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Wie die Tiertafel in Dudweiler auch Menschen hilft

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Hans Jörg Hene, der Gründer des Vereins „Tierfutterhilfe Saarland". Foto: Katja Sponholz/dpa-Bildfunk.

Auf den ersten Blick sieht der neue Laden in Saarbrücken-Dudweiler so aus wie ein ganz normales Tierfutter-Geschäft. In den Regalen stapeln sich Säcke mit Hunde- und Katzenfutter, Dosen und Katzenstreu, Leinen und Spielzeug.

Doch wer sich hier eindecken will, braucht vor allem eines: eine Bescheinigung, Hartz-IV-Bezieher zu sein oder als Rentner Grundsicherung zu erhalten. Denn was hier zum 1. Dezember eröffnet wurde, ist eine Tiertafel des gemeinnützigen Vereins „Tierfutterhilfe Saarland“. Sie ist gedacht für Menschen, die sich die Kosten für Hund oder Katze kaum leisten können.

Auch Cornelia nutzt die Tiertafel
So wie die 33-jährige Cornelia, die gleich drei Katzen hält – aber auf keine von ihnen verzichten möchte. „Ohne die könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen“, gibt sie zu, „die sind ja wie mein Kind!“ Als sie von der Eröffnung der Tiertafel hörte, sei sie gleich begeistert gewesen.

Bei der Anmeldung lässt sich Mitarbeiterin Christine Scherer nicht nur die Hartz-IV-Bestätigung vorlegen, sondern möchte auch einen Beweis, dass die neue Kundin wirklich Katzen hat. Kein Problem: Cornelia zückt ihr Handy und kann gleich mehrere Motive ihrer drei Tiere vorzeigen.

Nach zehn Minuten verlässt sie den Laden nicht nur mit Katzenfutter, Streu und einem Krabbeltunnel, sondern auch dem guten Gefühl, ihre Tiere in der nächsten Zeit gut versorgen zu können.

Hene gründete den Verein vor sechs Jahren
Zu verdanken hat sie dies nicht nur Hans Jörg Hene, der den Verein gründete und schon 2011 auf dem Eschberg in Saarbrücken eine erste Ausgabestelle eröffnete, sondern auch Tierfreunden wie Elke Hübner und Eric Schäfer. Als sie über Facebook von der neuen Einrichtung erfuhren, packten sie spontan 20 Kilogramm Katzenfutter ein, um es zu spenden.

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Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Melanie Alt sortiert die Tierfutterspenden.

„Das ist eine feine Sache hier“, meint Schäfer. Es sei wichtig, dass sich auch Menschen mit wenig Geld ein Tier halten könnten. „Das wächst einem doch ans Herz, das kann man doch nicht einfach abgeben, weil man vielleicht arbeitslos geworden ist!“ Das sieht auch Hene so. „Gerade von Menschen, die in Notsituation geraten sind, kann man nicht verlangen, dass sie sich auch noch von ihrem Tier trennen müssen“, sagt Hene. „Oft ist es das Einzige, was sie noch haben und was sie am Leben hält.“

Verein ist auf Hilfe angewiesen
Etwa eine Tonne Futter braucht der Verein im Monat, um die bislang 300 Tierfreunde zu versorgen. Die meisten Sachspenden stammen von Firmen, finanzielle Unterstützung benötigt der Verein jedoch für die Miete des Ladens und für die zwei Garagen, in denen das Futter abgegeben wird.

Den Ausschlag dafür, den Verein zu gründen, habe 2011 das Erlebnis gegeben, als er eine misshandelte Husky-Hündin aufnahm, die nur noch zehn Kilo wog. „Das hat mir so weh getan“, blickt er zurück. „Und so entstand die Idee, dass ich etwas Gutes tun wollte – für Tier und Mensch.“

Grundsätzlich sollte man vor der Anschaffung eines Tieres bedenken, dass nicht nur Futterkosten sondern auch relativ hohe Tierarztkosten entstehen können, sagt Lea Schmitz vom Tierschutzbund Deutschland. „Aber wenn Menschen unverschuldet in finanzielle Not geraten, sollen die Tiere nicht darunter leiden.“

Mit Verwendung von SZ-Material (und dpa).

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