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„Lost Place Explorer Saar“: Eine Gruppe auf der Jagd nach verlassenen Orten im Saarland

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Symbolfoto: Pixabay (CC0-Lizenz)

Ein halb verfallenes Haus mitten im Nirgendwo, überwuchert von Sträuchern und Moos. Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört. Im Innern ist alles mit einer dicken Staubschicht bedeckt, die Wände feucht und schimmlig. Und im Keller das schlichte Grabkreuz eines Mannes, gestorben am 22. Januar 1960, und man fragt sich unwillkürlich, wer er gewesen sein mag und was das Kreuz dort zu suchen hat.

„Das war das Gruseligste, was wir je erlebt haben“, sagt Thomas (Name geändert). „Wir waren froh, als wir wieder draußen waren.“ Er und seine Frau Nadine (Name ebenfalls geändert) steigen regelmäßig in verlassene Gebäude im Saarland und der Grenzregion ein, in „Lost Places“.

Leerstehende Häuser, Klöster, Fabrikhallen, an denen der Zahn der Zeit schwer genagt hat – der Verfall in voller Pracht. Betrachtet man die Bilder, die sie von ihren Touren mitbringen, wird schnell klar, was die Faszination dieses Hobbys ausmacht: Es ist der verbotene Blick in ein längst vergangenes Leben, manchmal in den intimsten Bereich eines Fremden, dessen Gegenwart fast noch spürbar ist.

„Urban Exploring“ im Saarland
Das „Urban Exploring“ ist ein regelrechter Trend geworden. Zehn bis 15 Gruppen gibt es im Saarland, schätzt Thomas. Im März vergangenen Jahres ging die Facebook-Seite des Paares an den Start: „Lost Place Explorer Saar“. Seitdem haben sie sich eine kleine Fan-Gemeinde aufgebaut: mehr als 2700 Menschen gefällt ihre Seite.

Inzwischen ist ihre Gruppe auf sieben Mitglieder angewachsen – alles enge Freunde. „Man muss sich auf die anderen verlassen können“, sagt Thomas. Darauf dass sie nicht kurzfristig abspringen, aber auch darauf, dass sie den Standort der „Lost Places“ nicht ausplaudern – ein ungeschriebenes Gesetz in der Szene.

Man will nicht, dass immer mehr Menschen in die Häuser einsteigen, sie beschädigen, Dinge mitgehen lassen. Und wahrscheinlich spielt auch ein bisschen Entdeckerstolz mit rein. Auch Sola-Domum.info und deren Betreiber Thomas Deicke haben sich dem Thema „Urban Exploring" verschrieben.

Alte Festungen
Auch Festungen sind oft Ziel von Urban Explorern. So gibt es in der Region rund um Metz einige solcher Bauten. Wer sich darüber informieren möchte, kann das hier tun.

Ist das „Urban Exploring“ überhaupt legal?
Nein, ist es nicht. Deshalb wollen sie ihren Namen auch nicht in der Zeitung lesen. Ein schlechtes Gewissen haben sie trotzdem nicht. „Wenn ein Haus seit 20 Jahren leer steht und niemand sich darum kümmert, ist es dann so dramatisch, wenn wir dort einsteigen?“, fragt Thomas.

Eine weitere Regel: Alles wird so verlassen, wie es vorgefunden wurde. Kein Zaun, keine Tür, kein Fenster wird aufgebrochen. „Wenn das Gebäude nicht begehbar ist, kehren wir um“, sagt Thomas. Ihre Ziele finden sie zufällig im Vorbeifahren oder durch Tipps im Internet. Für Thomas und Nadine ist das „Urban Exploring“ eine Art Kunst: „Wir versuchen, nicht die schönen, sondern die dunklen Seiten des Saarlands festzuhalten.“

Mit Verwendung von SZ-Material (Nora Ernst).

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