Installation neuer Verkehrsleit-Systeme und Anzeigetafeln im Rahmen der Digitalisierung.

„Mit der Tarifanpassung sollen insbesondere auch die gestiegenen Lohn- und Sachkosten teilweise aufgefangen werden“, erläuterte SNS-Geschäftsführein Elke Schmidt. Der Zweckverband Personennahverkehr Saarland (ZPS) habe den Preiserhöhungen bereits zugestimmt.

Angebot für Senioren
Zugleich mit der Preiserhöhung wird auch das Angebot für Senioren ab 65 zum Jahreswechsel verbessert. Gab es bisher eine Monatskarte für Senioren nur als Netzkarte für das gesamte Netz, so wird das Angebot künftig unterteilt in Regionen.

Je nachdem, wie weit man fährt, gibt es Seniorenkarten für die Preisstufen 0 bis 3. Das bedeutet, dass man für kurze Entfernungen in der Preisstufe 0 künftig 50,80 Euro zahlt, in der Preisstufe 1 dann 45,80 Euro, in der Preisstufe 2  künftig 60,60 Euro und in der Preisstufe 3 schließlich 67,10 Euro. Dies entspreche einem Rabatt von rund 20 Prozent gegenüber der normalen Monatskarte. Die Preisstufe 4 kostet 76,90 Euro. Sie gilt für das gesamte Netz.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Ist die mutmaßliche Brandstifterin von Saarbrücken etwa nicht schuldfähig?

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In diesem Wohnhaus legte wohl die Frau das Feuer. Foto: BeckerBredel

Wie ihr Verteidiger Christian Funk gestern der SZ sagte, hegt er „große Zweifel“ an der vollen Schuldunfähigkeit seiner 37-jährigen Mandantin. Funk traf sie gestern (5. Dezember 2017) erstmals in der Justivollzugsanstalt Zweibrücken zu einem Gespräch.

„Sie war aufgelöst und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie sprach von Stimmen im Kopf, die sie bereits seit längerem hört“, so seine Schilderung. Offenbar auch zum Tatzeitpunkt am Sonntag. Im Gesprächsverlauf mit seiner Mandantin hätten sich zudem Hinweise auf Alkohol- und Drogenkonsum angedeutet. Darum will Funk die 37-Jährige nun von einem Psychiater untersuchen lassen.

Das Motiv der Tat ist für den Anwalt noch ein Rätsel. Die Frau habe die Bewohner des Hauses in der Saaruferstraße in der Unterhaltung als ihre „Familie“ bezeichnet. Streitigkeiten habe es keine gegeben.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat im Foyer des Rathauses St. Johann ein Kondolenzbuch für die Opfer der Brandkatastrophe ausgelegt. Bürger können mit einem Eintrag ihre Anteilnahme bekunden. Das Kondolenzbuch liegt noch bis einschließlich Freitag aus. Eintragen kann man sich täglich von 8.30 Uhr bis 17 Uhr.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Großes Feuerwehr-Aufgebot in Neunkirchen: Gasleitung beim Renovieren angebohrt

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Ein Kohlenmonoxid-Messgerät (CO-Messgerät). Symbolfoto: dpa-Bildfunk/Daniel Bockwoldt

Bei Renovierungsarbeiten war eine Gasleitung in einer Wohnung beschädigt worden. So konnte das gefährliche Gas ausströmen. Um 11.38 Uhr löste die Leitstelle Alarm für die Einsatzkräfte des Löschbezirkes Neunkirchen-Innenstadt aus, nachdem Anwohner in dem Haus in der Wilhelmstraße den stechenden Gasgeruch wahrgenommen hatten.

Bei der richtigen Konzentration von Erdgas und Luft genügt schon der kleinste Funke, beispielsweise beim Betätigen eines Lichtschalters, um das Gas zur Explosion zu bringen.

Die zahlreichen Bewohner des Hauses hatten bereits vor der Ankunft der Feuerwehr den Weg ins Freie gesucht. Im vierten Obergeschoss entdeckten die Feuerwehrleute das Leck. Mit einem Belüftungsgerät drückten die Feuerwehrleute frische Luft in das Haus, um die gefährliche Gaskonzentration zu beseitigen.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Razzia in Saarbrücken: Fahnder sprengen Einbrecherbande im Saarland

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Symbolfoto: dpa-Bildfunk.

Wie die Polizei meldet, soll der 20 Jahre alte Bulgare einer Bande angehören, die seit September für 24 Einbrüche im Saarland und in Rheinland-Pfalz verantwortlich gemacht wird.

Ein weiterer Verdächtiger war der Polizei bereits im November ins Netz gegangen. Der mutmaßliche Bandenchef dagegen hat sich den Angaben zufolge nach Bulgarien abgesetzt. Dort wird er mit europäischem Haftbefehl gesucht.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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Tödlicher Verkehrsunfall bei Lebach

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Symbolfoto: dpa-Bildfunk/Marcel Kusch

Laut den Beamten ereignete sich der Unfall auf der B269 zwischen Eppelborn und Lebach.

Wie die Polizeiinspektion Lebach meldet, war ein 32-jähriger Autofahrer auf der B 269 von Lebach kommend in Richtung Eppelborn unterwegs. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß mit einem LKW. Der 32-Jährige wurde schwer verletzt und verstarb noch an der Unfallstelle. Der 47-jährige LKW-Fahrer wurde leicht verletzt.

Die Feuerwehr der Stadt Lebach war an der Bergung der Unfallopfer beteiligt. Während der Rettungsmaßnahmen und der Unfallaufnahme musste die B 269 voll gesperrt werden.

Ein Unfallsachverständiger wurde mit der Erstellung eines Gutachtens zur Unfallursache beauftragt.


Mit Verwendung von SZ-Material.

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Hugo Lacour, Ex-Rotlichtkönig von Saarbrücken, ist tot

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Aufnahme von 2009: Der als "Rotlichtkönig" bekannt gewordene Hugo Lacour wird am Mittwochmorgen (20.05.2009) nach 17 Jahren Haft aus dem Gefängnis Lerchesflur in Saarbrücken entlassen. Foto: BeckerBredel

Dies bestätigte gestern (4. Dezember 2017) auf Anfrage der SZ eine Angehörige des französischen Staatsbürgers. Demnach starb Lacour am Donnerstag, 30. November 2017, auf der Palliativstation eines Saarbrücker Krankenhauses.

Seine schwere Krebserkrankung war schon im August 2015 Thema bei seiner letzten Verurteilung vor dem Landgericht. Damals war er wegen Beihilfe zum Drogenhandel zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Ein weiteres Verfahren wegen eines versuchten Raubüberfalls gegen den Mann, der vor Jahrzehnten als der König der Saarbrücker Unterwelt galt, war zuvor eingestellt worden.

So wurde Hugo Lacour bekannt
Schon in den frühen 70er Jahren galt Lacour, der es auf zahlreiche Vorstrafen vom Diebstahl bis zum Raub brachte, „als Schrecken des Saarbrücker Vergnügungsviertels“. Doch seine gefürchtete Gewalttätigkeit war lediglich die eine Seite seiner schillernden Persönlichkeit.

Eine andere war sein Hang zu Prostituierten wie zu „Millionärsgattinnen“ wie es in einem Zeitungsbericht hieß. Diese Mischung ließ ihn zu einem der Großen in der Rotlicht-Szene werden, der sein Geld als Betreiber von Bars und als Spieler zu verdienen suchte. Einer von ihm verehrten Frau soll er die Wohnung mit Bergen aus Rosen dekoriert haben.

Bundesweit Schlagzeilen machte Lacour dann Anfang der 1990er Jahre, als er angebliche Rotlicht-Kontakte des damaligen SPD-Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine andeutete, aber die behaupteten Beweise schuldig blieb.

Weitere Coups
Jahre zuvor war Hugo Lacour die Flucht aus dem Saarbrücker Gefängnis Lerchesflur gelungen.
Er entwendete als Messdiener dem Anstaltspfarrer den Schlüssel, spazierte, auf welchem Weg auch immer, in die Freiheit und setzte sich nach Frankreich ab. Die deutschen Akten zum Fall seines ermordeten Geschäftspartners W. gingen an die französische Justiz.

Die prüfte und kam zu dem Ergebnis, dass Begründung und Beweise für ein Mordverfahren gegen Lacour nicht ausreichten. Also wurde 1990 das Verfahren in Frankreich eingestellt. Womit Lacour, der jenseits der Grenze eine Haftstrafe wegen Raubes abgesessen hatte, in seiner Heimat Frankreich zu einem freien Mann wurde, der dort keine Anklage wegen Mordes an W. zu fürchten hatte.

Die deutschen Ermittler machten aber weiter. Und im November 1993 – wenige Monate nach der Rotlicht-Affäre – machte Lacour einen verhängnisvollen Fehler. Er fuhr in den Urlaub nach Österreich. Dort wurde der Franzose festgenommen. Und Österreich lieferte ihn später, unter anderem wegen der „Mordsache W.“, ins Saarland aus.

Hier kam der Ex-Rotlicht-König in Haft. Im Januar 1995 begann der Indizien-Prozess gegen ihn vor dem Saarbrücker Schwurgericht. Zwei Jahre und 102 Verhandlungstage später verurteilten ihn die Richter wegen Mordes an Heinz W. zu lebenslanger Haft. Die Leiche des Mannes wurde aber bis heute nicht gefunden.

Lacour beteuerte in diesem Fall stets seine Unschuld. 2009 kam er wieder auf freien Fuß. Das Oberlandesgericht lehnte 2011 – fast 14 Jahre nach der rechtskräftigen Verurteilung des früheren Saarbrücker Rotlichtkönigs – ein Wiederaufnahmeverfahren ab.

Mit Verwendung von SZ-Material (Michael Jungmann und Wolfgang Ihl).

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