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Beleidigung von Sanitätern in Saarlouis: Staatsanwaltschaft lehnt Verfahren ab

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Die beiden Sanitäter des DRK wurden bei einem Einsatz in Saarlouis beschimpft und bedroht. Symbolfoto: Bernd Weissbrod/dpa-Bildfunk

Im Oktober 2019 war eine Seniorin in einer Saarlouiser Gaststätte kollabiert. Als die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort eintrafen, erwartete sie aber ein denkbar unfreundlicher Empfang. 

Beschimpft, beleidigt und bedroht

Eine Frau, die die beiden Sanitäter einwies, beschimpfte diese als "Wichser", "Arschlöcher" und "Pussys" und forderte sie auf "die Fresse zu halten". Das berichtet das DRK auf ihrer Facebookseite.

Die Beleidigungen brachen auch während der Behandlung der Patientin nicht ab. Da sie laut Saarbrücker Zeitung zudem begann, die beiden zu schubsen und anzurempeln, fühlten sich die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit massiv gestört. Sie riefen die Polizei. Jedoch trat die Frau auch nach Erscheinen der Beamten weiter feindselig auf. "Ich box' euch weg", drohte sie. Die Polizisten nahmen Anzeigen auf

Staatsanwaltschaft sieht kein "öffentliches Interesse".

Die Staatsanwaltschaft aber will das Verfahren nun einstellen. Wie "DRK im Saarland" berichtet, werde "der Anzeige mangels öffentlichen Interesses keine Folge gegeben". Die Begründung: Der Rechtsfrieden sei nicht gestört und eine Strafverfolgung sei kein "Anliegen der Allgemeinheit": Die Beschuldigte sei zudem aufgeregt gewesen, da die Patientin eine nahe Verwandte von ihr ist. Darüber hinaus war sie alkoholisiert. Sie habe bereits angegeben, sich für den Vorfall zu schämen. 

DRK im Saarland will sich wehren

Das "DRK im Saarland" zeigt für die Entscheidung kein Verständnis. Man müsse im Rettungsdienst ohnehin viel aushalten. Verbale Entgleisungen sollten zumindest ein Nachspiel haben. Auch die Facebook-Leser schlagen sich auf die Seite der Sanitäter: "Fast 400 Zuschriften haben wir bekommen [...] - alle sind sich einig: Straftaten gegen Polizisten, Feuerwehrleute und Retter zu verfolgen, liege sehr wohl im 'öffentlichen Interesse'."

Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, schaltete sich nun Generalstaatsanwalt Günter Matschiner ein. Es soll geprüft werden, ob die Entscheidung richtig war. 

Die Rechtslage bei Beleidigungen

Die Saarbrücker Zeitung hat zudem über die Beurteilung der Staatsanwaltschaft mit Rechtsexperten gesprochen. Welche Möglichkeiten die Opfer von Beleidigung haben und welche Faktoren eine Rolle spielen, damit es ein Fall für das "öffentliche Interesse" wird, gibt es zum Nachlesen auf saarbruecker-zeitung.de.

(Hinweis: Der Beitrag gehört zum „SZ+“-Angebot der Saarbrücker Zeitung. Um diesen zu lesen, müsst ihr euch gegebenenfalls registrieren oder eine Bezahloption wählen).

Verwendete Quellen:
• Facebook-Post von DRK im Saarland, 16. Februar 2020
• Saarbrücker Zeitung

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