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Kriminalstatistik 2019 im Saarland: Zahl der registrierten Straftaten gestiegen

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Im Saarland ist die Zahl der registrierten Straftaten gestiegen. Häufig gemeldet wurde vor allem betrügerische Anrufe wie der Enkeltrick. Symbolfoto: Frank Molter/dpa-Bildfunk

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Saarland 74.720 Straftaten gemeldet, 3.847 mehr als im Vorjahr. Das ist ein Anstieg um 5,43 Prozent. Nur etwas mehr als die Hälfte der Fälle (54 Prozent) wurden 2019 aufgeklärt. Die Quote sank um 2,1 Prozentpunkte, teilte das Innenministerium am Mittwoch (25. März 2020) mit.

Laut Innenminister Klaus Bouillon (CDU) müssen die Zahlen im Kontext betrachtet werden. "So sind unter anderem deshalb mehr Straftaten festgestellt worden, weil es unter anderem auch mehr Kontrollen durch die Polizei und eine höhere Zahl an Anzeigen - Stichwort Enkeltrick - gegeben hat", so Bouillon.

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Die Entwicklung von Straftaten im Saarland in den vergangenen Jahren. Screenshot: Innenministerium des Saarlandes

Zahl der gemeldeten Betrugsanrufe stark gestiegen

Die Zahl der Delikte zum Nachteil älterer Menschen ist um 94,7 Prozent gestiegen. Dies lasse sich mitunter auf Aufklärungskampagnen und Präventionsarbeit zurückführen, die die Bevölkerung für Betrugsanrufe sensibilisieren. "Auf diese Weise wurden solche Anrufe öfter gemeldet und waren seltener erfolgreich. Das führte letztendlich dazu, dass die Schadenssumme in diesem Bereich fast um die Hälfte auf 248.296 Euro reduziert werden konnte", so Bouillon.

Betrüge aus dem Ausland und online schwer zu ahnden

Da viele Betrugsanrufe aus dem Ausland getätigt wurden, seien sie jedoch schwer zu ahnden. Dies führe wiederum zum Sinken der Aufklärungsquote. Auch die Verfolgung von Straftaten, die online begangen werden, gestalte sich laut Ministerium als schwierig. Die Zahl dieser Delikte ist um 40,2 Prozent gestiegen. Es kam zu über 1.500 Fällen mehr als noch 2018. 

Straßen- und Rauschgiftkriminalität vermehrt registriert

Auch die Straßen- und Rauschgiftkriminalität ist gestiegen. Waren es 2018 noch 12.283 Fällen von Straßenkriminalität, wurden im vergangenen Jahr 13.407 Fälle registriert. Das ist ein Anstieg von 9,2 Prozent. Die Quote von Drogendelikten stieg um 15,7 Prozent auf 3.746. Bei den meisten handelte es sich um Verstöße mit Cannabis (1.421 Fälle). Die höheren Zahlen seien dadurch zu begründen, dass verstärkte Kontrollmaßnahmen durch die Polizei stattfanden. 

Häufiger Widerstand gegen die Polizei

Diese war allerdings vermehrt Widerständen ausgesetzt. 466 Vorfälle, bei denen Polizeibeamte mitunter angegriffen wurden, wurden verzeichnet. Das sind 58 Delikte mehr als im Vorjahr, ein Plus von 14,2 Prozent. "Diese Steigerung ist erschreckend, deshalb werde ich auch nicht müde, eine Strafverschärfung bei gewalttätigen Angriffen gegen unsere Polizistinnen und Polizisten zu fordern", sagte Klaus Bouillon. 

Politische Straftaten meist rechts motiviert

Auch politisch motivierte Straftaten wurden vermehrt gemeldet. Die Quote stieg um 19,2 Prozent auf 366 Fälle. Mit 264 Vergehen wurden die meisten davon dem rechten Lager zugeordnet. Dabei ist die Zahl der antisemitischen Straftaten um über 17 Prozent gesunken. 11 Fälle waren links motiviert, 35 werden einer ausländischen Ideologie zugeschrieben und 52 sind nicht zuzuordnen. In vier Fällen wurde eine religiöse Motivation festgestellt. 

Raub, Körperverletzung und Nötigung

Sowohl Raub (533 Fälle, +9,9 Prozent), als auch Körperverletzung (7.892 Fälle, + 1,92 Prozent) und Nachstellung (243 Fälle, +14,1 Prozent) wurden vermehrt gemeldet. Den deutlichsten Anstieg gab es hier jedoch bei Nötigung. Ganze 215 Fälle mehr als 2018 wurden verzeichnet. Das bedeutet einen Anstieg auf 1.084, ein Plus von 24,7 Prozent. 

Zahl sexueller Übergriffe deutlich gesunken

Die Fallzahlen von sexuellen Übergriffen und Nötigung sind gesunken. Es wurden über 40 Prozent weniger Fälle registriert. Auch sexueller Missbrauch von Kindern wurde weniger häufig gemeldet. (-9,4 Prozent). Gestiegen sind allerdings die Zahlen von Vergewaltigung (75 Fälle, +7,1 Prozent), Exhibitionismus (114 Fälle, 15,2 Prozent) und Verbreitung pornografischer Schriften (192 Fälle, +37,2 Prozent). 

Innenminister Klaus Bouillon will anhand der Statistik prüfen, wo Optimierungsbedarf besteht "und entsprechende Maßnahmen einleiten oder - sofern schon geschehen - ausbauen." 

Verwendete Quellen:
- Pressemitteilung des Innenministeriums, 25.03.2020

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