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Gelbwesten-Aktivist greift in Saint-Avold Journalisten an

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Bei einer Straßensperre der Gelbwesten schlug ein Aktivist in Saint Avold auf einen Journalisten ein. Symbolfoto: James Arthur Gekiere/dpa-Bildfunk

Während einer Reportage wurde ein Journalist des "Républicain Lorrain" am Freitag (18. Januar) von einem Aktivisten der Gelbwesten angegriffen.

Alain Morvan fotografierte mit seinem Mobiltelefon eine Straßensperre der "Gilets jaunes" an einem Kreisverkehr, als sich einer der Protestierenden drohend vor ihm aufbaute. Der Aktivist wollte ihm verbieten weitere Bilder zu machen.

Als sich der Journalist als ein Vertreter der Presse zu erkennen gab, begann der Unbekannte auf ihn einzuschlagen. Wie das Luxemburger Wort berichtet, habe Morvan die Faustschläge zwar abwehren können, wurde dann aber von einem heftigen Tritt in den Unterleib getroffen. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. 

Sowohl der Journalist als auch die Zeitung erstatteten im Anschluss Strafanzeige gegen den unbekannten Mann.

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dpa/lrs

Killer-Keim MRSA: Weniger Saarländer infiziert

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2018 hat es im Saarland weniger Infektionen mit dem gefährlichen Krankenhauskeim MRSA gegeben. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa-Bildfunk.

Infektionen mit dem gefährlichen Krankenhauskeim MRSA sind im Saarland zurückgegangen. 2018 wurden 14 durch den Erreger verursachte Infektionen gemeldet, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte. 2017 waren noch 30 Fälle gemeldet worden. Laut RKI handelt es sich um vorläufige Zahlen; es sind noch einzelne Nachmeldungen möglich.

MRSA steht für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Gefährlich sind die Erreger, weil die gängigen Antibiotika nicht gegen das Bakterium wirken. Pro 100.000 Einwohner wurden 2018 im Saarland laut RKI 1,41 Fälle gemeldet - 2017 waren es noch 3,02 Fälle pro 100.000 Einwohner gewesen. Die wenigstens Ansteckungen mit dem Krankenhauskeim gab es im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg, die meisten in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch bundesweit ging die Quote zurück. Die meisten Fälle wurden im Jahr 2012 gemeldet: bundesweit durchschnittlich 5,57 Erkrankungen. 2018 wurden nur noch 2,75 Meldungen im Schnitt registriert. Unklar bleibt jedoch, wie hoch die Dunkelziffer liegt. Laut RKI sind nicht alle MRSA-Infektionen meldepflichtig, sondern nur die, bei denen die Erkrankung besonders schwer verläuft.

Verwendete Quellen:
• dpa

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Immobilienverkauf: Profis um Rat fragen spart Zeit, Geld und Nerven

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Foto: FKS

Ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu verkaufen, ist gar nicht so einfach.Gerade wenn die Lebenssituation sich ändert, z.B durch Scheidung, eine Erbschaft oder das Alter, sieht man sich plötzlich mit Fragen konfrontiert, auf die man als Laie gar nicht so einfach eine Antwort weiß: Ist es sinnvoll, jetzt zu verkaufen? Was ist mein Haus/meine Wohnung eigentlich wert? Wie gehe ich vor?

Mit professioneller Vermarktungsstrategie zum Erfolg

Am besten, man wendet sich gleich an einen Profi. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Wie erkenne ich schwarze Schafe der Branche? Konrad Schwarz, Geschäftsführer der Firma FKS Immobilien in Heusweiler, will sich hier ganz klar absetzen und hat daher deutliche Vorstellungen: „Unser Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis unseres hohen Anspruchs an uns selbst“ sagt er. Deshalb setzt er vor allem auf die Faktoren Beratung und Bewertung. Denn ohne eine eingehende Besichtigung des Objektes kann keine professionelle Vermarktungsstrategie erfolgen.

Die besteht aus mehreren Faktoren:

1. Exposé: Nach der persönlichen Besichtigung wird vom Fachmann ein hochwertiges Exposé erstellt, das alle erforderlichen Verkaufsunterlagen enthält. Dabei wird natürlich darauf geachtet, die betreffende Immobilie dank Profi-Fotos, Home Staging oder 360-Grad-Besichtigung in ein vorteilhaftes Licht gerückt. Zur Info: Beim sogenannten Home Staging werden leere Räume virtuell „eingerichtet“ und gestaltet (Wände, Fußböden, Licht etc.), um den Kunden eine konkrete Vorstellung zu ermöglichen.

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Foto: FKS

2. Vermarktung: Damit die Immobilie von echten Interessenten gesehen wird, wird sie online präsentiet. Außerdem wird eine professionelle Datenbank mit Suchaufträgen von Interessenten genutzt.

3. Besichtigungen: Vielversprechende Kandidaten werden zu Besichtigungsterminen eingeladen. Die Experten stehen ihnen als Ansprechpartner für alle Fragen zur Verfügung.

4. Verkaufsverhandlungen: Hier wird ein seriöser Angebotspreis angesetzt, der auch in Verhandlungen Bestand hat.

5. Notartermin: Auch hier wird der Kunde nicht im Regen stehen gelassen: Mit Notar und Kunde wird der Kaufvertragsentwurf gemeinsam erstellt und besprochen. Auch beim Vertragsabschluss wird der Kunde vom Fachmann begleitet.

6. Objektübergabe: Auch nach dem Verkauf steht FKS als Ansprechpartner zur Verfügung und begleitet die Kunden bei der Objektübergabe.

Professionelle Erfahrung der Experten nutzen

Eigentümern, die ihren Grundbesitz auf eigene Faust und ohne Makler verkaufen wollen, rät Konrad Schwarz ab: „In so einen Verkaufspreis fließen Faktoren wie Ausstattung, Wohn- und Grundstücksfläche, Wohnlage und natürlich unsere Erfahrung mit ein“ erklärt er. „Außerdem weisen wir auch auf Schwachstellen und Mängel hin“. Deshalb laufen viele private Verkäufe in Gefahr, ihre Immobilie zu niedrig oder zu hoch anzusetzen. Im schlimmsten Fall verzögert sich der Verkauf auf diese Weise und wird so zur nervlichen Zerreißprobe.

Unverbindliche Informationen online

Auf der Webseite von FKS Immobilien können sich Eigentümer von Immobilien jederzeit kostenlos informieren – auch unverbindlich wenn noch kein Verkaufsinteresse besteht. Übrigens: Auf der Homepage des Unternehmens kann man sich anhand eines digitalen Wertrechners orientieren und eine erste Einschätzung der zu erwartenden Preisspanne kalkulieren (https://fks.immobilien/eigentumer/) bzw. ein kostenloses Wertgutachten anfordern.

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Logo: FKS

KONTAKT:

FKS Immobilien
Breiter Weg 8a
66265 Heusweiler
Tel: 06806 – 9163666
Mail: info@fks-immobilien.de
Internet: https://fks.immobilien/

 

 

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22-Jährige bei Unfall auf dem Rodenhof lebensgefährlich verletzt

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Bei einem Unfall auf dem Rodenhof in Saarbrücken wurde eine junge Französin lebensgefährlich verletzt. Symbolfoto: Stephan Jansen/dpa-Bildfunk

Bei einem Unfall auf dem Saarbrücker Rodenhof erlitt eine junge Frau am gestrigen Freitagabend lebensgefährliche Verletzungen.

Gegen 22:50 Uhr war die 22-jährige aus Frankreich mit ihrem Wagen auf dem Pfeifershof in Richrung Rodenhof unterwegs. Aus ungeklärten Gründen kam sie nach links von der Fahrbahn ab und stieß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Durch den Aufprall auf der rechten Heckseite drehte sich ihr PKW um 180 Grad und blieb schließlich auf dem Grünstreifen stehen.

Die Insassen das zweiten Unfallwagens wurden nur leicht verletzt. Beide Fahrzeuge erlitten jedoch einen Totalschaden. Ein Sachverständiger soll nun Unfallhergang und -ursache klären.

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Bewaffneter Überfall auf Tankstelle in Wallerfangen aufgeklärt

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Die drei Räuber, die einen Überfall auf eine Tankstelle in Wallerfangen planten und durchführten, wurden festgenommen. Symbolfoto: Pixabay

Zwei männliche Personen überfielen am vergangenen Donnerstag (17. Januar) gegen 21:00 Uhr eine Tankstelle in Wallerfangen.

Die beiden Täter waren mit Messern bewaffnet. Einer trug einen Motorradhelm, der zweite war mit einem Tuch maskiert. Sie gaben zunächst vor ein Getränk kaufen zu wollen, dann bedrohten sie die Angestellte der Tankstelle mit einem Messer und erbeuteten einen hohen dreistelligen Betrag.

Eine Kundin, die gerade bei der Tankstelle ankam, bemerkte die Täter, die zu Fuß flüchteten und folgte ihnen mit ihrem Wagen. Sie ließ jedoch von den beiden ab, als einer der Räuber mit einem Motorradhelm auf ihren Wagen einschlug und diesen beschädigte. Beide Frauen blieben unverletzt.

Zeugenhinweisen ist es zu verdanken, dass der Kriminaldienst Saarlouis bereits am Freitagabend die beiden Täter festnehmen konnte. Es handelt sich um einen 16-jährigen Jugendlichen aus Wallerfangen und einen 17-Jährigen aus Saarlouis. Die beiden Verdächtigen gestanden die Tat und gaben an, dass auch ein 19-Jähriger aus Wallerfangen an der Planung beteiligt war. In dessen Wohnung wurde die Beute nach der Tat aufgeteilt. Auch der dritte Täter konnte am Freitag von der Polizei festgenommen werden und legte ein Geständnis ab. Alle Drei waren der Polizei bereits bekannt.

Das Trio ist wieder auf freiem Fuß, da kein Haftgrund mehr bestand. Sie erwartet ein Strafverfahren wegen schweren Raubes. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde nur ein Teil des gestohlenen Geldes aufgefunden. Die Räuber hatten für eine unbestimmte Summe bereits Drogen gekauft.

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Endstation Lehramt: Es gibt kaum Referendariatsplätze im Saarland

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Immer mehr Lehramtsabsolventen im Saarland müssen sich in Geduld üben, bis sie ihre Ausbildung wirklich abschließen können. Symbolfoto: Pixarbay

Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zum 1. Februar werden 165. Lehrer im Saarland ihren Vorbereitungsdienst, das sogenannte Referendariat, antreten.

Beworben haben sich aber laut Angaben des Bildungsministeriums 354 Kandidaten. Schulübergreifend gehen also 53,39% aller Bewerber leer aus - mehr als die Hälfte.

Besonders prekär ist die Lage für alle Absolventen, die Lehramt für Gymnasien oder den Oberstufen von Gemeinschaftsschulen studiert haben: Hier kommen auf 50 Referendarsstellen ganze 187 Bewerbungen. Nur etwa jeder vierter Bewerber (26,7%) hat also eine realistische Chance, den Vorbereitungsdienst auch wirklich zu beginnen. Das trifft auch auf Absolventen mit einem sehr guten Abschluss zu. 

Wie der "SR" berichtet, ist es für viele Absolventen extrem frustrierend, nach einem langen Studium die Ausbildung nicht wirklich abschließen zu können. Zwar können einige sich mit Aushilfsverträgen über Wasser halten, doch für die meisten beginnt laut Marcus Hahn, dem Vorsitzenden des saarländischen Philologenverbands, eine kräftezehrende Wartezeit, die nicht selten bis zu 2,5 Jahren währen kann.

Insgesamt handelt es sich hier aber um eine systemisches Problem, wie der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) feststellt: Gymnasiallehrer werden signifikant besser besoldet, als Grundschullehrer. Darum entscheiden sich die wenigsten angehenden Studenten für das Grundschullehramt. Doch gerade an den Grundschulen gibt es zur Zeit jede Menge freier Referendariatsstellen: Alle 58 Bewerber haben auch eine Stelle bekommen. 

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Grüne fordern Mahnmal zur Erinnerung an die Homosexuellenverfolgung in Saarbrücken

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Ein Mahnmal zur Erinnerung an die Homosexuellenverfolgung wie in Berlin soll auch in Saarbrücken entstehen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Bildfunk

Mehr als hundert Jahre lang wurden Schwule aufgrund ihrer sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt. Der Paragraph 175 des Strafgesetzbuches stellte sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe.

Das Gesetz wurde erst 1994 endgültig gestrichen. Auch wenn Homosexualität in späteren Fassungen nicht mehr als Straftat galt, stigmatisierte der Paragraph bis dahin gleichgeschlechtliche Beziehungen. Die Verfolgung von Homosexuellen ist bis heute wenig aufgearbeitet. Eine Fachtagung im vergangenen Oktober beschäftigte sich mit diesem "weißen Fleck". Die Vorträge behandelten unter anderem die Frage, inwiefern auch lesbische Paare unter dieser Ausgrenzung zu leiden hatten.

Die Grünen im Stadtrat fordern nun die Stadt Saarbrücken auf ihrerseits ein Zeichen gegen Intoleranz und Ausgrenzung zu setzen. Sie wollen ein Mahnmal zur Erinnerung an die Homosexuellenverfolgung einrichten. Ein entsprechender Antrag im Kulturausschuss wurde bereits gestellt, so Thomas Brass, der kulturpolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat von Saarbrücken.

Ein solches Denkmal könnte nicht nur zur Aufarbeitung beitragen und ein Bewusstsein für das Leid von Homosexuellen in der Vergangenheit schaffen. Das Mahnmal solle verdeutlichen, dass Saarbrücken heute weltoffen und tolerant ist. Auch andere Städte wie Nürnberg, Lübeck oder München erinnern bereits mit Monumenten an die Verfolgung von Schwulen während der NS-Zeit und auch später in der DDR und Bundesrepublik.

Wie das Mahnmal aussehen und wo es aufgestellt werden soll, soll in einem künstlerischen Wettbewerb ermittelt werden. An diesem sollen auch die Bürger von Saarbrücken beteiligt werden.

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Pyjamaparty im Blau: Endlich ungeniert in der Disco schlafen

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Darja Linder feiert im Rahmen ihrer Abschlussarbeit eine Pyjama-Party im Blau Saarbrücken. Foto: Darja Linder

Von der Tanzfläche direkt ins Bett fallen - ein Traum, der für die meisten leider am (mehr oder weniger weiten) Nachhauseweg scheitert. Jetzt winkt die Gelegenheit: Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit veranstaltet die HBK-Studentin Darja Linder im Blau eine Pyjamaparty - mitsamt Übernachtungsmöglichkeit. 

Was das jetzt bitte mit Kunst zu tun hat? Dazu muss man ein bisschen ausholen. Die Veranstalterin ist Teil des Haifischblut Collectives. Zur Erinnerung: Das ist die Gruppe aus jungen Saarbrückern, die regelmäßig in Eigenregie kleine bis größere Konzerte in Saarbrücken organisiert. Da das vielmehr Herzensangelegenheit denn Millionengeschäft ist, muss gewirtschaftet werden. Ergo: Die eingeladenen Musiker übernachten nicht in Hotels, sondern bei den Haifischen zuhause. Unter anderem eben in der Wohnung von Darja.

Bei diesen Gelegenheiten ist es keine Seltenheit, dass man vor dem Schlafengehen noch das ein oder andere Bier trinkt, tanzen geht oder sich sonstwie die Nacht um die Ohren schlägt. Dementsprechend fit und vital sehen die Musiker am nächsten Morgen beim Frühstück aus (eine Spezialität der Gastgeberin, wie die SOL.DE-Redaktion aus erster Hand weiß). "Ausgelaugt, verkatert, übermüdet, verschroben im Kopf und stinkend" - In diesen Situationen entstanden Aufnahmen der verschlafenen, aber (zumindest augenscheinlich) zufriedenen Bandmitglieder beim Aufstehen, Kaffeetrinken oder bloß Auskatern. Und diese seltsam intimen Momente mit eigentlich fremden Personen hat Darja für ihre Abschlussarbeit auf die Leinwand gebracht.

Und wie könnte man eine solche Arbeit besser zu Ende bringen als mit einer ausgíebigen Pyjamaparty? Eben. Darum findet am 8. Februar im Blau eine Abschluss-Party statt, die Darja als "Pauschalurlaub der Freitagabendunterhaltungen" betitelt: eine Fusion aus Kunst, Konzert und Party im Pyjama. Los geht's ab 20:00 Uhr mit der Vernissage und einem DJ-Set. Anschließend tritt bird berlin auf, der auch eines der Gemälde im Ausstellungsraum ziert. Danach wird natürlich zu besten Discoklängen gefeiert.

Das beste daran: Einer der Räume im gemütlichen Blau ist zur Matrazenlandschaft umfunktioniert. Wer müde wird, kann sich hinlegen und im Club schlafen - ohne Rückenschmerzen und ohne Reue. Damit es noch bequemer wird, ist ein Erscheinen in Schlafklamotten von Negligee bis Onesie ausdrücklich gestattet (naheliegend bei einer Pyjama-Party). Und am nächsten Morgen gibt es sogar Frühstück!

Also schmeißt euch in euer schönstes Nachtgewand und sagt euren Eltern, ihr kommt in dieser Nacht nicht nach Hause, ihr wohnt jetzt im Blau.

Die Pyjama-Party findet am 8. Februar 2019 ab 20:00 im Blau in Saarbrücken statt. Frühstück gibt's um 11:00 Uhr. Wer Übernachten möchte, sollte sich im Voraus anmelden, da die Plätze begrenzt sind.

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Warum Meinrad Maria Grewenig als Generaldirektor der Völklinger Hütte abgesägt wird

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Meinrad-Maria Grewenig war 20 Jahre lang der Generaldirektor der Völklinger Hütte. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Seit 1999 hat Meinrad Maria Grewenig das Amt als Generaldirektor des Weltkulturerbes inne und seine Erfolge sind eindrucksvoll.

Als Grewenig sein Amt antrat, war die Völklinger Hütte eigentlich am Ende, vom dem ersten Manager Karl Zeithammer wirtschaftlich marode hinterlassen und vom Publikum kaum gefragt worden. Der damalige SPD-Kultusminister Henner Wittling setzte alles auf eine Karte und installierte mit Grewenig einen aufsteigenden Star der Kulturszene, der aus dem historischen Museum Speyer, einem Provinzmuseum, mit innovativen und aufregenden kunsthistorischen Ausstellungen eine absolute Topadresse geformt hat.

Genau das sollte auch sein Auftrag in Völklingen sein und der gebürtige Saarländer erfüllt ihn mit Bravour: Aus dem brachliegenden „Problemfall“, der Völklinger Hütte, macht er ein absolutes Vorzeigeprojekt. In der ungenutzten Industriehalle finden Biennalen zu UrbanArt oder Festivals statt, Ausstellungen zu Inkas, Playboy, Asterix oder Queen locken die Besucher in Scharen gen Völklingen. Kaum eine Ausstellung bleibt unter der 100.000 Besucher-Marke.

Dennoch ist trotz aller Erfolge, nach 20 Jahren, Schluss für den hochdotierten Kunsthistoriker, der angeblich 14.500€ pro Monat bezieht und zusätzlich noch einen Dienstwagen erhält. Das berichtet die "SZ". Der Kultusminister des Saarlandes, Ulrich Commerçon (SPD), wird den auslaufenden Vertrag von Grewenig nicht verlängern. Der bald 65-jährige Grewenig hatte angekündigt, die Hütte gerne noch weitere fünf Jahre zu managen.

Auf den ersten Blick erscheint es paradox, sich von einem derart erfolgreichen Generaldirektor zu trennen. Doch der Erfolg ist nur eine Seite der Medaille. Grewenig gilt als wenig kooperationsbereit und polarisiert seit jeher mit seiner Art, die von vielen Politikern laut "SZ" als unsteuerbar, überheblich und dreist wahrgenommen wird. Schwerer wiegen aber laut dem Aufsichtsrat der gemeinnützigen GmbH, dem Commerçon vorsitzt, die vielen Alleingänge und damit verbunden einige Finanzlücken, zudem verprellte Grewenig mit seiner forschen Art viele Wegbegleiter und Förderer. 

Diese Entwicklung ist nicht neu, schon seit 2011 wird die Kritik an Grewenig immer lauter. Die ICOMOS-Inspektoren der Unesco erklärten den Zustand des Denkmals für bedenklich und setzten auf die „Rote Liste“, was zu einer Aberkennung des Unesco-Weltkulturerbe-Status führen kann. Die Mängelliste war lang: Die Gebläsehalle würde über Gebühr das ganze Jahr beansprucht und es bliebe zu wenig Zeit zur Instandhaltung. Die Ausstellungen hätten viel zu wenig mit der Industriekultur zu tun und generell würde Grewenig sich vor den wirklich wichtigen Themen drücken wie z.B. der Zwangsarbeit-Ära während des Zweiten Weltkrieges. Zwar hat Grewenig 2014 eine Röchling-Ausstellung geliefert und 2018 ein NS-Mahnmal des Weltrang-Künstlers Christian Boltanskis installiert, trotzdem bleibt sein Beitrag zur Erinnerungskultur umstritten. Zur Aufarbeitung der NS-Zeit habe man Grewenig förmlich zwingen müssen.

Dass Grewenig auch in wirtschaftlich besonders schweren Zeiten nie bereit war, auf Teile seines üppigen Gehalts zu verzichten, dürfte ihm in politischen Kreisen nicht zu größerer Beliebtheit verholfen haben. Denn als der Landesrechnungshof dem Land vor vier Jahren vorwarf, Grewenig über die Maße gut zu bezahlen, musste die damalige Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) mit Grewenig verhandeln, der sich in der Causa aber keinen Millimeter bewegte.

Nun geht die Ära des Meinrad-Maria Grewenig im Saarland zu Ende. Zum Schluss ging es irgendwie doch auch ums Geld. Irgendwie ist es passend, dass ausgerechnet eine Ausstellung zum Pharaonen-Gold, die im Mai startet, Grewenigs Abschiedsvorstellung wird. 

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