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Tattooverbot für Saar-Polizisten: Ist das noch zeitgemäß?

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Am Oberarm eines Polizisten ist ein Tattoo erkennbar. Foto: Holger Hollemann/dpa-Bildfunk

Bis Dezember 2017 mussten Polizeianwärter im Saarland Tätowierungen, die in kurzärmeligen Uniformen zu sehen waren, weglasern lassen. Eine nicht nur schmerzhafte, sondern auch teure Angelegenheit. Die Vorschriften wurden mittlerweile etwas gelockert.

Tattoos sind bei saarländischen Polizisten unter der Bedingung erlaubt, dass sie sich von langärmeligen Hemden verdecken lassen - selbst bei extremster Hitze. Bisher hält das saarländische Innenministerium an der Regelung fest.

Studien zu tätowierten Polizisten

Es stellt sich die Frage, ob das wirklich notwendig ist. Haben Bürger überhaupt etwas gegen Tätowierungen bei Gesetzeshütern einzuwenden? Die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz hat eine Umfrage unter 241 Bürgern zwischen 13 und 81 Jahren durchgeführt. In diesem Rahmen ergab sich, dass gegenüber tätowierten Polizisten Respekt und Vertrauen sänken. Allerdings kann bei der geringen Anzahl an Befragten kaum von einer repräsentativen Studie gesprochen werden.

Der Merziger Kommissar Kaj Michaltzik kam in seiner Diplomarbeit zu einem anderen Schluss. Er befragte weit mehr Personen - 640 Bürger und 509 Polizisten. Die Studie war zwar, beispielsweise aufgrund der Altersverteilung, ebenso wenig repräsentativ, zeichnet aber ein anderes Bild von der Wahrnehmung tätowierter Polizisten in der Gesellschaft.

Demnach halten 54 Prozent, also über die Hälfte der befragten Bürger sichtbare Tätowierungen für unproblematisch. Ausgerechnet unter den befragten Polizisten ist es mit 36 Prozent nur knapp mehr als ein Drittel. Gerade einmal acht Prozent der befragten Bürger und nur sechs Prozent der Polizisten lehnen Tattoos bei Gesetzeshütern grundsätzlich ab. Generell ließe sich laut Michaltzik erkennen, dass den Befragten die fachliche Kompetenz der Polizisten und eine gute Kommunikationsfähigkeit wichtiger seien.

Ist der Umgang der Polizei mit Tattoos noch zeitgemäß?

Insbesondere angesichts der sinkenden Bewerberzahlen stellt sich laut David Maaß, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, die Frage, ob der Umgang der Saar-Polizei mit Tätowierungen noch zeitgemäß sei: Tattoos seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen und die Polizei verstehe sich als Querschnitt der Gesellschaft. Außerdem lasse sich an einem Tattoo nicht ausmachen, ob ein Bewerber charakterlich für den Polizeidienst geeignet sei.

© WhatsBroadcast
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