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L139 Am Schwalbacher Berg, Saarlouis - Riegelsberg zwischen Ensdorf und Schwalbach in beiden Richtungen Gefahr durch Unterspülung der Fahrbahn (23.09.2018, 19:16)

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Christian Lauer/SOL.DE

Wie man Influencer wird - und wer die wichtigsten im Saarland sind

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Chiara Toussaint alia chiaras_foodlove hatte als Saarbrückerin Heimspiel beim Event des Marketingclubs. Das Saarland findet sie geradezu ideal fürs Influencen: "Hier kennt jeder jeden." Foto: Tobias Ebelshäuser

Welche Influencerinnen waren dabei?
Heimspiel beim Event des Marketingclub Saar hatte Chiara Toussaint alias  chiaras_foodlove. 23 Jahre, aus Saarbrücken. Sie liebt gutes Essen, Erdnussbutter und Wassermelonen, ein bisschen Sport und Eis von Henry's. Daraus macht sie einen sympatischen Instagram-Account mit rund 12.000 Followern. Carolin Seffrin alias  nilooorac stammt aus Kaiserslautern, studiert "nebenbei" in Jena und betreibt mit rund 55.000 Instagram-Followern in ziemlich professionelles Geschäft als Influencerin. Ihre Schwerpunkte: Mode und Reisen.

Und die Expertinnen?
Noch einmal Frauen-Power: Katrin May beschäftigt sich als PR-Chefin von Villeroy & Boch professionell mit Influencern. Die helfen ihr dabei, das Geschirr der Mettlacher Welt-Firma noch besser zu verkaufen. Sarah Kübler kommt ursprünglich vom alt-ehrwürdigen ZDF und nähert sich mit ihrer Mainzer Firma HitchOn GmbH sehr kühl und zahlenbasiert dem Influencer-Hype, zerlegt die großen Follower- und Like-Zahlen der Branchenstars so lange, bis sie die passenden Youtuber für ihre Kunden herausgefiltert hat. Die haben sie klingende Namen wie Yves Saint Laurent oder der Volkswagen-Konzern.

Wer hat die meisten Follower?
chiaras_foodlove hat zwar mit 12.000 Followern nur ein Fünftel von Fashion-Kollegin Caro Seffrin alias nilooorac, aber Chiaras Instagram-Freunde sind besonders treu: Denn beide schaffen bei ihren Posts häufig rund 1000 Likes. Vielleicht, weil das Saarland fürs Influencen geradezu wie geschaffen ist: "Hier kennt jeder jeden", sagt Chiara, "auch hier im Saal kenne ich bestimmt zwei Drittel von euch." Die Fan-Solidaridät scheint im Saarland besonders hoch zu sein. Und manche Follower werden zu echten Freunden: Chiara entdeckt ein paar im Publikum - und winkt fröhlich in die letzte Reihe.

Wie wird man Influencer oder Influencerin?
Meist durch Zufall. Bei Chiara und Carolin war das so. Sie entdeckten irgendwann Social Media für sich und luden anfangs ein paar Essensfotos (Chiara) oder Modeschnappschüsse (Carolin) hoch. Nach und nach wurden Posts und Fotos professioneller. Beiden sagen: Wenn man authentisch bleibt, funktioniert es.

Wie sieht ein Tag im Influencerinnen-Leben aus?
Anstrengend. Carolin Seffrin beschreibt ihren Tagesablauf, der ziemlich durchgetaktet ist. Nur zwischen Aufstehen um 7 Uhr morgens und 9 Uhr zwingt sie sich zur Social-Media-Pause. Im Anschluss dreht sich alles um ihre Follower, Kunden, Fotoshootings, Terminplanung und vieles mehr. Klar wird: Hinter dem "Influencen" steckt deutlich mehr als ein paar Schnappschüsse mit dem Handy zu machen, sie mit Hashtags zu versehen und hochzuladen. Chiara geht das Thema lockerer an, allerdings arbeitet sie im Hauptberuf als Azubi bei einer Saarbrücker Agentur.

Verraten Influencer eigentlich alles Intime über sich?
Ganz klares Nein! Davor warnt Chiara eindrücklich: "Du entscheidest, was deine Fans über dich wissen sollen!". Aber: Ohne private Dinge geht es dann doch nicht: "Man muss kleine persönliche Details preisgeben", sagt Chiara. Nur dann entstehe eine persönliche Bindung zu den Followern. Ihr Rezept: Interaktion! Oder "call to action", wie es die angehende Marketing-Expertin nennt: Seinen Followern Fragen stellen, auch mal provozieren, den Standort verlinken, die richtigen Hashtags wählen. Und immer mit den Followern kommunizieren: "Zeit für ein Gefällt-mir-Herzchen ist immer."

Was verdient man eigentlich mit Influencen?
Über Geld spricht man nicht. Oder nur ein bisschen: Sarah Küblers Kunden zahlen für drei Youtube-Videos, die 300.000 Online-User gesehen haben ,schon mal 24.000 Euro, wenn sie aus der Modebranche kommen. Hier diktierten die Fashion-Bloggerinnen und -Vlogerinnen die Preise. Kunden mit technischen Produkten zahlen für die selbe Reichweite dagegen nur 8.400 Euro - weil es hier weniger Influencer-Konkurrenz gibt. Geld fließt auf jeden Fall. Die Zeiten, als Schnittchen, eine nette Einladung und ein paar Produkt-Samples ausreichten, seien vorbei, sagt Katrin May, die PR-Chefin von Villeroy und Boch.

Wer bestimmt die Preise?
Wie üblich: Angebot und Nachfrage. Sarah Küblers Agentur HitchOn setzt stark auf Technik, um aufstrebende Stars zu entdecken, deren Followerzahl schnell wächst, die sich aber über ihren Marktwert oft noch nicht ganz im Klaren sind. Die absoluten Stars der Branche seien oft schon viel zu teuer. Was sie auch beobachtet hat: Insbesondere die Fashion-Szene sei gut vernetzt: "Die Beauty-Mädels haben sich super gut organisiert. Whatsapp-Gruppen seien das Kartell der modernen Zeit." Sprich: Dort werden Preise und Preisuntergrenzen ausgetauscht, damit Kunden die Influencer-Girls nicht über den Tisch ziehen.

Wie kam Villeroy & Boch eigentlich zum Influencen?
Durch Zufall. Vor ein paar Jahren wurden die Mettlacher auf südkoreanische Blogger aufmerksam, die auf V&B-Geschirr Gesichter auf Toastscheiben dekorierten und Bilder davon über soziale Netze teilten. Das Interesse der Mettlacher Marketingleute war geweckt. Oder wie PR-Chefin Katrin May sagt: "Nach 270 Jahren Firmengeschichte muss man neue Wege gehen". Heute arbeitet sie mit Influencern weltweit zusammen - von Russland bis Japan. Sie wünscht sich allerdings mehr Professionalität - auf beiden Seiten: "Es geht zum Beispiel nichts mehr ohne Vertrag." Sonst habe man ruckzuck Ärger mit dem Finanzamt oder der internen Finanzbuchhaltung.

Wer sind die 12 wichtigsten Influencer im Saarland?
Das kleine Saarland hat einige Influencer-Berühmtheiten hervorgebracht. Unsere (sicher nicht vollständige) Liste, sortiert nach Instragram-Followern:

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