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mit dpa

Wegen Corona-Krise: Saarbrücker Psychologin rechnet mit mehr häuslicher Gewalt

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Eine Saarbrücker Psychologin rechnet mit einem durch die Corona-Krise verursachten Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa-Bildfunk

Als Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus kam es auch im Saarland zu Schließungen von Kitas und Schulen sowie weitgehenden Kontaktverboten. Das bedeutet unter anderem: Familien sind auf sich zurückgezogen. Die Saarbrücker Psychologin Tanja Michael rechnet daher mit einem Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt, berichtet die "Deutsche Presse-Agentur" (dpa).

Sorge um Kinder

"Dort, wo es schon Gewalt gibt, da wird sie noch einmal schlimmer. Und es werden leider auch neue Fälle hinzukommen", sagte Michael im Gespräch mit der Agentur. Sorgen müsse man sich vor allem um betroffene Kinder. Die Zahl der Kinder, die zur Risikogruppe von körperlicher Misshandlung und sexuellem Missbrauch gehöre, werde bundesweit auf rund 20 Prozent geschätzt.

Zu "Corona-Zeiten" hätten die Täter viel mehr Zugriff auf die Kinder, so die Psychologin. Und für die Kinder selbst bestünden weniger Möglichkeiten, nach außen Signale zu senden, dass etwas nicht stimmt. Darüber hinaus seien die Täter aufgrund der aktuellen Situation vermutlich "noch schlechter gelaunt als normalerweise", schilderte Michael.

Untersuchungen zur Entwicklung

Wie aus der "dpa"-Meldung hervorgeht, gebe es aus Wuhan in China, wo das Coronavirus zunächst grassierte, Untersuchungen zu der Entwicklung. Dortige Frauenorganisationen hätten in der Quarantäne-Zeit dreimal so viele Opfer von häuslicher Gewalt registriert. Darüber hinaus habe die Polizei doppelt so viele Notrufe von Frauen erhalten.

Delikte im Saarland

2018 wurden im Saarland etwa 2.600 Delikte von häuslicher Gewalt registriert. Meist handelte es sich um Körperverletzungen. Drei Viertel der Täter waren Männer. Die Zahlen in der Statistik der Polizei umfassten allerdings nur einen Bruchteil der betroffenen Personen, sagte Michael. Man müsse von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.

Die Psychologin erwartet, dass Zahlen zu der derzeitigen Entwicklung erst Monate später vorliegen. "Wir werden einen Anstieg haben sowohl im Aggressionsbereich als auch im Substanz-Abhängigkeitsbereich", prognostizierte sie. Gerade in der Zeit der Zurückgezogenheit sei es wichtig, dass Lehrer, Nachbarn und Hausbewohner aufpassten. Und: Dass sie weiterhin mit Opfern in Kontakt blieben.

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur

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