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„Ist Intervallfasten wirklich sinnvoll?”: Vortrag im Bodymed Center Ommersheim

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BU: Internist und Ernährungsmediziner Dr. med. Hardy Walle. Foto: PR

Dr. med. Hardy Walle ist Ernährungsmediziner und hat vor über 20 Jahren das Bodymed Programm entwickelt, welches heute als eines der erfolgreichsten ärztlich geleiteten Gewichtsreduktionsprogramme in Deutschland gilt. Am Montag, 11. November, hält Dr. Walle um 19 Uhr im Bodymed Center Ommersheim, Saarbrücker Str. 25b, einen Vortrag zu dem Thema: „Ist Intervallfasten wirklich sinnvoll?” Zu diesem kostenlosen Vortrag sind alle Interessierte herzlich eingeladen. Im Interview spricht Dr. Walle über die Inhalte seines Vortrages.

Interview mit Dr. med. Hardy Walle

Herr Dr. Walle, man liest ständig vom Intervallfasten als ideale Methode zum Abnehmen. Ist das alles bloß ein Hype oder ist es wissenschaftlich gesichert?
Dr. med. Hardy Walle: Daten zeigen, dass man allein durch Intervallfasten (16:8 Fasten) nicht automatisch abnimmt. Umgekehrt weiß man, dass insbesondere Übergewichtige häufig ohne Frühstück aus dem Haus gehen – um dann ab Mittag bis zum Zubettgehen mehr zu essen, als ihnen gut tut.

Also besser nicht Fasten?
Dr. med. Hardy Walle: Zunächst muss klargestellt werden, dass Fasten eben nicht bedeutet, dass man nichts isst. So werden beim Leberfasten nach Dr. Worm drei Hepafast-Shakes getrunken, ergänzt um zwei Gemüseportionen pro Tag. Bei der altbewährten Form des Mayr-Fastens werden Milchmahlzeiten kombiniert mit trockenen Semmeln.

Was bringt Fasten für den Stoffwechsel?
Dr. med. Hardy Walle: Fasten bedeutet also eben nicht wie oft angenommen wird „Nichts essen“, sondern langandauernde Fettverbrennung (bis zu 16 Stunden). Hierzu müssen Insulinspiegel niedrig gehalten werden, damit der Körper eigene Fettreserven aufschließen und die darin enthaltenen Giftstoffe ausscheiden kann. Das kann man zwar auch durch komplettes Weglassen einer Mahlzeit erreichen, man erkauft sich aber damit auch einige Nachteile.

Was sollte man beim Fasten beachten?
Dr. med. Hardy Walle: Zunächst ist wichtig, dass in den verbleibenden 8 Stunden eine vernünftige Ernährung mit lediglich zwei Mahlzeiten – ohne Zwischenmahlzeiten – im Sinne einer mediterranen, Kohlenhydrat reduzierten Kost durchgeführt wird. Eine Studie vom letzten Jahr mit 150 übergewichtigen Teilnehmern kommt zu dem Ergebnis, dass Intervallfasten im Vergleich zu einer normalen Reduktionsdiät mit um 20 % verringerter Kalorienaufnahme keine wesentlichen Vorteile hinsichtlich des Gewichtsverlustes hat.

Kann Fasten auch schädlich sein?
Dr. med. Hardy Walle: Eine Auswertung mehrerer Studien (Metaanlyse) aus dem Jahr 2018 hat sogar ergeben, dass ein Verzicht aufs Frühstück mit einem erhöhten Risiko für Typ-2 Diabetes einhergeht. Demnach wuchs das Diabetesrisiko mit der Anzahl der Tage, an denen nicht gefrühstückt wurde. Am höchsten war es, wenn ein vier oder fünf Tagen pro Woche kein Frühstück eingenommen worden war.

Warum empfehlen Sie Eiweiß zum Frühstück?
Dr. med. Hardy Walle: Studien belegen, dass ein eiweißreiches Frühstück vor einer Gewichtszunahme schützt. Ein eiweißreiches Frühstück reduziert im Vergleich zu einem üblichen Frühstück das Hungergefühl und damit die tägliche Kalorienaufnahme deutlich. Diese verminderte Gesamtkalorienzufuhr durch ein eiweißreiches Frühstück hat sich in mehreren Studien bestätigt und beträgt im Mittel 400kcal/pro Tag. Und das, ohne dass man hungern oder sich quälen muss!

Wie erklärt sich dieser positive Effekt?
Dr. med. Hardy Walle: Dieser positive Effekt eines Eiweißfrühstücks wird durch den sogenannten Eiweißhunger erklärt: Man geht davon aus, dass unser Körper einen „Messfühler für Eiweiß” hat und wir so lange essen, bis eine gewisse Mindestmenge an Eiweiß zugeführt worden ist. Startet man nun eiweißreich in den Tag, wird dieser Eiweißhunger sehr früh gestillt und man nimmt quasi ohne es zu merken weniger Kalorien zu sich.

Verzichtet man jedoch auf das Frühstück oder frühstückt nur wenig Eiweiß, so führt dieser ungestillte Eiweißhunger dazu, dass man bei den darauffolgenden Mahlzeiten einfach mehr und leider oft zu viel isst. Zudem besteht die Gefahr, dass durch das Weglassen einer kompletten Mahlzeit ein Eiweißmangel mit der Folge des Muskelabbaus entsteht. Dadurch verringert sich der Grundumsatz und die Gefahr der Gewichtszunahme nach diesem Fasten wird sogar größer.

Sie empfehlen „modifiziertes Intervallfasten“. Was meinen Sie damit?
Dr. med. Hardy Walle: Mit dem modifizierten Intervallfasten schlägt man nun zwei Fliegen mit einer Klappe. Trinkt man nun statt Frühstück einen speziellen Eiweiß-Shake, erhöht sich nicht der Insulinspiegel und man ermöglicht so eine Fettverbrennung von bis zu 16 Stunden am Tag. Ein solcher „Frühstücks-Drink“ muss einen hohen Eiweißgehalt bei wenig Kohlenhydraten haben, sodass der Eiweißhunger schon sehr früh gestillt wird. Man ist also lange satt und isst automatisch bei den darauffolgenden Mahlzeiten und damit insgesamt weniger Kalorien.

Wem empfehlen Sie das modifizierte Intervallfasten?
Dr. med. Hardy Walle: Dieses modifizierte Intervallfasten kann Ihnen helfen, nach einer Gewichtsreduktion auf Dauer schlank zu bleiben oder eine schleichende Gewichtszunahme nach Nikotinverzicht, im Alter, während der Wechseljahre, durch Medikamente etc. zu vermeiden. Bei vielen Menschen genügt es „unter der Woche” – also von Montag bis Freitag – das Frühstück mit diesem speziellen Eiweiß-Drink zu ersetzen. Am Wochenende kann man dann ein ausgiebiges Frühstück genießen. Für mich ist dieses modifizierte Intervallfasten die moderne und intelligente Form des Intervallfastens.

Kontakt:

Bodymed
Saarbrücker Str. 25B, 66399 Mandelbachtal
Tel. (06803) 981881
E-Mail: info@bodymed-ommersheim.de
Webseite: www.bodymed.com/center/ommersheim

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