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Debatte um „E-Card“: Honorareinbußen auch für saarländische Praxen

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Symbolfoto: dpa-Bildfunk/Monika Skolimowska

Für rund 200 von 400 Ärzten und Psychotherapeuten im Saarland, die bislang ihre Praxen nicht an eine neue Datenautobahn für das Gesundheitswesen angeschlossen haben, gibt es in diesem Monat die ersten Konsequenzen. Rückwirkend für das erste und zweite Quartal 2019 kürzt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ihr Honorar um ein Prozent. Das kündigte KV-Vorstand Gunter Hauptmann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken an. Das Digitale-Versorgung-Gesetz sieht zudem vor, die Kürzung im März 2020 auf 2,5 Prozent zu erhöhen.

Die „Telematikinfrastruktur“ (TI) ist die gesetzlich vorgeschriebene Vernetzungsplattform des deutschen Gesundheitssystems. Ziel ist es, alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen miteinander zu vernetzen. Langfristig sollen alle Daten eines Patienten in einer einzigen elektronischen Gesundheitsakte zusammengeführt werden.

„Digitale Angebote wie die elektronische Patientenakte können die Versorgung von Patienten deutlich verbessern“, so eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums auf Anfrage. Um die Chancen der Digitalisierung im Versorgungsalltag nutzen zu können, müssten die Beteiligten sicher und schnell miteinander kommunizieren können.

Die „Digitale Gesellschaft e.V.“ kämpft „gegen den Ausverkauf der Gesundheitsdaten“ und „für ein Moratorium in der Digitalisierung des Gesundheitswesens“. Der Verein unterstützt die Aktion „Stoppt die E-Card“, die in der elektronischen Gesundheitskarte eine Gefahr für die ärztliche Schweigepflicht, die informationelle Selbstbestimmung der Bürger und eine gute medizinische Versorgung sieht. Die Kritiker warnen vor Sicherheitslücken in der Telematikinfrastruktur.

Telematikinfrastruktur im Saarland

Im Saarland haben sich von den rund 2.150 Haus- und Fachärzten und Psychotherapeuten rund 80 Prozent anschließen lassen. Bei der TI-Anbindung habe es innerhalb des Saarlandes „nur ganz wenige fundamentale Verweigerer“ gegeben. Eher handle es sich bei denen, die sich nicht angeschlossen hätten, vor allem um ältere Hausärzte am Ende ihres Berufslebens.

Durchschnittlich verzeichne eine Hausarzt-Praxis im Saarland etwa 50.000 Euro Umsatz pro Quartal. Wer nicht an die TI angeschlossen sei, bekomme von der KV also umgerechnet 500 Euro weniger Honorar. Das Geld darf die Kassenärztliche Vereinigung übrigens nicht verwenden, um damit Personal zu bezahlen oder Investitionen zu tätigen. Je nach Leistungen werde es wohl anteilig an die Krankenkassen zurückgezahlt werden müssen und ein weiterer Teil als Honorar an die gesamte Ärzteschaft wieder ausgeschüttet.

Verwendete Quellen:
• Deutsche Presse-Agentur

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