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Syrischer Flüchtling erweist sich in St. Ingbert als ehrlicher Finder

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Wer kennt sie nicht, diese klassischen Montage, an denen alles schief läuft, was nur schief laufen kann. Für Waltraud Schwarz war einer dieser Tage der 4. Dezember letzten Jahres.

Aufgrund einer Operation durfte die St. Ingberterin kein Auto fahren. Ihre Termine erledigte sie also zu Fuß und mit dem Bus. Zur Bank, zum Einkaufen, mit dem Rucksack ging es von einer Station zur nächsten. Nachdem sie den Supermarkt verlassen hatte, kam dann der große Schock: Ihr Geldbeutel war verschwunden.

Zuerst dachte sie an einen Diebstahl. Die Börse steckte in der Jackentasche, doch dort war sie nicht mehr. Auch die Suchaktion im Rewe brachte kein Ergebnis. „Ich habe dort alles abgesucht und den Mitarbeitern Bescheid gegeben, aber es wurde nichts gefunden“, erinnert sich Schwarz.

Waltraud Schwarz erlebt ihr Weihnachtswunder
Ausweise, Karten und das kurz zuvor erst bei einer Bank abgehobene Geld – alles war weg. Über 250 Euro befanden sich in dem Geldbeutel. „Das war ein sehr stressiger Tag und dann auch noch das“, berichtet sie. Schlimmer hätte es nicht kommen können. Was danach geschah, konnte sie jedoch kaum glauben. Ihr ganz persönliches, kleines Weihnachtswunder, sagt die St. Ingberterin.

Ein junger Mann, ein Flüchtling aus Syrien, der anonym bleiben möchte, fand das Portemonnaie auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt, wo es der Frau aus der Tasche gerutscht sein musste. Eigentlich hätte er zu seinem Integrationskurs gehen sollen. Stattdessen schwänzte er, um das Fundstück ins Büro von Jörg Henschke bei der Stadtverwaltung zu bringen.

Kein Geld hat gefehlt
Dem Ansprechpartner, den er bereits kannte. „Es war ihm wichtig, dass die Dame ihren Geldbeutel so schnell wie möglich zurückbekommt“, berichtet der Stadtjugendpfleger. Genau das passierte dann auch. Waltraud Schwarz erhielt ihre Geldbörse zurück und konnte ihr Glück kaum fassen. „Nicht ein Cent hat gefehlt. Es war alles noch da. Das hätten nicht viele Menschen gemacht.“

Die Ehrlichkeit des jungen Mannes hat sie sehr beeindruckt. Zur gebührenden Entlohnung ließ sie ihm einen Finderlohn zukommen und beschloss, von diesem besonderen Erlebnis als Leser-Reporterin der SZ zu berichten. „Viele Leute haben Vorurteile gegenüber Flüchtlingen und sind misstrauisch.“ Ihre Erfahrung beweise das Gegenteil. Vor allem deshalb sei es ihr wichtig davon zu erzählen.

Mit Verwendung von SZ-Material.

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