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Zweites Saarbrücker Kind stirbt an Grippe: Kinderärzte fordern Schutz-Impfungen

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Der BVKJ empfiehlt Eltern von Kita-Kindern, diese schon im Alter von einem Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Symbolfoto: dpa-Bildfunk/Ralf Hirschberger

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) im Saarland empfiehlt Eltern von Kita-Kindern, diese schon ab dem ersten Lebensjahr gegen Grippe impfen zu lassen. Anlass ist der Tod einer Vierjährigen aus Saarbrücken-Altenkessel. Wie am Mittwoch bekannt wurde, war das Mädchen am vergangenen Donnerstag an den Folgen einer Influenza gestorben. Das Mädchen ist das zweite Kind, das binnen sechs Wochen in Saarbrücken an Grippe starb.

Darauf sollten Eltern achten
„Der Tod eines Kindes ist das Schlimmste, was passieren kann. Wir haben nun im Saarland zwei Todesfälle durch Grippe-Viren. So etwas darf sich nicht wiederholen. Wir können Kinder gegen die Grippe impfen und sollten gerade jene schützen, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen“, sagte Karl Stiller, Landesvorsitzender des BVKJ gestern der SZ.

Er führt die Todesfälle auf Impfmüdigkeit zurück und darauf, dass die Grippe unterschätzt wird: „Sie ist nicht ungefährlich und zeigt dieses Jahr ihr böses Gesicht, der H1N1-Erreger hat Potenzial für Komplikationen.“ Eltern sollten kranke Kinder aufmerksam beobachten und auf Veränderungen im Trink- und Essverhalten, der Gesichts- und Urinfarbe achten. „Im Zweifel zum Arzt“, so Stiller.

Eine Frage der Kosten
Von den Krankenkassen wünschte sich Stiller eine Kostenübernahme der Grippe-Impfung, was bislang nicht der Fall sei: „Angesichts dieser dramatischen Fälle darf das volkswirtschaftliche Argument nicht zählen. Natürlich würden Eltern sich eher für eine Impfung entscheiden, wenn die Kosten übernommen werden.“

Eine Grippe-Impfung koste an die 50 Euro und sei mit speziellen Impfstoffen ohne Weiteres ab dem ersten Lebensjahr möglich, auch wenn sie laut Gesundheitsamt nicht zum Standard-Impfkalender im Säuglings- und Kleinkindalter gehört. Gerade, weil die Grippe hoch ansteckend sei und kleinere Kinder in der Kita oder im Kindergarten sich häufig nicht hygienisch verhielten, sollten Eltern sich für die Impfung entscheiden.

Wie das Gesundheitsamt gestern mitteilte, starb das vierjährige Mädchen aus Altenkessel am Donnerstag im Krankenhaus. Seine Kita in Altenkessel habe es schon mehrere Tage vor seinem Tod nicht mehr besucht.

Bei einer Influenza ist die Inkubationszeit sehr kurz und beträgt durchschnittlich ein bis zwei Tage. Die Mitarbeiter und Eltern der Kita seien vom Gesundheitsamt informiert und beraten worden. Weitere Erkrankungen, die mit dem Fall in Verbindung stehen könnten, seien bislang nicht aufgetreten.

Zusammenhang oder Zufall?
Zwischen den Fällen gibt es laut Gesundheitsamt keinen erkennbaren Zusammenhang. „Wir gehen von Zufall aus“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsamtes der SZ. In beiden Fällen hätten Experten keine Erklärung dafür, warum der Körper so heftig auf die Influenza reagierte.

Mit Verwendung von SZ-Material (Christine Kloth).

© WhatsBroadcast
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