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mit dpa/lrs

Beckinger Familiendrama: Vater gesteht tödliche Schüsse auf Sohn

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Der Angeklagte (links) sagte vor Gericht umfassend aus. Er wird von seinem Anwalt Joachim Giring vertreten. Foto: BeckerBredel.

Im Prozess um tödliche Schüsse auf einen 29-Jährigen hat der angeklagte Vater des Toten am Mittwoch (21. August) vor dem Landgericht Saarbrücken ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, seinen Sohn am Neujahrstag 2018 erschossen zu haben.

Aussage ging zwei Stunden

„Ich habe mich auch gefragt, was der Auslöser war", sagte der 66-Jährige im Verlauf seiner zweistündigen Aussage. Die Situation sei so verzweifelt gewesen, dass er nicht mehr weitergewusst habe. „Er ging nicht und ich konnte nichts machen. Dann habe ich irgendwann abgedrückt."

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In diesem Gebäude in Beckingen-Haustadt kam es im Januar 2018 zu einem tödlichen Familiendrama. Archivfoto: BeckerBredel.

„Überrascht", wie leicht Waffe funktionierte

Die Anklage wirft ihm Totschlag vor. Demnach soll er seinen Sohn zu Hause in Beckingen-Haustadt mit drei Schüssen getötet haben, nachdem dieser zuvor über den Balkon ins Haus eingedrungen sei. Als sich der 29-Jährige geweigert habe, wieder zu gehen, sei die Situation festgefahren und er „emotional so aufgewühlt" gewesen, dass er geschossen habe. „Ich war überrascht, wie leicht diese Waffe funktioniert hat", schilderte der Angeklagte. Die beiden Schüsse, die auf den ersten gefolgt seien, „waren irgendwie automatisch. Sie gingen wie von selbst."

Waffe war wohl vom Opa

Die Pistole habe er bereits im Sommer im Zimmer des Sohnes gefunden und behalten. Vermutlich stamme sie von dem inzwischen verstorbenen Opa des jungen Mannes, einem Kripobeamten, in dessen Wohnung er zwischenzeitlich gewohnt habe. Natürlich sei ihm bewusst gewesen, dass auch er diese Waffe nicht besitzen dürfe, sagte der Angeklagte. „Aber ich war erstmal froh, dass mein Sohn sie nicht hatte in seinem Zustand."

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Mit drei Schüssen wurde der 29-jährige Sohn getötet. Archivfoto: BeckerBredel.

Sohn durch Drogen verändert

Nach Angaben des 66-Jährigen hatte sich sein Sohn durch seinen zunehmenden Drogenkonsum sehr verändert, ab Herbst sei er zunehmend aggressiver gegenüber den Eltern geworden. Er habe randaliert, sie bestohlen, beschimpft, bespuckt und bedroht. Öfter sei auch die Polizei zu Hilfe gerufen worden. Silvester habe der 29-Jährige die Mutter mit den Füßen von der Couch gestoßen und den Vater durch einen Schlag ins Gesicht verletzt.

Eltern unterstützten Sohn

Immer wieder sollen ihn die Eltern zuvor unterstützt, ihm eine Wohnung und Geld gegeben haben. Nach den Vorkommnissen am Silvesterabend habe der Vater sich vorgenommen, den Sohn nicht mehr ins Haus zu lassen. Dann habe er die Waffe, die er zuvor versteckt hatte, mit ins Wohnzimmer genommen. „Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich mich schützen müsste. Dass sie mir bei der Konfrontation mit Philipp helfen könnte", so der Angeklagte.

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Das Landgericht unter Vorsitz von Richter Bernd Weber (Dritter von links) verhandelt den Fall. Foto: BeckerBredel.

Geständnis unter Tränen

Unter Tränen berichtet er, dass er heute noch täglich an der Stelle im Haus vorbeigehe, an der er seinen Sohn erschossen habe. Dann dankte er seiner Frau und seiner Tochter, die ihm Verständnis und Rückhalt geben würden.

Laut Staatsanwaltschaft war der Angeklagte in seiner Heimatgemeinde auf lokaler Ebene über viele Jahre politisch aktiv und als Ortsvorsteher, Mitglied des Orts- und Gemeinderates und Vorsitzender des Ortsverbandes einer Partei tätig. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Ein Urteil könnte am 5. September fallen.

Tödliches Familiendrama in Beckingen: Bisherige Artikel zum Thema

28. Mai 2018: Sohn mit drei Schüssen in Beckingen getötet: Vater angeklagt
4. Januar 2018: Drama in Beckingen: Jahrelanger Familienkonflikt vor der Tat
3. Januar 2018:  Familiendrama in Beckingen: Sohn randalierte kurz vor tödlichen Schüssen
2. Januar 2018:  Vater erschießt in Beckingen seinen Sohn

Verwendete Quellen:
• Deutsche Presse-Agentur
• eigene Berichte

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