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Dreister Betrug mit Kantinen-Karten bei ZF Saarbrücken

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Eine Geldkarten-Affäre sorgt bei ZF in Saarbrücken für Unruhe. Foto: Daniela Hussong

Das war passiert
Bei dem Getriebehersteller ZF sind teils gravierende Unregelmäßigkeiten mit Katinen-Karten aufgeflogen. Dabei handelt es sich offenbar um Betriebsausweise, die über eine Zusatzfunktion an Kassenautomaten mit Geldbeträgen aufgeladen werden können. So kann man dann in der Kantine sowie an Kaffee- und Verpflegungsautomaten bargeldlos zu bezahlen.

Wie es heißt, sollen auch Karten, die Gäste gegen Pfand am Automaten erhalten, für gezielte Manipulationen genutzt worden sein.

ZF-Pressesprecherin Karin Markenstein bestätigte entsprechende Informationen auf Anfrage der SZ. Diese Unregelmäßigkeiten seien bereits vor Wochen aufgefallen. Das Unternehmen habe interne Konsequenzen gezogen. Markenstein betont: „ZF ist kein Schaden entstanden.“ Die Automaten werden demnach von einem Dienstleister betrieben und abgerechnet, der die Kantinenessen mit dem Unternehmen verrechnet.

Die Konsequenzen
Im Zusammenhang mit den Vorfällen hat sich ZF am Standort Saarbrücken bereits von mehreren Mitarbeitern getrennt. In einem Fall wurde angeblich eine fristlose Kündigung ausgesprochen, mit drei oder vier weiteren Mitarbeitern wurden Aufhebungsverträge abgeschlossen.

Bei dem Dienstleister, der bei ZF im Saarland rund 150 Automaten betreibt und bestückt, handelt es sich um die Dallmayr Automaten-Service GmbH mit Sitz in Merzig, eine Tochterfirma des Münchener Kaffeeunternehmen Dallmayr. Wolfgang Schwarzenberger, Geschäftsführer der GmbH, erklärte zu der sogenannten Kartenaffäre: „Wir werden wegen der laufenden polizeilichen Ermittlungen derzeit dazu keine Stellungnahme abgeben.“

Betrugsermittler des Saarbrücker Kriminaldienstes sind seit Wochen eingeschaltet. Nach Informationen das SZ hat ZF den Beamten mehrere sichergestellte Karten zur Verfügung gestellt, die jetzt intensiv auf betrügerische Machenschaften ausgewertet werden. Bei Vernehmungen soll wiederholt der Name eines gefeuerten Mitarbeiters mit Adresse im benachbarten Lothringen gefallen sein.

Die Betrugsmasche
Nach dem bisherigen Stand der Dinge steht wohl fest: Auf mehreren Karten wurde Guthaben von außen, also nicht über die regulären Kassenautomaten, aufgeladen. Die Höhe des Schadens kann bislang noch nicht beziffert werden. In diesem Zusammenhang schießen Spekulationen ins Kraut, wenn etwa sechsstellige Summen gehandelt werden.

Über die Arbeitsweise und das Vorgehen der Betrüger war bislang nur zu erfahren, dass vermutlich die Geldkarten über im Internet erhältliche Lesegeräte ausgelesen wurden. Die Guthaben seien dann mit einer speziellen Software überschrieben worden. Ein konstruiertes Beispiel dazu: Der Kartenbesitzer oder Lieferant legt dem „Kollegen“ mit der Spezialsoftware 20 Euro auf den Tisch und der erhöht das Kartenguthaben auf vielleicht 50 Euro.

Mit Verwendung von SZ-Material (Michael Jungmann).

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