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dpa/lrs

Keine Entwarnung: Ermittler schließen weitere Sprengfallen in der Pfalz nicht aus

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Vor dem Haus des Arztes, der bei einer Explosion ums Leben kam, liegen Blumen und sind Kerzen abgestellt. Ein toter Landschaftsgärtner steht unter Verdacht, den Arzt mit einer Sprengfalle getötet zu haben. Foto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Nach dem Fund einer weiteren Sprengfalle in der Pfalz schließen die Ermittler weitere heimtückische Explosionsvorrichtungen nicht aus. „Wir können alles andere als Entwarnung geben", sagte ein Polizeisprecher in Kaiserslautern am Donnerstag.

Die Behörden gehen von einem rücksichtslosen Rachefeldzug eines Gärtners aus. Der 59-Jährige war am Freitag vergangene Woche (1. März) tot in seinem Haus im Kreis Kaiserslautern gefunden worden. Er soll im Streit einen Arzt mit einer Sprengfalle getötet und eine Mutter mit ihrer Tochter verletzt haben. Die Ermittler fürchten, dass er weitere Sprengfallen hinterlassen hat.

Der Sprecher bestätigte, dass Ermittler der Sonderkommission in einem Carport in Fischbach (Kreis Kaiserslautern) am Mittwoch ein professionell manipuliertes Holzscheit entdeckten. „Wir erhielten einen Hinweis, und Spürhunde fanden dann einen Sprengsatz, als Holzscheit getarnt", sagte er. „Er hätte einen Kaminofen zur Explosion bringen und Menschen im Raum töten können."

Eine ähnliche Sprengfalle verletzte auch Mutter und Tochter in Otterberg. „Wir können unsere Warnung nur bekräftigen: Der Verdächtige hat gezielt Menschen im Visier, mit denen er vielleicht auch Jahre zurück einen Konflikt hatte", sagte der Sprecher.

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Mehrere Personen fielen den Fallen von Bernhard Graumann bereits zum Opfer. Unter anderem starb ein Arzt bei einer Explosion. Möglicherweise versteckte Graumann vor seinem Tod noch weitere Fallen. Foto: dpa-Bildfunk/Oliver Dietze

Zwischen dem 64 Jahre alten Arzt aus Enkenbach-Alsenborn, der von einer Sprengfalle getötet worden war, und dem Landschaftsgärtner habe es „ein Problem privater Natur gegeben", sagte der Polizeisprecher. Er reagierte damit auf Medienberichte, der Gärtner sei unheilbar krank gewesen und habe sich selbst getötet. „Kein Kommentar", sagte der Sprecher. Von einem eventuellen Abschiedsbrief des mutmaßlichen Täters sei nichts bekannt. Der Polizei zufolge sind bisher mehr als 100 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Fall eingegangen. „Die Sonderkommission arbeitet diese nach und nach ab."

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern teilte mit, dass die Justiz strafrechtlich relevante Vorgänge aus der Vergangenheit des Gärtners prüfe. Dies betreffe zum einen eine „körperliche Auseinandersetzung mit dem Partner einer Frau", deren Partner der Verdächtige 1985 war. Zum zweiten gehe es um eine Verurteilung des Gärtners zu einer geringen Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz an Silvester 2009/2010. Demnach hatte der Mann unter anderem mit einem Vorderlader Böllerschüsse abgegeben und Schwarzpulver besessen.

Verwendete Quellen:
• dpa

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