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Die wichtigsten Einzelheiten zur Bomben-Evakuierung in Neunkirchen

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Eine rund 50 Kilogramm schwere Bombe ist in Neunkirchen gefunden worden. Foto: Brandon-Lee Posse.

43 Männer und Frauen freuen sich auf den Sonntag. Dann machen die Bewohner des Karl-Ferdinand-Seniorenheimes in Neunkirchen nämlich schon am frühen Morgen einen Ausflug ins Schwesternhaus, das Caroline-Fliedner-Haus.

„Der Tag soll so angenehm wie möglich werden“, sagt Pflegedienstleitung Karin Bender. Grund für die überraschend anberaumte Tour ist eine 50 Kilo schwere US-amerikanische Fliegerbombe, die beim Bau der Bliesterrassen entdeckt wurde.

Am Sonntag wird sie entschärft. Ein Gebiet 300 Meter rund um den Bombenfund muss weiträumig geräumt werden. Weil hier Geschäfts- und Ärztehäuser sind, hat man den Sonntag gewählt, wie Einsatzleiter Bürgermeister Jörg Aumann erklärt.

Größte Evakuierung der Nachkriegsgeschichte
Trotzdem wird die Evakuierung die größte sein, die es bislang in der Nachkriegszeit im Saarland gab. 2500 Menschen müssen ihre Häuser verlassen. Gestern bekamen sie noch einmal Flugblätter mit allen Informationen.

Auch dafür ist das Krisenteam verantwortlich: Kreisstadt Neunkirchen, Polizei, Kampfmittelräumdienst, Katastrophenschutz, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW), Rettungsdienste, Krisenintervention Saarland und das örtliche Busunternehmen, die NVG, gehören dazu.

Der grobe Ablaufplan steht bereits. Bis 7 Uhr müssen die Häuser menschenleer sein. Damit das klappt, sind rund 70 Mitarbeiter unterwegs zum Klingeln und Klopfen. Weigert sich jemand, sein Haus zu verlassen, kommt die Polizei.

Läuft alles optimal und ohne Zwischenfälle, dann entschärfen die drei bis fünf Mann vom Kampfmittelräumdienst zwischen 9 und 10 Uhr die Bombe. Im besten Fall ist alles in zwei Stunden geschafft. So war es 2014, als beim Bau der Neunkircher Kita eine Bombe entdeckt worden war.

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Im Umkreis von 300 Metern wird geräumt. Screenshot: GoogleMyMaps

Personen können an drei Orten unterkommen
Im schlimmsten Fall muss die Bombe  gesprengt werden. So oder so: Keiner der Beteiligten glaubt, dass eine Übernachtung in den Evakuierungshallen droht.

Viele werden für die Zeit in die Gebläsehalle umziehen, dort finden 650 Personen Platz. Wenn es eng wird, stehen Busse bereit, die die Halle der Verkehrsgesellschaft (rund 600 Plätze) anfahren.

Dritte Option: Die Sporthalle Wellesweiler. Wasser, Tee und Kaffee sowie ein Imbiss stehen bereit. Sollte alles länger dauern, „wird man für alles sorgen“, sagt Aumann.

Wann die Entschärfung geschafft ist, wird das mit Helferketten kommuniziert. Auch im Zoo, der am Sonntag extra bereits um 7.15 Uhr öffnet, wird es eine Durchsage geben. „Ich bin optimistisch das alles gut läuft“, sagt Aumann. Das hoffen auch die Bewohner des Karl-Ferdinand-Hauses. Schließlich wollen sie zum Abendessen gerne wieder zu Hause sein.

Mit Verwendung von SZ-Material (Elke Jacobi).

© WhatsBroadcast
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