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dpa/lrs/Abr

Amphetamin-Problem im Saarland durch weitere Studie bestätigt

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Nach der neuen Studie räumt der Landesdrogenbeauftragte Stephan Kolling das Amphetamin-Problem im Saarland ein. Foto: Ministerium für Soziales

„Leider haben sich die hohen Werte, die bei der europaweiten Erhebung festgestellt wurden, auch durch unsere Studien bestätigt. Das Saarland hat ein Amphetaminproblem, sagte der Drogenbeauftragte der Landesregierung, Staatssekretär Stephan Kolling (CDU), am Mittwoch bei der Vorstellung neuer Untersuchungsergebnisse.

0,4 Milligramm Amphetamin pro Kopf

Die neue Untersuchung lief über einen längeren Zeitraum. Zudem wurden neben den Kläranlagen in Burbach und Brebach auch in Saarlouis und Wustweiler Proben entnommen. Dabei wurde ein starkes Gefälle zwischen Stadt und Land festgestellt. Mit über 400 Milligramm Amphetamin auf 1000 Einwohner liege man deutlich über einem Wert, der anderswo in Europa gemessen worden sei. „Die Zahl hat mich schon umgehauen“, gab Kolling zu „Wir müssen anhand der Daten der Studien auf einen besorgniserregenden Konsum von Amphetaminen schließen.“

Wer konsumiert die Amphetamine im Saarland?

Nun gelte es mehr über die Konsumenten herauszufinden. Dabei soll das Institut für Rechtsmedizin mit einer Auswertung von Blutproben helfen. Es soll vor allem ermittelt werden, welche Menschen im Saarland Amphetamine zu sich nehmen. Das könnten nicht nur Partygänger sein, sondern auch Berufstätige oder Studierende, die mehr Leistung bringen wollen oder auch Schwerstabhängige, die das Suchtmittel als Ersatzdroge verwenden.

Die Droge wird häufig auch von jungen Frauen verwendet, um den Stoffwechsel anzuregen und das Hungergefühl zu unterdrücken. Amphetamin kann auch als Psychopharmaka ärztlich verordnet werden. Die Verschreibungen haben zugenommen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die hohen Amphetamin-Werte auf menschlichen Hinterlassenschaften zurückgehen oder aus Rückständen von Drogenlaboren stammen, die im Abwasser landen.

Kampagne soll über Risiken von Amphetamin aufklären

Das Land reagiert auf die neuen Erkenntnisse zunächst mit einer Präventionskampagne„CityCards mit 4 verschiedenen Motiven werden ab April im ganzen Saarland auf die Gefahren von Amphetaminen, Ecstasy und neuen psychoaktiven Substanzen hinweisen. Darauf befindet sich auch die Nummer einer Suchtberatungshotline, an die Konsumenten oder missbrauchsgefährdete Personen sich wenden können“, so Kolling. 

Verwendete Quellen:
• Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales
• Deutsche Presseagentur

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