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Nach Freistellung vom Dienst: Saarbrücker Feuerwehrchef Schun schaltet Anwälte ein

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Josef Schun war Leiter der Berufsfeuerwehr Saarbrücken. Foto: BeckerBredel

Seit Monaten rumort es bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr. Gestern (13. Dezember 2017) hat sich die Lage erheblich zugespitzt, nachdem Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) deren Chef, Josef Schun, vom Dienst freigestellt hat.

Auslöser für diese Entscheidung war wohl seine Einsatzleitung beim verheerenden Brand Anfang Dezember in der Saaruferstraße in Saarbrücken, bei dem vier Menschen ums Leben kamen und weitere 20 verletzt wurden. Der Saarländische Rundfunk berichtet, Schun habe an diesem Tag unter anderem eigenmächtig bereits angeforderte Atemschutzgeräte wieder abbestellt. Nicht nur mit dem Ablauf des Einsatzes selbst, sondern auch mit seiner Nachbearbeitung waren die Mitarbeiter offensichtlich unzufrieden.

Seit Jahren gärt ein Konflikt in den Reihen der Saarbrücker Berufsfeuerwehr. Mehrmals hatten sich Einsatzkräfte über den Führungsstil von Josef Schun beschwert, den sie als autoritär bezeichneten. Um die Probleme aus dem Weg zu räumen, wurde im Sommer sogar ein Wachmannschaftsbeirat gegründet. Nach der konstituierenden Sitzung sollte ein nächstes Treffen stattfinden, das jedoch aus aktuellen Anlässen verschoben worden war.

Bekannte Probleme?
Ähnlich sieht es auch Bernd Schumann, Chef des Personalrates der Landeshauptstadt, der ebenso mehrmals in der Vergangenheit auf die Probleme in der Truppe aufmerksam gemacht hatte. Die Lage sei schon seit langem angespannt, Verbesserungen habe es trotz der Gründung des Beirats leider nicht gegeben, im Gegenteil habe sich die Lage noch etwas verschlechtert.

Wegen des autoritären Führungsstils von Josef Schun hätten mehrere Beamte in den vergangenen Monaten den Dienst bei der Berufsfeuerwehr gekündigt. Folglich bewertet Schumann die Entscheidung, den Wehrchef freizustellen, als richtig: „Diese Maßnahme ist adäquat und notwendig.“

Das sagt Schun selbst
Maximal drei Monate lang wird Josef Schun von seinem Dienst freigestellt. Und er wird die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen seiner Kollegen zu äußern, auch nutzen. Für ihn war diese Ankündigung „eine vollkommene Überraschung“.

„Ich habe meine Anwälte bereits eingeschaltet und werde mich zur Wehr setzen“, sagte Schun gestern der SZ. Solange haben leitende Beamte der Berufsfeuerwehr die Führung übergangsweise übernommen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Hélène Maillasson).

© WhatsBroadcast
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