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Corona im Saarland: Gesundheitsministerium will Altenheim-Bewohner besser schützen

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Das saarländische Gesundheitsministerium will Bewohner von Pflegeeinrichtungen stärker vor dem Coronavirus schützen. Symbolfoto: Jonas Güttler/dpa

Im Hinblick auf die aktuelle Corona-Pandemie gelten insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen als Risikogruppe. Bei diesen sogenannten "vulnerablen Personen" ist die Gefahr eines schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlaufs deutlich höher als bei gesunden, jüngeren Menschen.

Saar-Gesundheitsministerium will Risikopatienten stärker schützen

Um die Patienten in Pflege- und Behinderteneinrichtungen besser zu schützen, hat das saarländische Gesundheitsministerium nun einen "Protection Plan" erstellt. Dieser regelt unter anderem den Umgang von Patienten und Personal in den Einrichtungen. Zudem gibt der Plan Quarantäne- und Handlungsempfehlungen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums ist das Konzept auf den Bereich der Altenpflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen fokussiert.

Hygienemaßnahmen sollen ausgeweitet werden

Die Hygienemaßnahmen sollen sowohl bei Pflegepersonal als auch den Bewohnern der Einrichtungen weiter ausgebaut werden. So enthält der Plan auch die strikte Trennung von Covid-19-Patienten beziehungsweise Verdachtsfällen von den restlichen Bewohnern.

Zudem beinhaltet er Vorgaben zur Benutzung von Schutzmasken. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums wurden hierfür bereits 11.200 FFP2-Masken sowie 30.000 einfache OP-Masken an die Saarländische Pflegegesellschaft ausgegeben. Auch Behinderteneinrichtungen haben laut Ministeriumsangaben 20.000 OP-Masken erhalten.

Covid-19-Testung bei Neuaufnahmen

Der Protection-Plan enthält weiterhin die Vorgabe, dass bei allen Neuaufnahmen in die betroffenen Pflegeeinrichtungen unverzüglich eine Testung auf Covid-19 erfolgen muss. Diese Proben sollen im Rahmen der Corona-Auswertung dann vorrangig behandelt werden, um die Testergebnisse ohne größere Verzögerungen zu erhalten.

Quarantänebereiche für Pflegeeinrichtungen

Zudem sollen die Pflegeeinrichtungen Isolations- und Quarantänebereiche in "einer für die Bewohnerzahl angemessenen Größe" vorbereiten, wie es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums heißt. Hier sollen vor allem Personen betreut werden, die als Corona-Verdachtsfälle gelten, weil sie beispielsweise aus einem Krankenhaus wiederaufgenommen worden sind.

Für die Patienten im Quarantänebereich soll Personal bestimmt werden, dass sich ausschließlich um die Personen in diesem isolierten Bereich kümmert. Diese Mitarbeiter sollen dann auch regelmäßig auf Covid-19 getestet werden.

"Bereichsübergreifender Personaleinsatz" möglich

Um die Versorgung und Betreuung der Einrichtungsbewohner auch in dieser schwierigen Lage sicherzustellen, ist laut Gesundheitsministerium ein "bereichsübergreifender Personaleinsatz" möglich. So könnten laut Ministerium beispielsweise Mitarbeiter der Eingliederungshilfe, die über notwendige medizinische oder pflegerische Qualifikationen verfügen, auch außerhalb der Eingliederungshilfe eingesetzt werden. Die Koordination dieses Personaleinsatzes erfolge über das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

Sonderkontrollen durch Heimaufsicht möglich

Im Zuge des "Protection-Pans" seien laut Angaben des Gesundheitsministeriums auch Sonderkontrollen durch die saarländische Heimaufsicht vorgesehen. Diese beinhalten die Prüfung der Belegung der Einrichtungen sowie der Personalsituation.

Bachmann: "Schutz vulnerabler Gruppen im Vordergrund"

Gesundheitsministerin Monika Bachmann erklärte im Rahmen einer Mitteilung zum "Protection-Plan" am heutigen Dienstag (7. April 2020): "Angesichts der aktuellen Corona-Situation und der Anfälligkeit älterer und vorerkrankter Menschen steht der Schutz vulnerabler Gruppen im Vordergrund. Ziel des Protection-Planes ist es, Infektionen in den Einrichtungen zu vermeiden, um Masseninfektionen vorzubeugen. Sollte es zu erhöhten Ansteckungen kommen, beinhaltet der Plan Maßnahmen, um zielgerichtet und schnell reagieren zu können und die Infektionen einzudämmen".

"Protection-Plan" als Handlungsempfehlung

Der Protection-Plan ist laut Angaben des Gesundheitsministeriums als Handlungsempfehlung zu verstehen. Die konkret zu ergreifenden Maßnahmen seien abhängig von den individuellen Situationen der Einrichtungen. Alle Maßnahmen müssen laut Ministerium in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt durchgeführt werden.

Verwendete Quellen:
- Mitteilung des saarländischen Gesundheitsministeriums vom 07.04.2020

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