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Menschenhändlerring zerschlagen: Polizei nimmt 16 Personen fest

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Die Polizei ordnet die Taten einem osteuropäischen Familienclan zu. Foto: Polizei

Die Polizei hat einen international agierenden Menschenhändlerring zerschlagen und in Spanien insgesamt 16 Personen festgenommen. Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Entführung einer 22-jährigen Prostituierten vor der Saarbrücker "Kufa" im Dezember vergangenen Jahres. Wie die Beamten schildern, sei die 22-jährige Rumänin von zwei Männern vom Straßenstrich in der Dudweiler Landstraße ins spanische Valencia verschleppt worden. Dort musste sie anschließend weiter der Prostitution nachgehen.

Zuhälter lockt Frauen an

Auch ein zweiter Fall von Zwangsprostitution aus dem Saarland ist laut Polizei dem Menschenhändlerring zuzuordnen. Im April 2018 waren zwei rumänische Prostituierte vom Straßenstrich in der Saarbrücker Hochstraße in ein Neunkircher Bordell geflüchtet. Die 21- und 22-jährigen Frauen gaben an, zuvor von einem Mann angeworben worden zu sein, der ihnen vorgegaukelt hatte, sich in sie verliebt zu haben. Auch versprach er ihnen, sie zu heiraten.

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Auch in Völklingen-Wehrden, wie hier auf dem Bild zu sehen, durchsuchte das SEK mögliche Aufenthaltsorte der vermissten Prostituierten. Archivfoto: BeckerBredel

Doch der Schein trog: Der Zuhälter zwang die beiden, sich zu prostituieren. Der 21-jährige Rumäne konnte bereits im Oktober 2018 in Valencia festgenommen werden. Er wurde ins Saarland ausgeliefert, wo er zu einer Haftstrafe von 23 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde.

Messerstecherei nahe Geislautern

Auch ein Unfall mit anschließender Messerstecherei in Völklingen-Geislautern steht im Zusammenhang mit diesen Taten. Am Ostermontag dieses Jahres hatte ein BMW auf der A620 einen Mercedes gerammt. Anschließend hatte es eine Auseinandersetzung mit Messern zwischen den Beteiligten gegeben. Die Ermittler erkannten durch Aussagen, dass Zusammenhänge zwischen der Entführung an der "Kufa" sowie dem Vorfall im April 2018 bestanden.

Polizei schnappt Clan in Spanien

Ab diesem Zeitpunkt verlagerten der Ring seine Aktivitäten vollständig nach Spanien. Die Polizei bildete die "Operation Palmera", an der Beamte aus Deutschland, Spanien, Eurojust und Europol beteiligt waren. Es kristallisierte sich heraus, dass es sich bei den Tätern um einen osteuropäischen Familienclan mit einer Vielzahl an Mitgliedern im Alter zwischen 18 und 48 Jahren handelte.

Mindestens 17 Opfer

Der Clan war seit mindestens 2016 am Saarbrücker Straßenstrich und in Valencia beziehungsweise Alzira aktiv. Die Polizei konnte bisher 17 Opfer identifizieren. Zu der Festnahme von 16 Clan-Mitgliedern kam es bereits am 28. Oktober in Alzira, teilte die Polizei am heutigen Freitag (22. November 2019) mit. An der "Operation Palmera" waren insgesamt fünf Beamte des saarländischen Landespolizeipräsidiums beteiligt.

Verwendete Quellen:
- Mitteilung des Landespolizeipräsidiums Saarland, 22.11.19

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