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Corona-Krise: Saar-Gastronomie vor dem Abgrund

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Zahlreiche Gastronomen im Saarland stehen vor existenziellen Nöten. Symbolfoto: BeckerBredel

Die Corona-Krise führt zu massiven wirtschaftlichen Einschnitten für zahlreiche Betriebe im Saarland. Besonders hart getroffen hat es die Gastronomie, die bereits seit 21. März keine Gäste mehr bewirten darf. Auch die vom saarländischen Ministerrat am gestrigen Samstag (2. Mai 2020) beschlossenen Corona-Lockerungen, eröffnen den Gaststätten im Saarland weiterhin keine Perspektive.

So heißt es in Paragraf 7 Absatz 1 der saarländischen Corona-Verordnung vom 2. Mai 2020 nach wie vor: "Verboten ist der Betrieb eines Gaststättengewerbes nach dem Saarländischen Gaststättengesetz [...] und der Betrieb sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art. Ausgenommen sind die Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen Speisen".

Gastronomen am Rande ihrer Existenzfähigkeit

Bei den zahlreichen Geschäftsöffnungen im Saarland, die ab dem morgigen Montag gelten, bleiben die Gastronomiebetriebe weiterhin unerwähnt. Diese fürchten derweil um ihre Existenz. Denn nach wie vor ist nicht genau geklärt, wie es für die Gaststätten weitergeht. Da die Betriebe seit Wochen keine oder nur sehr geringe Umsätze (bei Lieferdienstangeboten) machen konnten, befinden sich bereits jetzt zahlreiche Gastronomen am Rande ihrer Existenzfähigkeit. Im Rahmen von Demonstrationen oder Briefen an die Landesregierung machen die Gastronomen seit Wochen auf ihre prekäre Lage aufmerksam.

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In Saarbrücken machten die Gastronomen im Rahmen der Demo "Leere Stühle" auf ihre prekäre Situation aufmerksam. Foto: BeckerBredel

Öffnungen wohl erst Ende Mai

Im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz der saarländischen Landesregierung zur neuen Corona-Verordnung im Saarland gab Ministerpräsident Tobias Hans an, dass man aktuell ein Hygienekonzept für die Gastronomiebetriebe entwickle, um diesen eine Öffnung zu ermöglichen. Hans deutete in diesem Zusammenhang allerdings an, dass die Öffnung der Gastronomie wohl nicht vor Ende des Monats erfolgen werde.

Fatale Folgen für Gaststätten

Das würden vier weitere Wochen bedeuten, in denen die Kassen der Gastronomen leer blieben. Die wirtschaftlichen Folgen für die Gaststätten wären fatal. Denn anders als in anderen Wirtschaftszweigen erbringen die Gastronomiebetriebe Leistungen, die man nicht einfach nachholen kann. Jeder einzelne Tag ohne Gäste stürzt die Betriebe in größere existenzielle Nöte.

Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass auch im Falle der geplanten Öffnung der Gastronomiebetriebe Ende Mai vermutlich nicht die Umsätze erzielt werden können, die eine Gaststätte normalerweise einstreichen würde. Das ergibt sich daraus, dass die Betriebe wegen Abstands- und Hygieneregelungen nur eine bestimmte Anzahl an Gästen aufnehmen dürfen. Zudem ist davon auszugehen, dass viele Gaststätten durch strenge Hygienekonzepte an Attraktivität für ein langes Verweilen ihrer Gäste verlieren.

Hans und Rehlinger wollen Rettungsschirm für Gastronomie

Dass man den Gastronomen im Saarland nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine wirtschaftliche Perspektive bieten müsse, betonen sowohl Ministerpräsident Tobias Hans als auch Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. So erklärte Rehlinger, dass sie einen weiteren Rettungsschirm für die Gastronomie für unumgänglich halte. Es bringe nichts, wenn die Gastronomie zwar öffnen dürfe, aber am Ende keine Betriebe mehr da seien, die überhaupt noch öffnen könnten.

Rehlinger betonte in diesem Zusammenhang, dass die bisherigen Pakete nicht ausreichten. Es bedürfe unbedingt weiterer Hilfsprogramme in Form von Zuschüssen, aber auch steuerlichen Erleichterungen. Man dürfe den Gastronomen die Ungewissheit über ihre Existenz nicht mehr allzu lange zumuten. Auch Hans betonte, dass man den Betrieben schnell mit weiteren Hilfen unter die Arme greifen müsse. "Da wird es etwas geben", versicherte Hans am Samstag in Bezug auf die Hilfen für Gaststätten.

Verwendete Quellen:
- eigene Recherche

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