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Pfleger unter Mordverdacht: Weitere Details zu Todesfällen in Klinik Völklingen bekannt

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Der Pfleger soll an der SHG-Klinik in Völklingen mehrere Patienten getötet oder gefährdet haben. Symbolfoto: Unsplash

Zwischen März 2015 und März 2016 sollen auf der Intensivstation der SHG-Klinik in Völklingen mehrere Menschen von dem Pfleger B. getötet worden sein. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft von sieben Fällen aus. Fünf Patienten starben, zwei konnten noch gerettet werden. 

Der Pfleger gab sich als Arzt aus

Die Ermittlungen begannen laut Staatsanwaltschaft bereits im Juni 2016. An einem Samstag in den frühen Morgenstunden betrat B. die internistische Intensivstation des Krankenhauses in Saarburg. Er trug eine Notarztjacke und führte einen Defibrillator sowie einen Monitor mit sich. Der Beschuldigte teilte dem Pflegepersonal mit, er müsse an einem Patienten eine besondere Untersuchung durchführen. Glücklicherweise kam es dazu jedoch nicht. Stattdessen wurde B. von der Polizei in Saarburg vorläufig festgenommen. 

Da B. zu dieser Zeit an der Uniklinik in Homburg beschäftigt war, überprüften die Beamten telefonisch seine Angaben und stellten fest, dass der Beschuldigte nicht als Arzt, sondern als Pfleger auf der Intensivstation tätig war. Zu seinem vorgesehenen Nachtdienst war er nicht erschienen. Zudem gab die Klinik in Homburg preis, dass gegen B. interne Ermittlungen geführt würden. Der Verdacht: Er habe einer Patientin ein nicht verordnetes Medikament verabreicht

Die Kriminalpolizei setzte sich mit mehreren Kliniken in Verbindung, da B. verdächtigt wurde Titel missbraucht und sich als Arzt ausgegeben zu haben. An der Klinik in Völklingen sei es dazu jedoch nicht gekommen. 

B. wegen Betruges inhaftiert

Der Pfleger war von Januar 2015 bis Mai 2016 auf der Intensivstation tätig. Man trennte sich jedoch von ihm, da es einen "Verdacht des Vertrauensbruchs gegenüber dem Arbeitgeber" gegeben habe. Dem SR zufolge berichteten Kollegen, dass es zu "Auffälligkeiten bei der Behandlung von Patienten" kam. Dabei ginge es unter anderem um das Verhalten B.s im Zusammenhang mit Reanimatinen. Diese hätten sich jedoch nach einer medizinischen Prüfung nicht bestätigt. Auch eine Häufung von Todesfällen habe es nicht gegeben. Das teilte die SHG-Klinik dem SR mit. 

Der beschuldigte Pfleger befindet sich laut Staatsanwaltschaft derzeit in anderer Sache in Strafhaft. Wegen Betruges sitzt er eine Freiheitsstrafe von drei Jahren ab. 

Beschuldigter wollte sich als Held aufspielen

Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurden ehemalige Patienten des Pflegers exhumiert und auf Medikamente untersucht. Die Rechtsmedizin stieß dabei in sechs Fällen auf Spuren von Medikamenten, die nicht von Ärzten verordnet wurden. Dabei handele es sich laut Staatsanwaltschaft um das hochwirksames Schlafmittel Midazolam sowie Ajmalin und Flecainid, die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. 

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass B. einen reanimationspflichtigen Zustand der Patienten herbeiführen wollte, um sich im Anschluss als Retter aufzuspielen. Die Reanimationsmaßnahmen wurde in allen Fällen von B. durchgeführt. 

Gab es weitere Fälle?

Unklar ist, ob B. auch in anderen Krankenhäusern Patienten gefährdete. Vor seiner Tätigkeit in Völklingen war der Pfleger in Frankfurt und Wiesbaden beschäftigt. Die Behörden wurden informiert. 

Der Beschuldigte selbst schweigt bislang zu den Vorwürfen

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Verwendete Quellen:
Saarländischer Rundfunk
• 
Staatsanwaltschaft Saarbrücken

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