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Wieder Banden-Krieg im Saarland? Zeitung berichtet über brutale Vorfälle

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Vor einer Shisha-Bar in Alt-Saarbrücken explodierte im Sommer 2016 eine Handgranate. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk.

Die „Bild am Sonntag" (Bams) berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe von zwei aktuellen Vorfällen im Saarland, die im Zusammenhang mit kriminellen Banden stehen könnten. Dabei zitiert die Zeitung aus internen Ermittlungsakten des saarländischen Landespolizeipräsidiums, wie sie schreibt.

Erster Vorfall in Naßweiler

Die erste Tat habe sich Ende Juni zugetragen. Dort sei es im Großrosseler Ortsteil Naßweiler nahe der französischen Grenze zu einer Schlägerei gekommen. Ein türkisches Opfer, schwer zugerichtet, sagte der Polizei, er sei von „von circa 15 Kurden mit Messern, Schlagstöcken und Baseballschlägern zusammen­geschlagen worden", zitiert „Bams" aus einem internen Bericht. Die Polizei nahm im Anschluss einen Tatverdächtigen fest.

Zweiter Vorfall in Saarbrücken

Der zweite Vorfall sei rund einen Monat später vor einem Saarbrücker Kebab-Laden geschehen. Der Tatverdächtige aus dem ersten Fall hätte hier zusammen mit „20 offenbar kurdischen Angreifern" einen jungen Mann attackiert, so heißt es im Medienbericht. Das Opfer habe den Beamten gegenüber angegeben, dass die Täter Mitglieder der Rockergruppe „Bahoz" gewesen seien.

Fehde zwischen „Bahoz" und „Osmanen"

„Bahoz" hat deutschlandweit laut Schätzungen mehr als 1.000 Mitglieder, meist kurdischer Herkunft. Sie sind mit der Gruppierung „Osmanen Germania" verfeindet, die aus türkisch-nationalistischen Mitgliedern besteht.

In Saarbrücken kam es im Sommer 2016 zu tagelangen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppierungen. Unter anderem gab es auf einem mutmaßlichen „Bahoz"-Treffpunkt in Alt-Saarbrücken einen Handgranaten-Anschlag. Zudem kam es zu einem Überfall und einer Schlägerei im Stadtteil Dudweiler, bei der ein Schuss aus einer scharfen Waffe fiel. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach im vergangenen Sommer ein Verbot gegen die „Osmanen" aus.

ZDF-Fernsehbericht aus dem Jahr 2016:

Das sagt die Polizei

Gibt es auch im Jahr 2019 noch eine offen ausgetragenen Fehde zwischen Türken und Kurden im Saarland? SOL.DE-Anfrage beim Landespolizeipräsidium. Das bestätigt, dass es die beiden von „Bams" genannten Vorfälle gab. Laut Sprecher Stephan Laßotta gehen die Beamten derzeit davon aus, dass beide Vorkommnisse zusammenhängen.

„Bestehende Verbindungen einzelner Personen untereinander sowie Zugehörigkeit zu den von der Bildzeitung in ihrem Bericht genannten Gruppierungen „Osmanen“ und „Bahoz“ sind noch nicht geklärt und Gegenstand der weiteren Ermittlungen", so Laßotta weiter. Aufgrund der laufenden Ermittlungen wolle das Landespolizeipräsidium zurzeit keine weiteren Auskünfte erteilen.

Wie kamen Infos an die Presse?

Und wie kam es dazu, dass interne Polizeiakten an die Presse gelangt sind? Möglich, dass eine Kontaktperson der „Bams" Informationen gesteckt hat. „Inhalte aus laufenden Strafverfahren unterliegen der Geheimhaltung. Insofern setzt sich ein „Whistleblower“ dem Verdacht einer Straftat (§ 353b Strafgesetzbuch: Verletzung des Dienstgeheimnisses) aus und muss mit straf- und disziplinarrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Verwendete Quellen:
• eigene Recherche
• eigene Berichte
• Bild am Sonntag
Bahoz vs. Osmanen Germania: Krieg im Saarland mit Handgranaten und Schusswaffen (YouTube)

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