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Massengrab unter Straße in Mettlach? Das ist dran am viralen Video

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Ein Massengrab mit hunderten Toten unter der Heinertstraße in Mettlach? Screenshot: Facebook/Breaking News Saarland.

Mehr als 100.000 Aufrufe hat in den letzten fünf Tagen ein Video der Seite „Breaking News Saarland" erreicht. Darin spricht ein ehemaliger Bauarbeiter über einen Vorfall in Mettlach Ende der 1980er Jahre.

Ein Kollege des Manns sei damals bei Arbeiten in ein Loch in der Heinertstraße gefallen - mitten auf Reste von Leichen, Knochen, Kleidung. Der Hohlraum wurde trotzdem zugeschüttet, die Stadt hülle sich in Schweigen, berichtet der Bauarbeiter, der während des Videos anonym bleibt.

Die Facebook-Seite betitelt das Video in seiner Beschreibung als „Massengrab unter dem Bürgersteig". Los gehen die Spekulationen: Wurden Zwangsarbeiter hier her verscharrt? Wurde hier etwas vertuscht? Und was hat das ortsansässige Unternehmen „Villeroy & Boch" damit zu tun?

Die „SZ" hat mit den Beteiligten gesprochen. Mettlachs Bürgermeister, Daniel Kiefer (SPD), klärte die Geschichte zunächst in einem Kommentar unter dem Video auf: „Zur damaligen Zeit wurden Gräber auf Grund von Platzmangel mehrfach belegt. Die noch nicht verrotteten Gebeine sind dann in sogenannten Massengrabkammern zusammengeführt worden! Der hier erwähnte Friedhof wurde ordnungsgemäß entwidmet.“ Bedeutet: Die Knochen, die unter der Straße liegen, gehören nicht zu Zwangsarbeitern oder Ähnlichem; von Vertuschung kann nicht die Rede sein; „Villeroy & Boch" war augenscheinlich nicht daran beteiligt.

Die Aufklärung von Mettlachs Bürgermeister ging übrigens in den hunderten Kommentaren unter dem Video unter. Stattdessen finden sich dort allerhand unbestätigte Verschwörungstheorien.

Der Arbeiter berichtet, er sei beim Urlaub in Kroatien auf den Administrator von „Breaking News Saarland", Sven Herzog, getroffen und habe ihm die Story erzählt. Genau das wollte Herzog nach eigener Aussage mit seinem Video erreichen „Ich wollte einfach nur seine Geschichte erzählen“, sagt Herzog der „SZ" und ergänzt, „redaktionelle Profis" sollten die Sache aufdecken.

Der Bauarbeiter will trotz der relativ eindeutigen Sachlage, dass die Sache aufgeklärt wird. Möglicherweise reichen die Grabkammern bis in die Vorgärten von Anwohnern. Ihm gefalle es nicht, dass Menschen unter einer zugeschütteten Straße liegen.

Schon im Mai gelang „Breaking News Saarland" mit einem Video einem Riesenhit: Enten warteten an einer Ampel in Saarbrücken darauf, dass sie grün wird. Doch schnell stellte sich der Clip als Fake heraus.

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