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Weltsuizidpräventionstag: Zahlen und Fakten über Selbstmord im Saarland

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Weltsuizidpräventionstag: Im Saarland nimmt sich alle drei Tage ein Mensch das Leben. Symbolfoto: Pixabay

Im Saarland begeht alle drei Tage ein Mensch Selbstmord. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahmen sich im Jahr 2017 101 Menschen im Bundesland das Leben. Die Selbstmordrate schwankt: Waren es Ende der Neunziger noch knapp unter hundert Menschen im Saarland, lag die Quote im Jahr 2015 bei 136. 

Dass Menschen sich vor allem in der dunklen Jahreszeit und um Weihnachten herum das Leben nehmen, ist ein Irrglaube. In den vergangenen 10 Jahren war die Suizidrate im Dezember vergleichsweise niedrig.

Risikogruppe: Vor allem Männer

Männer sind deutlich stärker gefährdet als Frauen: Etwa 70 Prozent der Selbstmordopfer sind männlich. Vor allem im Alter zwischen 50 und 55 Jahren nehmen sich besonders viele Menschen das Leben. Bis dahin steigt die Quote bei beiden Geschlechtern kontinuierlich an. Bei Frauen ist zudem zwischen 30 und 35 Jahren ein erhöhtes Risiko festzustellen. Besondere Risikogruppen sind außerdem Menschen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung und junge Frauen mit Migrationshintergrund

Ursachen für Suizidversuche

Gerade junge Frauen begehen zudem häufiger Suizidversuche als Hilferuf. Diese sind häufig als Hinweis auf psychische Probleme zu werten. Doch nicht jeder, der über Selbstmord nachdenkt, ist psychisch krank. Zwar erhöhen Psychosen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und natürlich Depression das Risiko, dennoch liegen die Ursachen auch in "äußeren" Problemen wie Konflikten in der Beziehung, Schulden oder Arbeitslosigkeit

Suizidprävention 

Häufig wird eine Suizidgefährdung nicht erkannt. Anzeichen sind etwa sozialer Rückzug, ein Gefühl der Hoffnungs- und Wertlosigkeit sowie aggressives Verhalten. Viele Betroffene haben jedoch Schwierigkeiten - auch im Rahmen einer Therapie - über ihre Suizidgedanken zu sprechen. Grund ist häufig die Angst vor sozialer Zurückweisung, einer Stigmatisierung als "krank" oder sogar vor dem Verlust von Autonomie durch eine zwangsweise Behandlung in einer Einrichtung. Viele glauben außerdem, von niemandem verstanden zu werden. 

Einen Suizidgefährdeten zu erkennen und ihm zu helfen ist darum sehr schwierig. Die Betroffenen von professioneller Hilfe zu überzeugen, stellt sich oft problematisch dar. Um Selbstmorden vorzubeugen, sind darum vor allem Behandlungsangebote wichtig, die schnell und leicht zugänglich sind. Auch die Fortbildung von Medizinern, Psychologen und Menschen in sozialen Berufen, die mit dem Thema in Kontakt kommen, ist wichtig. Zudem spielt das gesellschaftliche Klima eine Rolle: psychische Erkrankungen und Suizidgefährdung müssen ernst genommen und thematisiert werden.

Warum wir nicht über Suizide berichten

In aller Regel vermeiden wir bei SOL.DE eine Berichterstattung über Selbstmorde. Der Grund ist einfach: In Untersuchungen wurde festgestellt, dass eine mediale Darstellung von Suizden zum sogenannten Werther-Effekt führen kann. Das heißt: nicht selten folgen weitere Selbstmorde. Zu beobachten war dieser Effekt beispielsweise in den Tagen nach dem - medial sehr präsenten - Suizid von Robert Enke

Daher bemühen wir uns nach Möglichkeit, einen Selbstmord nicht als große Nachricht aufzugreifen, nicht über Methoden, Orte oder gar Gründe zu berichten und natürlich persönliche Details oder gar Fotos der Verstorbenen nicht zu veröffentlichen. Sollte ein Fall, eine Berichterstattung erfordern, weisen wir auf Hilfeangebote und -möglichkeiten hin. 

Hilfe für Betroffene im Saarland

Wer Selbstmordgedanken hat, an Depressionen leidet oder in einer anderen psychischen Krise steckt, sollte sich dringend Hilfe holen. Das geht sowohl anonym über Hotlines und Internetseiten oder in persönlichen Beratungsgesprächen.

Telefonseelsorge und Beratungsstelle Saar: (0800) 111 0 111
Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: (0800) 116 111 oder 111 0 333
Saarländisches Bündnis gegen Depression: (0681) 40310-67/42
 Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland: (0681) 9602130
• Sofort-Hilfe gibt es über Kliniken für Psychiatrie, Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten zum Beispiel über den Psychotherapie-Informationsdienst: (030) 2 09 16 63 30

Verwendete Quellen:
• Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
• Statistisches Bundesamt
• Eigene Recherche

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